April 2013

Naturkundlicher Spaziergang
am nordwestlichen Stadtrand von Jever

17. April 2013

Leitung: Werner Menke (WAU)
 

Der nordwestliche Stadtrand von Jever zeigt einen markanten Übergang von der Geest zur Marsch und hat damit einen hohen landschaftlichen Reiz. Kleinere Gehölze am Geestrand (z. B. bei der Jürgens Dreesche) bieten Lebensraum für verschiedene Vogelarten (z. B. Buntspecht, Kleiber, Baumläufer). Die für die angrenzende Marsch typischen Wiesenvögel (z. B. der Kiebitz) sind leider selten geworden. Mit etwas Glück können aber noch einige Vertreter beobachtet werden, vielleicht sogar noch rastende Bekassinen (Vogel des Jahres 2013!).

Mai 2013

Vogelkundliche Fahrradtour
in das Gebiet der Clevernser Sietwendung

14. Mai 2013

Leitung: Werner Menke (WAU)

 

Zu den landschaftlich reizvollsten Bereichen in unmittelbarer Nähe der Stadt Jever gehört das Gebiet der Clevernser Sietwendung (Feuchtwiesen, Munitionsdepot, Mühlentief), das auch vogelkundlich von großem Interesse ist. So verschiedene Arten wie Kuckuck, Rohrweihe, Uferschnepfe und Blaukehlchen können hier mit etwas Glück beobachtet werden.  Ein Einblick in die Vogelwelt dieser Landschaft soll auf einer Radtour vermittelt werden, die die WAU im Rahmen des „Umwelt aktiv“ –Programms des Landkreises Friesland anbietet.

Juni 2013

Führung durch den Schlosspark Jever
(Schwerpunkt: Geschichte, Tier- und Pflanzenwelt des Parks)

12. Juni 2013

Führung: Werner Menke (WAU)

 

Für Einheimische und Touristen besitzt der Schlosspark in Jever eine hohe Attraktivität. Zu allen Jahreszeiten erweist er sich als Besuchermagnet, ganz besonders aber im Frühjahr, wenn die Natur in frischem Glanz erstrahlt. Diese Wirkung hat sich noch verstärkt, seitdem 2008 der erste Abschnitt der Schlosspark - Restaurierung fertig gestellt ist. Die Anlage von Blumenrabatten, die ungewohnte Offenheit des früher stärker verbuschten Gartenraumes, die Neufassung des Eingangsbereichs zum sagenumwobenen Fräulein-Marien-Gang und die Neugestaltung der Uferpartien an der Graft tragen wesentlich zum einladenden Charakter der Anlage bei.

Dieser Einladung wollen wir mit einem Gang durch den Park folgen. Die Aufmerksamkeit soll dabei besonders auf die Geschichte des Parks und auf sein heutiges Erscheinungsbild (hier vor allem auf den Pflanzen- und Tierbestand) gelenkt werden.

Salzwiesenführungen 2013

 

ab Küstersmatt bei Minsen an zehn Terminen

 

ab Hafen Harlesiel an fünf Terminen

Juli 2013

Naturkundlicher Gang durch den Barkeler Busch

09. Juli 2013

Leitung: Christian Finkenstaedt, Hausherr und damit Kenner des Gebietes 

 

Eine ausgezeichnete Gelegenheit, den Barkeler Busch mit der Vielfalt seiner Lebensräume näher kennen zu lernen, bietet eine Führung mit biologischen und historischen Erläuterungen, die die WAU im Rahmen des „Umwelt aktiv“ –Programms des Landkreises anbietet.

August 2013

Werner Menke
Naturschutzbeauftragter des Landkreises Friesland
1. Vors. Der Wissenschaftl. Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (WAU) Jever
Ibenweg 7  26441 Jever
Tel. 04461-4298

 

Dass die Stadt Jever bzw. viele ihrer Bürger mit den sich hier Zuhause fühlenden Saatkrähen ein Problem haben, ist nicht von der Hand zu weisen.

Bei der Diskussion über die Vögel, die derzeit voll entbrannt ist und offenbar heftiger geführt wird als in früheren Jahren, hilft allerdings die Verbreitung von Gräuelmärchen nicht weiter.

Zwei davon seien beispielhaft angeführt:

1. In der Ausgabe vom 11.4.13 zeigt das Jeversche Wochenblatt das Foto eines toten Vogels (es handelt sich offensichtlich um einen Star) mit der Unterschrift: Keine Seltenheit im Schlosspark: Ein toter Singvogel, der den Angriff einer Saatkrähe nicht überlebt hat. Diese Aussage kann so nicht zutreffen, denn das räuberische Erbeuten von Singvögeln gehört nicht zum Verhaltensmuster der Art ‚Saatkrähe’.

Fakt ist, dass sich in der letzten Zeit über mehrere Tage hin eine große Zahl von Staren im Schlosspark zum Übernachten niedergelassen hat. Die eindrucksvollen abendlichen Flugbilder der Starenschwärme werden vielleicht dem einen oder anderen aufmerksamen Beobachter aufgefallen sein. Da könnte man schon ironisch fragen: Wieso lassen sich Tausende von Staren ausgerechnet da nieder, wo es von vermeintlichen „Killerkrähen“ nur so wimmelt? Eben auch deswegen, weil die Stare von den Saatkrähen nun wahrlich nichts zu fürchten haben!

Natürlich ziehen diese großen Vogelschwärme auch Beutegreifer an; Sperber z. B. wurden im Schlosspark öfter gesehen. Rechnet man andere mögliche Todesfälle (z. B. krankheitsbedingte) dazu , so ist es kein Wunder, wenn im Park einzelne Vogelleichen aufzufinden sind, nur sind diese auf keinen Fall das Ergebnis von Saatkrähenangriffen.

Auch wenn es immer wieder behauptet wird: Die Zahl der im Schlosspark anzutreffenden und dort auch brütenden Singvögel hat sich in den letzten Jahren nicht verringert!

2. Mitarbeiter des Projekts ‚Sophie’ beklagen, dass die Krähen eine Gefahr für die auf der Terrasse des Sophienstiftes sitzenden alten Leute seien und denen auch den Kuchen aus der Hand raubten. Abgesehen davon, dass solche Erfahrungen auf keine Fall jüngeren Datums sein könnten (wer hat im Frühjahr 2013 schon auf der Terrasse gesessen?), können sie auch in dieser Form nicht zutreffen. Der direkte Nahrungsraub aus der Hand des Menschen, wie er z. B. für Möwen in den Küstenbadeorten durchaus nachgewiesen ist, gehört nicht zum Verhaltens-repertoire der Saatkrähe. Eine Gefahr für alte und junge Menschen auf der Terrasse des ‚Sophie’ stellen die Saatkrähen nicht dar; Hitchcocks Film ‚Die Vögel’ ist reine Fiktion!

Die beiden Beispiele zeigen, wie nötig es ist, in der Diskussion um das Thema ‚Saatkrähen in Jever’ keinen Popanz aufzubauen, sondern sich auf sachliche Argumente zu beschränken.

Festzustellen bleibt: Das Stadtgebiet von Jever ist die Brutheimat einer hohen Anzahl von Saatkrähen. Auch hier gilt es übrigens, der weit verbreiteten Meinung entgegenzutreten, dass die Zahl von Jahr zu Jahr zunehme. Seit 2010 ist der Bestand mit 600 - 700 Brutpaaren im gesamten Stadtgebiet (davon rund 75 % im Schlosspark) annähernd konstant, 2013 ist sogar mit insgesamt 629 Nestern ein Rückgang um mehr als zehn Prozent gegenüber 2012 zu verzeichnen.

Die Tatsache, dass sich die Vögel in unserer Stadt heimisch fühlen, mag bei den Menschen ein unterschiedliches Echo finden. Der Vogelfreund wird sich am Verhalten und den Flugspielen der intelligenten Vögel erfreuen (zu diesem Thema und generell sei das Buch ‚Rabenschwarze Intelligenz. Was wir von Krähen lernen können ’  von Josef Reichholf  empfohlen), andere werden sich durch die Hinterlassenschaften und den krächzenden Gesang der Vögel eher gestört fühlen.

Fakt ist allerdings: Wir werden auf absehbare Zeit mit den Vögeln leben müssen. Gegen eine Vergrämung in besonders sensiblen Bereichen (z. B. auf dem Kirchplatz als Standort des Wochenmarkts, ebenso in Teilen der Wallanlagen) ist auch aus der Sicht des Naturschutzes nichts einzuwenden. Ein „saatkrähenfreies“ Jever dagegen, wie es von manchen gefordert wird, wird es auf Jahre hinaus nicht geben. Vergrämungen werden immer nur punktuell wirksame Ausnahmen sein, weiter gehenden Maßnahmen steht die Rechtslage entgegen: Die Saatkrähe gehört zu den nach EU-Vogelschutzrichtlinie und Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Arten.

Das aber bedeutet, dass wir in Jever die Saatkrähe, auch wenn sie für viele nicht zu den Sympathiearten (wie z. B. Seehund und Kiebitz) gehören mag, vorerst tolerieren und zumindest zeitweise gewisse Einschränkungen (wie z. B. vermehrten Dreck, mit dem es dann nach Ende der Brutsaison wieder vorbei ist) hinnehmen müssen.

Allenfalls langfristig scheint eine gelenkte Reduzierung des Bestandes in der Stadt möglich. Hier gibt ausgerechnet das Beiblatt zu einer jüngst initiierten Unterschriftenaktion  gegen die Krähen in der Stadt  den entscheidenden Hinweis. Dort heißt es nämlich sinn gemäß: „Saatkrähen gehören in die freie Flur, dort haben sie mehr Nistmöglichkeiten“. In der Tat ist die Saatkrähe in Mitteleuropa ursprünglich ein Vogel der Feldflur, wo sie in kleinen Gehölzen nistet(e). Hier allerdings wurde sie durch den Menschen vielfach verfolgt, so dass die Besiedlung der Städte auch als eine Fluchtbewegung vor dieser Verfolgung verstanden werden kann. Und leider hält diese Verfolgung bis heute an. Neuansiedlungen von Saatkrähenkolonien in den letzten Jahren östlich von Waddewarden, in der Nähe von Mederns, bei Schurfens oder auch am Stadtrand von Jever (Gehölz am Rande des Sportzentrums), um nur einige Beispiele zu nennen, wurden gnadenlos unterbunden. Wo aber sollen die Vögel brüten, wenn nicht an solchen Stellen, wo sie den Menschen kaum stören?

Erst wenn die Saatkrähen in ihrem ursprünglichen Lebensraum toleriert werden, könnte man daran denken, die Kolonien in der Stadt an kritischen Punkten langsam „zurückzufahren“. Denn Ausnahmemöglichkeiten zur Bestandslenkung lässt § 45 Abs. 7 des Bundesnaturschutzgesetzes aus zwingenden Gründen durchaus zu, wenn sich der Erhaltungszustand der Populationen einer Art nicht verschlechtert. Das heißt konkret: Ansiedlungen im Umland (etwa am Stadtrand) können – flankiert von verantwortungsvoll eingesetzten Vergrämungs-maßnahmen im Innenstadtbereich – zur Lösung des Problems in Jever beitragen. Um diese Ansiedlungen außerhalb der Stadt zu tolerieren, dazu bedarf es aber offenbar bei vielen noch eines erheblichen Umdenkens. Eine von der Sache her absolut nicht haltbare „Verteufelung“ der Saatkrähen als Singvogelmörder und Bedrohung der Menschen ist da auf jeden Fall der falsche Weg.

 

Positionspapier der WAU zum Thema ‚Saatkrähen in Jever’
(Vorlage zur Sitzung des Runden Tisches Naturschutz am 8. 8. 2013)

 

Die öffentliche Diskussion um die Saatkrähen in Jever hat im Jahr 2013 eine bisher nicht erreichte Dimension und Schärfe angenommen. Auch wenn die Zahl der im Stadtgebiet brütenden Saatkrähen gegenüber den Vorjahren (2010 – 2012) nicht zu-, sondern sogar leicht abgenommen hat,  verschaffte sich der Unmut von Bürgern über die Vögel 2013 im Vergleich zu früheren Jahren besonders  wirksam Gehör.
In einer Vielzahl von Leserbriefen, Interviews wie auch in redaktionellen Beiträgen in der lokalen Presse, im Internet und bei anderen Gelegenheiten wurde und wird die Forderung erhoben, der Besiedlung der Stadt durch Saatkrähen Einhalt zu gebieten.
Demgegenüber stehen Äußerungen von Naturschutzverbänden und Einzelpersonen, die an Natur- und Tierschutzgesetze erinnern und zu einem anderen Umgang mit den zweifellos gegebenen Problemen (wie z. B. Verschmutzungen und Lärmbelästigungen) und zu einer gewissen Tolerierung der Saatkrähen auffordern.


Um in dieser Situation Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren, wurde für den 8. August 2013 eine Sitzung des Runden Tisches Naturschutz einberufen.
In Vorbereitung dazu stellt die WAU ihre Position zu dem Thema in folgenden Punkten dar:

1. Die WAU begrüßt ausdrücklich die Aussage des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz, dass Maßnahmen wie z. B.  die Entfernung von Nestern während der Brutzeit (solange noch keine Jungvögel geschlüpft sind) in Zukunft zu unterlassen sind. 

Solche Maßnahmen waren 2013 vom Landkreis als Unterer Naturschutzbehörde genehmigt und von der Stadt Jever durchgeführt worden (Entfernung von ca. 100 Nestern mit Eiern in den Wallanlagen).

Das hatte zu erheblichen Irritationen u. a. bei Natur- und Tierschützern geführt. Verschiedene Verbände wie der NABU, aber auch die WAU (Mailanfragen an das MU vom 30.4. und 8.5.13) hatten sich in dieser Angelegenheit  an das Ministerium gewandt und in gleichlautenden Antwortschreiben die eben zitierte Auskunft erhalten.

Damit ist eine klare Linie vorgegeben: Eingriffe in die bestehenden Kolonien dürfen nach Beginn der Eiablage nicht mehr erfolgen.

2. Grundsätzlich sind Eingriffe wie die Entfernung von Nestern von besonders geschützten Arten (wie der Saatkrähe) und Störmaßnahmen zur Vergrämung auch außerhalb der Brutzeit untersagt. Von diesem Verbot können allerdings in begründeten Fällen durch die Untere Naturschutzbehörde Ausnahmegenehmigungen ausgesprochen werden.

Solche Ausnahmegenehmigungen wurden in der Vergangenheit mehrfach erteilt und entsprechende Vergrämungsaktionen durchgeführt (u.a. Anbringen von Klatschen zur akustischen Vergrämung; Entfernung von Nestern vor Beginn der Brut; Einkürzen von Ästen, in Einzelfällen auch Entfernung von Bäumen). 

Die WAU hat gegen solche begründeten und genehmigten Vergrämungen außerhalb der Brutzeit bisher keine Einwände vorgebracht und wird auch in Zukunft bei dieser Linie bleiben.

Als Beispiel möge der Kirchplatz in Jever dienen. Dass an diesem Ort, an dem zweimal in der Woche ein Markt stattfindet, auch aus hygienischen Gründen keine Ansiedlung von Saatkrähen erfolgen sollte, versteht sich von selbst; entsprechende Vergrämungsaktionen an solchen Stellen werden daher von der WAU mitgetragen.

Gleiches gilt für weitere „sensible“ Bereiche wie z. B. die Umgebung des Krankenhauses Sanderbusch, die Bäume an Kinderspielplätzen oder vor Lebensmittelgeschäften.

Wieweit man die Bereiche, für die Ausnahmegenehmigungen für Vergrämungsmaßnahmen

erteilt werden, im Einzelnen fasst, dürfte dabei allerdings in vielen Fällen zu diskutieren sein, so etwa die Frage, ob man die Wallanlagen in Jever generell saatkrähenfrei halten will.

3. Die WAU begrüßt ausdrücklich die Absicht, in den Koloniestandort „Schlosspark Jever “  nicht durch Vergrämungsmaßnahmen einzugreifen (vgl. Aussagen der Unteren Naturschutzbehörde, wiedergegeben u. a. im Jeverschen Wochenblatt vom 25.4.13). Abgesehen davon, dass eine generelle Ausnahmegenehmigung für solche Maßnahmen im Schlosspark u. E. rechtlich kaum haltbar wäre (Tierschutz hat nach Artikel 20 a GG Verfassungsrang!), muss den Vögeln ein Rückzugsraum offen bleiben, der ihnen mit hohen Bäumen Nistmöglichkeiten bietet.

Dies entspricht auch der Haltung der für den Schlosspark Verantwortlichen. So betont die Leiterin des Schlosses, Frau Prof. Dr. Antje Sander, dass die Saatkrähen inzwischen zum Schlosspark dazu gehören. Und auch der für den Park zuständige Gärtner Thomas Werner macht deutlich, dass er mit den Krähen keinerlei Probleme habe. Ihm gelingt es, die vermehrten Verunreinigungen während der Nistzeit schnell zu beseitigen und so den gepflegten Charakter des Parks zu gewährleisten. Auch versteht er es immer wieder, bei Gesprächen mit Parkbesuchern  Verständnis für die Vögel zu wecken. 

Die WAU  steht dem Schlossteam unter Frau  Prof. Dr. Sander bei dem positiven Einsatz für die Saatkrähen im Park gerne unterstützend zur Seite.

4. Auf der Agenda des Runden Tisches soll auch die Frage einer möglichen „fachgerechten Umsiedlung“  der Saatkrähen stehen.

Eine „aktive“ Umsiedlung ist allerdings nach unserer Ansicht in Jever nicht möglich, da entsprechende Maßnahmen zu teuer und in der Regel ineffektiv sind.

So ist allenfalls die Möglichkeit einer vorsichtigen Lenkung gegeben: An Stellen, wo Nester der  Saatkrähen aus zwingenden Gründen nicht gewünscht sind, sollte verantwortungsbewusst vergrämt werden (siehe Punkt 2). Die Saatkrähen werden sich dann selbst neue Nistplätze suchen (was allerdings auch das Risiko einer Kolonieaufspaltung und mehrerer kleinerer disparater Nistplätze in der Stadt mit sich bringt).

Wenn solche neuen Plätze z. B. am Stadtrand liegen, sollte die Ansiedlung der Krähen hier nicht gestört werden (vgl. auch Punkt 5).

5. Die WAU hat in mehreren Stellungnahmen auf  die in der vogelkundlichen Forschung einhellig vertretene Aussage hingewiesen, dass die Besiedlung der Stadtgebiete durch die Saatkrähen auch zu erklären ist durch den Verfolgungsdruck, den die Art auf dem Lande erfährt. Auch aus dem Landkreis Friesland  sind mehrere Fälle von illegalen Kolonievernichtungen bekannt, selbst von solchen Orten, die relativ weit entfernt von menschlichen Siedlungen sind [Beispiel: Aufgelassene Hofstelle östlich von Waddewarden (an der Sillensteder Straße); 2008 nisteten hier  52 Saatkrähenpaare, die Kolonie wurde dann vor Ende der Brutsaison durch Unbekannte vernichtet!]

Hier gilt es, eine andere Haltung zu erreichen! Saatkrähenkolonien in der „freien Landschaft“ (dazu gehören u. E. auch die Stadtrandgebiete von Jever) sollten nicht nur toleriert, sondern gefördert werden. Je größer die Kolonien außerhalb der Siedlungsbereiche sind, umso weniger stellt sich das Problem in den Innenstädten.

Langfristig könnte man bei einer tragfähigen Brutpopulation im ländlichen Raum dann auch in Erwägung ziehen, Vergrämungsmaßnahmen innerhalb der Stadt auf  weitere Standorte auszudehnen.

6. Wie in einem Teil der eingangs erwähnten Meinungsäußerungen (Leserbriefe etc.) deutlich wird, herrschen im Hinblick auf die Ökologie der Saatkrähen vielfach völlig unzutreffende Annahmen vor (die Saatkrähe als Nesträuber und Vogelmörder !), auch scheinen bei manchen Menschen noch atavistische Ängste mitzuschwingen (die schwarzen Vögel als Gefahr á la Hitchcock) .

Um solchen Irrtümern vorzubeugen und um die Biologie des Krähenvogels besser verständlich zu machen, gilt es Aufklärungsarbeit leisten. Diese kann z. B. in Form von Faltblättern, Hinweistafeln (z. B. im Schlossgarten) oder speziellen Führungen geschehen. Die WAU ist gerne dazu bereit, zu dieser Aufklärungsarbeit ihren Beitrag zu leisten.

Langfristig sind dadurch möglicherweise  auch eine höhere Akzeptanz der Saatkrähen im Stadtgebiet und mehr Gelassenheit im Umgang mit den Vögeln zu erreichen. Es sollte auch immer im Auge behalten werden, dass es sich bei den durch die Saatkrähen verursachten Unannehmlichkeiten um räumlich und zeitlich begrenzte Erscheinungen handelt. Jever bleibt auch mit den Saatkrähen eine lebenswerte Stadt!

 

 

 

Im Rahmen der Umwelt-Aktiv -Veranstaltungen des Landkreises Friesland bietet die WAU an:

Naturkundliche Wattwanderung vom Festland nach Spiekeroog

31. August 2013

 

Teilnehmer:
Aufgrund behördlicher Vorgaben dürfen herzkranke oder gehbehinderte Personen sowie Kinder unter 8 Jahren nicht, Kinder von 8 bis 14 Jahren nur in Begleitung einer erwachsenen Aufsichtsperson teilnehmen.

Winter-Vortragsreihe 2013/2014

Das bewährte Vortragsprogramm der WAU wird im Winterhalbjahr 2013 / 2014 mit folgenden sechs Vorträgen fortgesetzt. Alle Vorträge finden statt im Graf-Anton-Günther-Saal des Rathauses Jever. Beginn  jeweils  20 Uhr. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei.

 

Dienstag, 8. Oktober 2013

Dr. Diedrich Frank (Gebietsbetreuer des Mellumrates für Minsener Oog):

„Minsener Oog –  eine Vogelinsel vor der friesischen Küste“

Ohne menschliche Einwirkung gäbe es vermutlich keine Insel Minsener Oog. Dass sich aus flachen Sandplaten das heutige Eiland entwickelt hat, hängt zusammen mit der Anlage von Strombauwerken, die den starken Sandeintrag in das Jadefahrwasser verhindern sollten, sowie mit späteren Aufspülungsmaßnahmen in den 1970er Jahren.

Entstanden ist so eine von Menschen unbewohnte Insel, die der Vogelwelt ein wichtiges Refugium bietet. Das gilt sowohl für Brutvögel, die hier ihre Jungen großziehen, wie auch in ganz besonderem Maße für Gastvögel, die während der Zugzeit oder als Überwinterer auf der Insel rasten und im umliegenden Wattenmeer ihre Nahrung aufnehmen.

So stellt die „menschengemachte“ Insel im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ein besonderes Kleinod dar. Dieser Schatz vor unserer Haustür soll bei einem Vortrag der WAU im Rahmen der 5. Zugvogeltage vorgestellt werden. Referent ist der Ornithologe Dr. Dietrich Frank, der als Gebietsbetreuer ein exzellenter Kenner der Insel ist.

Dieser Vortrag ist eine Veranstaltung im Rahmen der 5. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (5. 10 bis 13.10.13). Auf weitere Veranstaltungen (auch der WAU) während der Zugvogeltage möchten wir empfehlend hinweisen.

(Infos unter www.zugvogeltage.de)

 

12. November 2013

Dr. Helmut Kruckenberg [TourNatur, Büro für Forschung, Projektmanagement und Beratung Verden (Aller)]:

„Zwerggansschutz in Niedersachsen - über das Vorkommen der seltensten Gans der Nordhalbkugel" (Mit Anmerkungen zur Ökologie der verschiedenen Gänsearten im winterlichen Niedersachsen)

 

10. Dezember 2013

Dr. Ommo Hüppop (Institut für Vogelforschung -Vogelwarte Helgoland):

„Auswirkungen von Windkraftanlagen auf Vögel“

 

14. Januar 2014

Prof. Dr. André Freiwald (Senckenberg Institut Wilhelmshaven):

Tiefseekorallenriffe - Mit Tauchrobotern zu den kühlen Schönheiten

 

18. Februar 2014

Dr. Johannes Ey ( Institut für historische Küstenforschung):

Der frühe Deichbau im Wangerland

 

11. März 2014

Dr. Gerald Millat (Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer): Miesmuschelbänke in Niedersachsen – Entwicklung und Bewirtschaftung

Vor diesem Vortrag wird die Mitgliederversammlung der WAU liegen, zu der noch  gesondert eingeladen wird.

 

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Werner Menke

Ibenweg 7

26441 Jever

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zuletzt aktualisiert:

24.06.2017