Chronik 2014

Dienstag, 9. Dezember 2014

 

Dr. Michael Raupach (Senckenberg-Institut Wilhelmshaven)

 

„Molekulare Taxonomie“ – Artbestimmung mariner Organismen auf molekulargenetischer Grundlage

Pressetext - erstellt am 01.12.2014 von Werner Menke

 
Referent:  Dr. Michael Raupach (Senckenberg-Institut Wilhelmshaven)
 
Thema: „Molekulare Taxonomie“ – Artbestimmung mariner Organismen auf molekulargenetischer Grundlage

 

Dienstag, 09. Dezember 2014, Beginn: 20.00 Uhr, Graf-Anton-Günther-Saal des Rathauses Jever
 
Eine Tierart genau zu bestimmen, scheint nicht unbedingt schwierig zu sein. Die meisten können einen Feldhasen von einem Kaninchen unterscheiden und einem Ornithologen traut man zu, dass er die in Deutschland verbreiteten Vogelarten eindeutig identifizieren kann.
Genau das kann aber ungeheuer kompliziert sein, wenn es um Nichtwirbeltiere geht, wie sie den größten Teil unserer Meerestierwelt ausmachen. Die Bestimmung eines marinen Kleinkrebses z. B. gelingt in der Regel  nur einem Spezialisten, der sich dazu aufwändiger Methoden bedienen muss wie der mikroskopischen Untersuchung bestimmter Körperstrukturen. Und selbst bei bekannten Wirbeltieren wie den Meeresfischen ist eine genaue Artbestimmung der Larvenformen in vielen Fällen kaum möglich.
Abhilfe bei diesem Dilemma können Untersuchungen auf der Ebene des Erbgutes bringen. Durch molekulargenetische Analysen lässt sich eine exakte Artbestimmung sogar dann noch erreichen, wenn man keinen vollständigen Organismus mehr vor sich hat, sondern nur noch Gewebereste. So kann man etwa die Beute eines Raubfisches noch aus Resten artgenau bestimmen, aus denen das Aussehen des erbeuten Tieres nicht  mehr erkennbar ist.
Die im April 2010 am Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung/Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven gegründete Arbeitsgruppe „Molekulare Taxonomie mariner Organismen“ beschäftigt sich genau mit dieser Methode der Artbestimmung. Gegenstand der Untersuchung ist dabei nicht die Tierwelt weit entfernter tropischer Meere oder Tiefseeregionen, sondern die der heimischen Gewässer der Nordsee.
Entscheidende Bedeutung hat die mit molekulargenetischen Untersuchungen mögliche genaue Identifizierung von Arten  zum Beispiel für die Beurteilung der Schutzwürdigkeit eines Gebietes und die Bewertung eines Biotops, zumal sich als Folge von Klimawandel und menschlichen Einflüssen Veränderungen in der Artenzusammensetzung beobachten lassen. Es können weiterhin durch die Art-Bestimmung der Larven und Eier Laichgründe und Laichzeit von Fischen erkannt und Fischereiquoten berechnet werden. Auch in der Lebensmittelkontrolle ist eine genaue Bestimmung der vorliegenden Arten von hoher Bedeutung (Welcher Fisch wurde im Fischfilet verarbeitet?) und dient somit letztlich auch dem Verbraucherschutz.
In dieses spannende Gebiet wird der Vortrag von Dr. Michael Raupach, dem Fachgebietsleiter der Arbeitsgruppe am Senckenberginstitut, einführen. Methoden und Ergebnisse seiner Forschung werden dabei anschaulich vorgestellt.
Interessierte Gäste sind herzlich willkommen, der Eintritt ist kostenlos.
 
Bericht in NWZ am 03.12.14

Pressetext - erstellt am 19.11.2014 von Werner Menke

 

Nisthilfen für Turmfalken und Mauersegler am Turm der Stadtkirche

 

Es sind nur noch wenige Tage, bis die Einrüstung des Kirchturms abgebaut wird. Und da sollte noch schnell der leichte Zugang über das Gerüst genutzt werden, um an diesem markanten Bauwerk im Zentrum der Stadt Nisthilfen für Mauersegler und Turmfalken anzubringen.

Getragen wird diese Aktion von der Evangelischen Kirchengemeinde, der Stadt Jever und der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (WAU).

Auch wenn der Mauersegler nicht zu den Singvögeln gehört und daher mit den Schwalben nicht näher verwandt ist, wird er häufig mit diesen verwechselt. Das zeigt sich auch in der in manchen Regionen verbreiteten Bezeichnung ‚Turmschwalbe’ für diese Vogelart.

Der korrekte und der volkstümliche Name geben einen Hinweis auf Türme und hohe Mauern als die bevorzugten Brutplätze der Segler, die ursprünglich Bewohner von felsigen Berglandschaften waren, dann aber als Kulturfolger die „Kunstfelsen“ menschlicher Siedlungen zu nutzen lernten. Hier legen sie in Hohlräumen wie Mauerspalten oder Dachnischen ihr Nest an.

Da heute bei Neubauten und Hausrenovierungen aus energetischen Gründen großer Wert auf  starke Isolierung und Oberflächenversiegelung gelegt wird, finden sich solche möglichen Nistplätze immer weniger und der typische „Stadtvogel“ Mauersegler leidet daher an akuter Wohnungsnot. 

Dem soll mit der Anbringung von Nistkästen am Kirchturm zumindest ein wenig Abhilfe geschaffen werden. Insgesamt wird Wohnraum für sechs Paare angeboten. Zudem wird ein Nistkasten für Turmfalken angebracht.

Belegen Turmfalken ihre Nistplätze bereits im zeitigen Frühjahr, so ist mit einem Einzug der Mauersegler in ihre Höhlen  frühestens im kommenden Mai zu rechnen, denn erst dann tauchen diese Zugvögel aus ihren afrikanischen Winterquartieren bei uns auf. Sie sind reine Sommervögel, die uns im August schon wieder verlassen.

Für drei Monate aber gehören sie mit ihren reißenden Flügen und schrillen Rufen zum typischen Bild warmer Sommertage.

Eine vergleichbare Aktion wie jetzt am Kirchturm wird von der WAU nach Rücksprache mit der Hausherrin Frau Dr. Sander auch für den Schlossturm vorbereitet. Spenden für ein solches Projekt sind herzlich willkommen. Und auch Privatleute können an Ihren Häusern  etwas für den Mauersegler tun. Nisthilfen müssen ihren Platz nicht unbedingt hoch an Türmen finden, rund sechs Meter Höhe reichen schon aus.

 

Bericht in NWZ am 21.11.

Dienstag, 11. November 2014

 

Prof. Dr. Heribert Cypionka  (Uni Oldenburg , Institut für Chemie u. Biologie des Meeres):

 

Mikrobiologie des Meeresbodens

 

Pressetext - erstellt am 31.10.2014 durch Werner Menke

Referent:  Prof. Dr. Heribert Cypionka  (Uni Oldenburg , Institut für Chemie u. Biologie des Meeres ICBM):
Thema: Mikrobiologie des Meeresbodens
Dienstag, 11. November 2014  , Beginn: 20 Uhr,  Graf-Anton-Günther-Saal des Rathauses Jever
Das Wattenmeer wird gelegentlich als ein „Lebensraum auf den zweiten Blick“ charakterisiert. Wirken die Wattflächen bei Niedrigwasser auf den oberflächlichen Betrachter auf ersten Blick eher eintönig und öde, so erschließen sie sich dem, der genauer hinsieht als ein Naturraum voller Leben.  Pflanzen (Seegräser, Algen) und Tiere (Krebse, Würmer, Schnecken und Muscheln) treten in hoher Individuenzahl auf und machen das Wattenmeer zu einem der nahrungsreichsten Biotope, der nicht zuletzt für das Sattwerden einer großen Zahl von Zugvögeln sorgt.
Selbst dem genauesten Blick bleibt allerdings der weitaus größte Teil des Lebens im und auf dem Watt-Boden verborgen, handelt es sich doch um mikroskopisch kleine Bakterien und Einzeller. Die Bedeutung dieser Mikroorganismen für das Ökosystem Wattenmeer ist jedoch außerordentlich hoch, sorgen doch z. B. die Bakterien für den Abbau toten organischen Materials und stellen damit die Nährstoffe dem Nahrungskreislauf wieder  zur Verfügung.
In diese Welt der Mikroorganismen wird der Vortrag von Prof. Dr. Heribert Cypionka vom
Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg einen Einblick geben. Der Wissenschaftler, der sich u.a. als Verfasser des Lehrbuches ‚Grundlagen der Mikrobiologie’ einen Namen gemacht hat, versteht es, dem Zuhörer auch komplizierte Sachverhalte anschaulich deutlich zu machen. So gibt es auf seiner Internetseite ‚Mikrobiologischer Garten’ (www.mikrobiologischer-garten.net), ; die quasi ein Botanischer bzw. Zoologischer Garten in Miniatur ist, sogar ein Bakterienquiz für Kinder.
Ein Teil der während des Vortrags gezeigten Mikroaufnahmen wird in 3 D Technik präsentiert, die entsprechenden Brillen sind vorhanden. So bekommen die Besucher des Vortrags ein faszinierendes Bild der uns weitgehend unbekannten Mikrowelt.

 

Bericht in NORDWEST ZEITUNG am 03.11., in JEVERSCHES WOCHENBLATT am 04.11.

(c) V.K.Prueter Exkursion 10/14 Brücke bietet weiten Überblick

Pressebericht - erstellt am 29.10. 2014 durch Volker K. Prüter

 

Im Rahmen der „Umwelt aktiv“-Wochen des Landkreises Friesland für Oktober führte die Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz e. V. Jever (WAU) unlängst die zweite Exkursion zur Vogelwelt am „Wangermeer“, einem ca. 100 ha großen künstlichen Marschensee bei Hohenkirchen, durch. Auf dieser Herbstexkursion sollten den Teilnehmern Vogelarten gezeigt und Informationen über sie vermittelt werden, die im Frühjahr nicht unbedingt vorkommen. Der Leiter der Exkursion, Volker K. Prüter (Hohenkirchen), konnte eine ganze Reihe Hobbyornithologen und Vogelinteressierte am Treffpunkt begrüßen. Nach einer kurzen Erläuterung des Exkursionsablaufes sowie einer Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden der WAU, Werner Menke, begab sich die Gruppe von 15 Personen zunächst auf das erhöht liegende Gelände des Fußball-Golf-Platzes, von wo ein guter Blick über den östlichen Bereich des Wangermeeres möglich ist. Schon beim Blick durch die Ferngläser konnten Grau-, Bläss- und Höckergans gesichtet werden. Die letztere Art ist eigentlich eine Hausgans-rasse und nur bedingt flugfähig. Dieses Individuum hingegen ist topfit und pendelt mit anderen Gänsen auch an andere Gewässer im Wangerland.

Den Teilnehmern fielen im Bereich der Insel zwei weiße Vögel auf, die sich bei näherer Betrachtung duch die privat gestellten Spektive als Silberreiher herausstellten. Diese Art erscheint zum Ende der Brutzeit ab Juli häufiger in unseren Regionen, da sie zu ausgedehnten Wanderungen neigt. Wahrscheinlich stammen die Vögel aus den Niederlanden, wo die Art seit 1992 Brutvogel ist. Für Deutschland gibt es laut Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) den ersten sicheren Brutnachweis aus dem Jahr 2012 in Mecklenburg-Vorpommern.

Einem Teilnehmer fielen weitere zwei weiße Vögel auf, die in ganz typischer Weise ihre Nahrung im Flachwasser suchten. Es waren Löffler und für die Ornis der Gruppe ein Highlight. Normalerweise sind Löffler Ende Oktober kaum noch in unseren norddeutschen Regionen zu finden, denn die Art gehört mit zu den Zugvögeln und überwintert im Süden der Iberischen Halbinsel bzw. an den Küsten Mauretaniens (Westafrika).

In Fahrgemeinschaften ging es zur so genannten Flachwasserzone im Nordosten des Sees. Wie Prüter ausführte lässt sich von Flachwasser aus der Sicht der Vögel eigentlich nicht sprechen, da dort eine Wassertiefe von 0,5 bis 1,5 Meter herrscht. Keine Limikolenart (Watvögel), für die die Zone ursprünglich gedacht war, habe die entsprechend langen Beine. Nur Schreitvögel wie Reiher und Löffler können einen Teil zur Nahrungssuche nutzen.

Neben den sehr zahlreichen Blässhühnern und vielen Möwen, die im Süßwasser des Wangermeeres ihr Gefieder vom Salz befreien, konnten als Besonderheiten unter anderen viele Pfeif- und Löffelenten sowie ein Schwarzschwan – ganz sicher ein Gefangenschaftsflüchtling, denn die Art ist in Australien beheimatet – beobachtet werden. Auch den wegen einer Verletzung zur lebenslangen Verbannung am Wangermeer verdammten Zwergschwan konnte die Grupped beobachten. Er hält sich seit März 2013 hier auf.

Zum Abschluss der Exkursion begaben sich alle auf die Promenaden-Brücke. Von diesem erhöhten Bereich aus ließen sich auf den im Norden an das Wangermeer angrenzenden Wiesen die in ihrem Bestand stark gefährdeten Kiebitze sowie weitere Grau- und Blässgänse entdecken. Im Norden war bei exellenter Fernsicht der Ort Wangerooge mit dem Alten Leuchtturm zu sehen. Nach gut zwei Stunden konnten die Teilnehmer auf rund 25 beobachtete Vogelarten zurückblicken.

Dies zeigt, welche Anziehungskraft das Wangermeer, als größeres Süßgewässer nicht weit vom Weltnaturerbe Wattenmeer gelegen, auf eine ganze Reihe von Vogelarten ausübt. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest der Nordosten des Gewässers von touristischer Nutzung weitestgehend verschont bleibt. Der erstellte Nord-Wanderweg zeigte schon im Mai eine negative Folge: Ein Höckerschwan-Paar verließ sein Gelege ersatzlos.

 

Bericht in JEVERSCHES WOCHENBLATT, NORDWEST ZEITUNG am 01.11.

Vogelleben am Wangermeer –
ein künstlicher Marschensee als Lebensraum für die Vogelwelt

Samstag, 25. Oktober 2014, 14.30 Uhr
Dauer: ca. 2-3 Stunden

Treffpunkt: Parkplatz am Rathaus Hohenkirchen

Leitung: Volker K. Prüter (WAU)

Festes Schuhwerk (bei Nässe ggf. Gummistiefel) empfehlenswert. Wenn möglich, eigenes Fernglas oder Spektiv mitbringen.

Die Teilnahme ist kostenfrei (Spenden für die Vereinsarbeit werden dankbar angenommen).

Näheres siehe unten

 

Pressetext - erstellt am 19.10.2014 durch Werner Menke

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die vielfältigen Aktivitäten der 6. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, zu denen auch die WAU mit mehreren Veranstaltungen beigetragen hat, gehen gerade zu Ende, da bietet die WAU schon wieder eine vogelkundliche Exkursion an.

Im Folgenden übersende ich Ihnen dazu Einzelheiten sowie eine inhaltliche „Vorschau“ mit der Bitte um Veröffentlichung:

 

Vogelleben am Wangermeer – ein künstlicher Marschensee als Lebensraum für die Vogelwelt

 

Samstag, 25. Oktober 2014, 14.30 Uhr Dauer: ca. 2-3 Stunden

 

Treffpunkt: Parkplatz am Rathaus Hohenkirchen

Leitung: Volker K. Prüter

 

Festes Schuhwerk (bei Nässe ggf. Gummistiefel) empfehlenswert. Wenn möglich, eigenes Fernglas oder Spektiv mitbringen.

 

Die Teilnahme ist kostenfrei (Spenden für die Vereinsarbeit werden dankbar angenommen).

 

Durch Kleientnahme für den Deichbau und anschließende weitere Vertiefung ist in jüngster Zeit in unmittelbarer Nähe zu Hohenkirchen ein ca. 100 ha großer See entstanden, das Wangermeer. Nach der Planung der Gemeinde Wangerland soll dieser See in erster Linie als Freizeitgewässer genutzt werden. Daneben entwickelt er sich aber auch zu einem bedeutenden Lebensraum für die Tier-, insbesondere für die Vogelwelt.

Für verschiedene Arten, z. B. für die nordosteuropäische Pfeifente und für den Zwergsäger, dient er als winterlicher Rastplatz, für andere wie Haubentaucher,  Höckerschwan und Blesshuhn zudem auch als Nistort.

In die Vielfalt der Vogelwelt diese künstlichen Gewässers und seiner Uferregion führt eine Exkursion der WAU ein, die von Volker K. Prüter geleitet wird. Dieser erfasst bei regelmäßigen Zählungen die Rast- und Brutvögel im Bereich des Wangermeeres und ist von daher bestens mit dem Gebiet vertraut.

 

Bericht in NORDWEST ZEITUNG am 21.10.

Datum: Freitag, 17. Oktober 2014

Titel:   Treffpunkt Sonnenaufgang im Wattenmeer

Schiffstörn mit der Wangerländer Seetouristik

Mit der MS „Jens Albrecht“ den Gänsen auf der Spur

Veranstalter: Nationalpark-Haus Wangerland

Wangerländer Seetouristik

Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (WAU e.V.)

Zeit: 07:00 Uhr (Abfahrt, Leinen los.)

Treffpunkt / Ort: Start am Außenhafen Hooksiel, Liegeplatz der MS „Jens Albrecht“

Dauer: ca. 4 Stunden

Kosten: Erwachsene 16,- €,  Kinder  (4 bis 14 Jahre): 10,- €  (inkl. Frühstück an Bord)

Zielgruppe: vogelbegeisterte Frühaufsteher und Nordseeliebhaber

Besonderheiten: Anmeldung bis zum 15.10.14 im Nationalpark-Haus Wangerland unter 04426-904700 oder per Email an nationalparkhaus@wangerland.de. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung und erwerben die Tickets am Veranstaltungstag an Bord der MS „Jens Albrecht“. Bitte eigene Ferngläser mitbringen; ein paar haben wir auch an Bord.

An- und Abfahrzeiten können sich tidebedingt ändern! Änderungen aufgrund von Wind und Wetter vorbehalten.

Kurztext: Die meisten wilden Gänse brüten in den Tundren Nordrusslands und Sibiriens und kommen zum Überwintern zu Tausenden zu uns nach Norddeutschland. Tagsüber finden wir sie auf Feldern und Äckern. Wo bleiben sie nachts? Wir werden mit der MS „Jens Albrecht“ früh morgens in See stechen und bei einem kleinen Frühstück an Bord nach den Gänsen Ausschau halten. In einem Vortrag werden die Gäste eine Menge über den Zug der gefiederten Freunde erfahren. Wir freuen uns auf eine stimmungsvolle und beeindruckende Abenteuer-Schiffstour und hoffen auf einen wunderschönen Sonnenaufgang über der herbstlichen Nordsee. Bitte denken Sie an wetterangepasste Kleidung.

 

Kategorie:

  • Exkursion mit dem Schiff

(C) vkprueter Vortrag von Dr. Michael Exo (stehend re.)

Dienstag, 14. Oktober 2014

 

Dr. Michael Exo  (Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“

                        Wilhelmshaven)

 

Neue Einblicke in die Zugvogelforschung: Mit Kiebitzregenpfeifer & Co von der Arktis nach Westafrika

 

Besonderheiten: Dieser Vortrag ist eine Veranstaltung im Rahmen der 6. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (11. 10 bis 19.10.14). Auf weitere Veranstaltungen (auch der WAU) während der Zugvogeltage weisen wir empfehlend hin (Infos: www.zugvogeltage.de.)

siehe auch unter >Zugvogeltage >Unser Beitrag

Datum: Montag, 13. Oktober 2014

Titel: Zugvögel am Jadebusen - Beobachtung vom Deich

 

Veranstalter:   Nationalpark-Haus Dangast, WAU e.V. Jever (Wissenschaftliche

                        Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz)

 

Zeit:  14.30 - 17.00 Uhr

Treffpunkt: Flügeldeich westlich des Dangaster Hafens

Kosten:   kostenlos (Spende für Vereinsarbeit WAU willkommen)

Zielgruppe:  Interessierte (Kinder, Erwachsene)

Besonderheiten: Innerhalb der 2,5 Stunden können Sie kommen und gehen, wann Sie wollen! Wenn vorhanden, eigenes Fernglas mitbringen. Wind- und ggfls. regendichte Kleidung werden empfohlen.

 

Kurztext:  Die Wattflächen des Jadebusenssind ein wichtiges Nahrungsgebiet für Wasser- und watvögel. Mit auflaufendem Wasser werden die Nahrungsflächen kleiner und die Vogel konzentrieren sich auf den verbleibenden strandnahen Flächenund suchen schließlich ihre Hochwasserrastplätze auf. Diese tideabhängigen Ortswechsel sind vom Flügeldeich westlich des Dangaster Hafens aus gut zu beobachten. An der Deichspitze stehen hier Fachleute der WAU Jever mit Spektiven bereit. Sie helfen bei der Artbestimmung und geben fundierte Auskunft über die Lebensweise, die Verbreitung und das Zugverhalten der zu beobachtenden Vogelarten.

 

Kategorie

  • Beobachtungsstation

Datum: Sonntag, 12. Oktober 2014

Titel: Vogelbeobachtung in den Salzwiesen am Jadebusen

 

Veranstalter:   WAU e.V. Jever (Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für

                        Natur- und  Umweltschutz),  Gemeinde Sande

Zeit: 14:30 Uhr

Treffpunkt / Ort: Start am Salzwiesenlehrsteg “Cäciliengrodenpfad“ (Außengroden)

Parkplatz am Sportplatz Höhe Hermann-Schulz-Str. 34, 26452 Cäciliengroden , für Menschen mit Einschränkungen (Rollstuhl, Rollator, etc.) Fritz-Erler-Str.

Dauer: ca. 2 Stunden 

Kosten: Kostenlos (Spende für Vereinsarbeit WAU willkommen)

Zielgruppe: alle Interessierten

Besonderheiten: Max. 20 Personen, Anmeldung bis zum 10.10.14 im Nationalpark-Haus Minsen unter 04426-904700. Bei Nässe werden Gummistiefel empfohlen.

Die ersten beiden Beobachtungspunkte sind auch für gehbehinderte Menschen zu erreichen.

Kurztext: Der Jadebusen zeichnet sich durch tiefe Vorländer aus, die am Festland nur in Buchten zu finden sind. Der „Cäciliengrodenpfad“ bietet die einmalige Gelegenheit, mitten in so eine Salzwiese zu gelangen: Eine Holzbohlenanlage führt 100 m tief in die Ruhezone des Nationalparks, eine Aussichtsplattform am Ende gewährt beste Übersicht. Auf dieser Exkursion durch das Vorland steht die Bedeutung von Watt und Salzwiese für die Vogelwelt im Mittelpunkt. Vom Deich aus verschaffen wir uns zunächst mit dem Spektiv (Fernrohr) einen Überblick, auf dem Lehrsteg geht es dann um die Lebensweise der Watvögel und ihre Anpassungen an diesen extremen Lebensraum. Kurz vor Hochwasser gehen wir auf dem unbefestigten Weg bis zur Wattkante und beobachten die Vögel, die durch das auflaufende Wasser immer näher an die Salzwiesen getrieben werden.

 

Kategorie

  • Exkursion zu Fuß

     

    Ausrüstung:

    Robustes Schuhwerk, Gummistiefel, Regenkleidung, Fernglas

    Ein unmittelbarer Einblick in das (Zug-) Vogelleben in der Salzwiese und an der Wattkante

Pressetext - erstellt am 11.10.2014 durch Werner Menke

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

im Folgenden übersende ich Ihnen Einzelheiten zum ersten Vortrag im Rahmen des diesjährigen Winterprogramms der WAU sowie eine inhaltliche „Vorschau“ mit der Bitte um Veröffentlichung:

 

1. Vortrag im Rahmen des Winterprogramms der WAU (Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur und Umweltschutz) (eine Veranstaltung im Rahmen der 6. Zugvogeltage):

 

Referent: Dr. Michael Exo (Institut für Vogelforschung - „Vogelwarte Helgoland“ Wilhelmshaven):

 

Thema: Neue Einblicke in die Zugvogelforschung: Mit Kiebitzregenpfeifer & Co. von der Arktis nach Westafrika

 

Dienstag, 14. Oktober 2014, Beginn: 20 Uhr, Graf-Anton-Günther-Saal des Rathauses Jever

 

Das Wissen über die Reisen der Zugvögel stützte sich bisher im Wesentlichen auf Wiederfunde beringter Individuen. Dadurch erhält man in der Regel aber nur zwei Punkte, nämlich den Beringungs- und Wiederfundort eines Vogels. Seit man in der Lage ist, größere Vogelarten mit einem Sender zu versehen, dessen Signale von Satelliten aufgefangen werden, ist dagegen auch eine mehr oder weniger kontinuierliche Verfolgung des Zugweges einzelner Individuen möglich. Dabei gelangen zum spektakuläre Ergebnisse, so ging 2007 der unglaubliche Weltrekord der Pfuhlschnepfe E7 durch die Presse, die in einem achttägigen Nonstop-Flug sagenhafte 11.600 km über den Pazifik zurücklegte.

Mit Hilfe der Satelliten-Telemetrie untersuchen auch Dr. Michael Exo vom Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven und seine Mitarbeiter den Zugweg der im Nationalpark Wattenmeer rastenden Vögel in ihre afrikanischen Winterquartiere bzw. (auf dem Rückweg im Frühjahr) in ihre arktischen Brutgebiete.

Der Referent wird in seinem Vortrag, der einen spannenden Einblick in die aktuelle Zugvogelforschung verspricht, Untersuchungsmethoden und bisherige Ergebnisse vorstellen.

 

Interessierte Gäste sind herzlich willkommen, der Eintritt ist kostenlos.

 

PS: Wegen des besonderen Anlasses (Eröffnungsvortrag WAU; einzige Zugvogeltage-Veranstaltung in Jever) wird der Bürgermeister der Stadt Jever, Herr Jan-Edo Albers, ein Grußwort sprechen.

 

Bericht in NORDWEST ZEITUNG am 14.10. und 16.10.

Pressetext - erstellt am 06.10.2014 durch Werner Menke

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

im Folgenden  möchte ich auf eine Veranstaltung der WAU aufmerksam machen und um einen entsprechenden redaktionellen Hinweis bitten:

Zugvögel im Wattenmeer – Exkursion zu ausgewählten Hochwasserrastplätzen
Vom 11.10. bis zum 19.10. finden die 6. ‚Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches 
Wattenmmer’ statt. In den Mittelpunkt dieser inzwischen fest etablierten Veranstaltungs-
woche, die sich von Jahr zu Jahr zunehmenden Interesses erfreut,  rückt dabei die 
Bedeutung der Weltnaturerbelandschaft Wattenmeer für den Vogelzug. Eindrucksvoll 
erleben kann man den in unserer Region an der Wangerländischen Küste. Große Scharen 
von Goldregenpfeifern, Brachvögeln, Gänsen und anderen Küstenvögeln lassen sich hier mit 
entsprechender Optik (Ferngläser, Spektive) gut beobachten.
Gelegenheit dazu gibt eine ca. dreistündige Exkursion, die von der Wissenschaftlichen 
Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (WAU) in Zusammenarbeit mit dem 
Nationalparkhaus Wangerland am Samstag, dem 11. Oktober, angeboten wird. 
Treffpunkt ist um 14 Uhr am Nationalparkhaus Wangerland in Minsen; hier werden 
Fahrgemeinschaften gebildet, um dann in  Richtung Deich aufzubrechen. 
Die Teilnahme ist kostenlos (Spenden für die Vereinsarbeit werden dankbar 
entgegengenommen), nach Möglichkeit sollten Ferngläser mitgebracht werden.
Um besser planen zu können, wird um Anmeldung im Nationalparkhaus Wangerland 
(Tel.: 04426-904700; Email: nationalparkhaus@wangerland.de) gebeten.

 

Das Programm der Zugvogeltage enthält darüber hinaus noch viele andere interessante Angebote. Informationen dazu sind auf www.zugvogeltage.de oder (für unsere Region) www.nationalparkhaus-wangerland.de bzw. www.wau-jever.de  abrufbar.

 

Pressetext - erstellt am 05.09.2014 durch Volker K. Prüter

 

Vogel-Wolke am Schilliger Abendhimmel

Formationsflüge der Stare

 

„Ab etwa 20.00 Uhr können wir nicht mehr auf der Terrasse sitzen,“ meinte eine Urlauberin, „und das bei dem herrlichen Wetter.“ Ein anderer Gast äußerte: „Der Film >Die Vögel< ist nichts dagegen.“

Wie kommt es zu solchen Äußerungen? Beide Gäste verbringen die schönste Zeit des Jahres – den Urlaub – im Inselviertel in Schillig (Gemeinde Wangerland). Und dort sind seit fast drei Wochen wirklich die Vögel los, aber keine Rabenvögel wie in Alfred Hitchcocks Film, sondern eine uns bekannte Singvogelart.

Ein anschwellendes Brausen ist zu hören, während sich Volker K. Prüter mit den Urlaubern unterhält. Kurzzeitig wird es etwas dämmriger und der Riesenschwarm von zig Tausenden von Vögeln fliegt über uns hinweg. Dabei kotet die Vogelmasse auch im Flug und das ist der Grund der Klage, nicht mehr auf der Terrasse sitzen zu können.

„Was sind das für Vögel, die da über Schillig in großer Menge fliegen?“ wurde die Mitarbeiterin der Wangerland Touristik schon mehrmals gefragt. „Das sind Stare,“ antwortete sie.

Die Stare, vor allem Jungstare, sammeln sich kurz vor Sonnenuntergang zu oft riesigen Schwärmen, die dann Formationsflüge durchführen. Es wird angenommen, dass dies dem Schutz vor Prädatoren (Fressfeinden) in der Luft dient. Einige Greifvogelarten, z.B. Wanderfalke und Sperber, halten sich oft in der Nähe dieser Schwärme auf, denn hier scheint es Nahrung in Hülle und Fülle zu geben. Doch die Masse an Vögeln verhindert meist die Konzentration auf ein Beuteobjekt.

Bei fast völliger Dunkelheit ist der Spuk vorbei. Dann sind die Stare in ihre Schlafbäume oder in größere Schilfflächen eingefallen, schrecken vorher vielleicht noch mal kurz hoch, doch herrscht dann schnell Flugruhe bis zum nächsten Morgen. Der morgendliche Aufbruch zu den Nahrungsflächen vollzieht sich weniger spektakulär.

Der Star (Sturnus vulgaris) ist in Eurasien der häufigste Vogel aus der Familie der Stare. Durch Einbürgerung auf anderen Kontinenten ist er einer der häufigsten Vögel auf der Erde.

Viele kennen vielleicht noch das Kinderlied >Amsel, Drossel, Fink und Star<, welches darauf hinweist, dass der Star ein Frühlingsbote ist. Dies trifft nur bedingt zu, denn Stare tauchen auch schon mal im Januar/Februar an Futterstellen auf und nehmen dann dankbar reife Äpfel und Fettfutter an. Dies hängt mit dem Zugverhalten der Art zusammen. Die Fachwelt bezeichnet sie als Teilzieher, d.h. je nach geografischer Lage des Brutgebietes zieht die Mehrzahl der mitteleuropäischen Vögel in ihre Winterquartiere im Mittelmeeraum oder im atlantischen Westeuropa. Die „Nordeuropäer“ verlassen ihr Brutgebiet fast vollständig. Stark abhängig ist der Wegzug vom Nahrungsangebot und natürlich dem Wetter.

Die Rückkehr in die Brutgebiete erfolgt ab Mitte Februar.

Stare sind Höhlenbrüter, die nicht sehr wählerisch in der Auswahl des Nistplatzes sind. Baumhöhlen sind natürliche Nistgelegenheiten, Nistkästen mit einer entsprechend großen Fluglochöffnung werden gerne angenommen, doch auch unter Dachziegeln o.ä. wird ein eher unstrukturiertes Nest genaut. Der Star muss nur einen Zugang haben, was durch moderne Bauweise immer schwieriger geworden ist.

Bei dem Anblick einer solch großen Zahl von mehreren Zehntausenden Individuen einer Vogelart könnte man meinen, es gäbe Stare en masse. Doch dem ist leider nicht so. Etwa seit Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts werden in Nordwest- und Nordeuropa starke Bestandsrückgänge verzeichnet, die zum Teil auf den Rückgang von Weideflächen und intensiven Pestizideinsatz zurückgeführt werden, aber wohl auch klimatische Ursachen haben. Der zunehmende Mangel an Nistmöglichkeiten mag auch noch eine Rolle spielen.

 

Bericht in NORDWEST ZEITUNG, WILHELMSHAVENER ZEITUNG am 09.09.2014

Bericht in JEVERSCHES WOCHENBLATT am 11.09.2014

Salzwiesenführungen 2014

 

ab Küstersmatt bei Minsen an zehn Terminen

 

ab Hafen Harlesiel an fünf Terminen

 

ab Hooksiel Campingplatz an fünf Terminen

Pressetext - erstellt 30.08.2014 durch Werner Menke

 

Auffällige Gänsebobachtungen bei Horumersiel

 

„Seit wann gibt es hier so viele Gänse?“ „ Sammeln sich die jetzt schon zum Wegzug?“ Diese und ähnliche Fragen wurden Beobachtern der WAU gestellt, wenn sie bei den letzten Vogelzählungen die Zahl der Gänse im Speicherpolder bei Horumersiel zu erfassen suchten. Deren Individuenzahl lag an vielen Tagen bei rund 600 bis 800 Vögeln, in der letzten Woche hatte sie sich allerdings auf nur noch wenige  Dutzend reduziert.

 

Zum allergrößten Teil handelte es sich dabei um Graugänse. Diese Art, die Stammmutter unserer Hausgans, war als Brutvogel in Niedersachsen zu Anfang des 20. Jahrhunderts so gut wie ausgestorben.  Ab Mitte des Jahrhunderts fanden Wiederansiedlungsversuche statt, so die ersten 1962 am Dümmer.

 

Über die Jahre wurde die Graugans so wieder zu einem heimischen Brutvogel. Vermehrten sich die Bestände zunächst nur recht langsam, so beschleunigte sich diese Entwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich. So wird für 1980 für Niedersachsen ein Brutbestand von rund einhundert Paaren angegeben, 2005 hatte er sich auf ca. 4500 Paare vervielfacht. Im Landkreis Friesland etwa, der im Brutvogelatlas von 1995 noch einen weißen Fleck darstellt, ist die Graugans heute als Brutvogel regelmäßig vertreten, in mehreren Paaren brütet sie z. B. am Speicherpolder Horumersiel, am Hooksmeer, an der Lagune in Schillig und an vielen anderen Gewässern.

 

Da zu den brütenden Vögeln eine recht große Zahl von Nichtbrütern  kommt, die sich z. B. aus den noch nicht geschlechtsreifen vorjährigen Vögeln rekrutieren, kann man inzwischen fast das ganze Jahr über in der Region Graugansschwärme beobachten, deren Kopfzahl z. T. deutlich über 100 liegt.

Waren die mitteleuropäischen Graugänse ursprünglich Zugvögel mit Überwinterungsgebieten im Süden der Iberischen Halbinsel lagen, so bleiben heute viele Vögel auch im Winter bei uns und verlagern nur bei starkem Frost bzw. Schneefall ihren Aufenthalt weiter nach (Süd-) Westen.

 

In größeren Grauganstrupps findet man immer wieder einzelne Vögel, die auffällige weiße Federpartien zeigen und somit an die Hausgans erinnern. Zwei solcher Vögel mit starkem Hausganseinschlag waren auch regelmäßig in dem Trupp am Horumersieler Speicherpolder zu sehen und fielen hier durch ihre weitgehende Weißfärbung schnell auf.

 

Um weitere Besonderheiten festzustellen, lohnt es sich immer, einen größeren Grauganstrupp (am besten mittels eines Fernglases) genauer in den Blick zu nehmen. Da zeigt sich nämlich, dass sich zwischen den vielen Graugänsen oft auch einzelne Vertreter anderer Gänsearten finden. So ließen bzw. lassen sich in Horumersiel auch Nonnengänse, Kanadagänse und Nilgänse sehen und als besonders bemerkenswerte Arten auch je ein Exemplar der Kurzschnabel- und der Höckergans.

 

Die Nonnengans (= Weißwangengans) ist als Wintergast von Oktober bis April / Mai in unserer Region regelmäßig anzutreffen; in großer Zahl überwintern die hochnordischen Vögel z. B. am Jadebusen. Sommerbeobachtungen sind seltener, finden sich aber doch mehr oder weniger regelmäßig, da die Art inzwischen in kleineren Populationen auch in den Niederlanden und in Norddeutschland brütet und auch einzelne Nichtbrüter bei uns übersommern.

 

Die Kanadagans ist, wie der Name schon sagt, bei uns ursprünglich ein aus Nordamerika stammender Fremdling. Ausgehend von in Parks ausgesetzten Vögeln hat sich seit der zweiten Hälfte des 20. Jh. in Mitteleuropa eine stabile Brutpopulation gebildet. Ein Verbreitungsschwerpunkt liegt am Rhein, doch inzwischen ist die Art auch im Nordwesten Deutschlands „angekommen“.  Aus dem Landkreis Friesland sind einige wenige Brutpaare dokumentiert und die Zahl der  Rastvögel zeigt in den letzten Jahren zunehmende Tendenz.

 

Wie die Kanadagans ist auch die Nilgans ein Neozoon, d. h. ein Neubürger in unserer Tierwelt. Auch hier hat sich aus Parkvögeln eine inzwischen beachtlich große Population freilebender Vögel entwickelt; im Landkreis Friesland ist die ursprünglich aus  Afrika stammende Art heute fester Bestandteil der Vogelwelt. Am Speicherpolder Horumersiel hat in diesem Sommer mindestens ein Paar gebrütet. 

 

Bei der Höckergans ist es in Deutschland bisher nicht zu größeren stabilen, freilebenden  Brutpopulationen gekommen. Bei dieser Art handelt es sich um eine in Asien gehaltene Hausgans, die allerdings nicht wie unsere Hausgänse von der Graugans, sondern von der seltenen asiatischen Schwanengans abstammt. Höcker- (bzw. Schwanen-)gänse werden in Mitteleuropa als Parkgeflügel gehalten, so z. B. in Jever an der Schlossgraft und an der Duhmsgraft. Die Vögel an den jeverschen Graften allerdings sind aufgrund ihres Körperbaues und Gewichtes nicht flugfähig. Ganz anders wirkt dagegen das Exemplar, das sich zur Zeit in Horumersiel aufhält und mit seinem langen schlanken Hals auch innerhalb des größeren Gänsetrupps schnell auffällt. Hier handelt es sich offenbar um ein voll flugfähiges wildlebendes Tier.

 

Bleibt als letzte Besonderheit unter den Horumersieler Gänsen die Kurzschnabelgans zu erwähnen. Diese Art brütet in Grönland, Island und auf Spitzbergen. Die Winterquartiere der Spitzbergen-Population liegen vorwiegend in den Niederlanden.  Den Weg dorthin (bzw. von dort zurück in die Brutgebiete) bewältigen die Kurzschnabelgänse zum großen Teil von der Zwischenstation Jütland aus im Direktflug über die Nordsee, daneben nutzen sie die Route über den Küstenraum. Vögel, die an der Küste entlang fliegen, machen gelegentlich über längere Zeit auch Rast  in unseren Marschgebieten; in den letzten Jahren scheint sich hier eine zunehmende Tendenz zu entwickeln. Dass allerdings bei uns im August schon Kurzschnabelgänse erscheinen, ist völlig außergewöhnlich; normalerweise  setzt der Zug erst im Oktober ein. So steht zu vermuten, dass es sich bei dem derzeit in Horumersiel zu sehenden Exemplar möglicherweise auch um einen Parkvogel oder um ein Individuum handelt, das ausnahmsweise in unseren Breiten übersommert hat.

 

Bleibt als Resümee festzuhalten: Unsere Region, in der immer wieder außergewöhnliche Vogelbeobachtungen möglich sind, bietet auch derzeit ein attraktives Beobachtungsziel: Am Speicherpolder Horumersiel sind größere Grauganstrupps zu sehen, unter denen, bei aufmerksamer Durchmusterung  so manche weitere seltene Gänseart zu erkennen ist.

 

Bericht in der NORDWEST ZEITUNG  am 02. September 2014

Bericht in JEVERSCHES WOCHENBLATT am

Vogelbeobachtungen im Wasserwerksgelände Feldhausen und am Pöttkenmeer bei Grafschaft

Freitag, 23. Mai, Zeit: 18.00 Uhr

Treffpunkt: Ehemaliges Kaffehaus Barkel / Fairhandelshaus (Accumer Str./Birkenstraße)

Leitung: Ulrich Appel (WAU)

Pressetext - erstellt am 02.05.2014 durch Werner Menke

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

auch wenn es bis zu dem Termin noch etwas hin ist, übersende ich Ihnen wegen meiner urlaubsbedingten Abwesenheit im Folgenden bereits heute Einzelheiten zu einer Exkursion der WAU im Rahmen des  „Umwelt aktiv“ – Programms des Landkreises sowie eine inhaltliche „Vorschau“ mit der Bitte um Veröffentlichung zum gegebenen Zeitpunkt:

 

Grafschaft: Vogelbeobachtungen im Wasserwerksgelände Feldhausen und am Pöttkenmeer

 

Freitag, 23. Mai, Zeit: 18.00 Uhr

 

Treffpunkt: Ehemaliges Kaffehaus Barkel / Fairhandelshaus (Accumer Str./Birkenstraße)

 

Leitung: Ulrich Appel

 

Als Teil des Landschaftschutzgebietes  Feldhausen - Barkel bietet das Gelände um das Wasserwerk in Feldhausen eine bemerkenswert reich strukturierte Landschaft, die einen vielfältigen Lebensraum für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt darstellt.

Die Führung unter der Leitung des ausgewiesenen Vogelkundlers Ulrich Appel wird vor allem die Vogelwelt des Gebietes vorstellen. So sind in den abwechslungsreichen Gehölzen viele Singvogelarten zu sehen und zu hören und an den durch Sandabbau bzw. Tonabgrabung („Pöttkenmeer“) entstandenen Gewässern nisten Haubentaucher, Blesshühner und verschiedene Entenarten. Mit etwas Glück lässt sich hier auch der Eisvogel beim Fischfang beobachten.

Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei (Spenden für die Vereinsarbeit werden gerne entgegengenommen); Ferngläser sind nach Möglichkeit mitzubringen.

(c) V.K.Prueter Exkursion 04/14 Spektive als wichtigste optische Hilfsmittel

Vogelleben am Wangermeer –
ein künstlicher Marschensee als Lebensraum für die Vogelwelt

Samstag, 5. April 2014, 14.30 Uhr
Dauer: ca. 2-3 Stunden

Treffpunkt: Parkplatz am Rathaus Hohenkirchen

Leitung: Volker K. Prüter (WAU)

 

Durch Kleientnahme für den Deichbau und anschließende weitere Vertiefung ist in jüngster Zeit in unmittelbarer Nähe zu Hohenkirchen ein ca. 100 ha großer See entstanden, das Wangermeer. Nach der Planung der Gemeinde Wangerland soll dieser See in erster Linie als Freizeitgewässer genutzt werden. Daneben entwickelt er sich aber auch zu einem bedeutenden Lebensraum für die Tier-, insbesondere für die Vogelwelt.

Für verschiedene Arten, z. B. für die nordosteuropäische Pfeifente und für Zwergsäger, dient er als winterlicher Rastplatz, für andere wie Haubentaucher, Höckerschwan und Blässralle (-huhn) zudem auch als Nistort.

In die Vielfalt der Vogelwelt dieses künstlichen Gewässers und seiner Uferregion führt eine Exkursion der WAU ein, die von Volker K. Prüter geleitet wird. Dieser erfasst bei regelmäßigen Zählungen die Rast- und Brutvögel im Bereich des Wangermeeres und ist von daher bestens mit dem Gebiet vertraut.

 

Pressetext - erstellt am 07.04.2014 durch Volker K. Prüter

 

Im Rahmen der „Umwelt aktiv“-Wochen des Landkreises Friesland für April führte die Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur -und Umweltschutz e. V. Jever (WAU) am vergangenen Samstag eine Exkursion zur Vogelwelt am „Wangermeer“, einem ca. 100 ha großen künstlichen Marschensee bei Hohenkirchen, durch. Der Leiter der Exkursion, Volker K. Prüter (Hohenkirchen), konnte eine ganze Reihe Hobbyornithologen und Vogelinteressierte am Treffpunkt begrüßen. Nach einer kurzen Erläuterung des Exkursionsablaufes begab sich die Gruppe von 16 Personen im „Strandbad“-Bereich auf den dortigen Wanderweg, um von dessen östlichen Abschnitt einen Blick über das als Freizeitsee geplante Gewässer zu werfen. Dabei ließen sich mit dem Fernglas u. a. balzende Haubentaucher, ein recht häufiger Brutvogel am See, beobachten. Die privat mitgebrachten Spektive brachten auch die weiter entfernt sich aufhaltenden Vogelarten nahe. Als eher selten in der Marschenlandschaft vorkommende Arten konnten mehrere Rot- und Schwarzhalstaucher entdeckt werden.

Weiter ging es auf das Gelände der geplanten Segelschule im Nordosten der Halbinsel Helmstede. Der dort einmal vorhandene Damm wurde ebenso zurückgebaut wie der West-Ost-Damm von der Insel zum Ufer an der Grimmenser Straße, wie Prüter erklärte. Leider seien durch den Dammrückbau auch die Rastmöglichkeiten der Vögel verringert worden. Angeregt hatte die WAU jeweils den Erhalt einer kleinen Insel, was für störungsempfindliche Arten hervorragend gewesen wäre. Trotz der gerade beendeten Baggerarbeiten am letzten Damm hielten sich eine ganze Reihe Wasservogelarten dort auf, darunter die auf der Roten Liste als gefährdet eingestufte Krickente.

Auch den wegen einer Verletzung zur lebenslangen Verbannung am Wangermeer verdammten Zwergschwan konnten die Teilnehmer beobachten. Er hält sich seit März 2013 hier auf.

In Fahrgemeinschaften ging es zum Abschluss zur so genannten Flachwasserzone im Nordosten des Sees. Wie Prüter ausführte lässt sich von Flachwasser nach bewusster Erhöhung des Wasserspiegels zum Uferschutz nicht mehr sprechen. Keine Limikolenart (Watvögel), für die die Zone ursprünglich gedacht war, habe die entsprechend lange Beine. Nur Schreitvögel wie Graureiher und Löffler – ein eher seltener Gast von der Insel Mellum – können einen Teil zur Nahrungssuche nutzen.

Auf Nachfrage durch die Teilnehmer, veranlasst durch am Nordufer stehende Fluchtstangen, erläuterte Prüter, der von Herbert Schimmack (Hohenkirchen) tatkräftig unterstützt wurde, dass am 01. April mit dem Bau des Nordweges begonnen wurde. Eine Begehung am Tag zuvor durch T. Meuer (Gemeinde), J. Gronewold (Baufirma), W. Menke (Naturschutzbeauftragter des Lk Friesland und 1. Vorsitzender der WAU) sowie ihm selbst habe keine Brutvögel auf der betroffenen Fläche ergeben. Daher die Genehmigung zum Bau während der Brutzeit (01.04. – 15.07.).

Im Nordosten fiel den Exkursionsteilnehmern die große Zahl von Löffelenten (über 100) sowie Möwen auf. Erstere ziehen noch weiter, letztere kommen zur Gefiederwäsche zum See. Außerdem konnten die vom Aussterben bedrohten Uferschnepfen sowie Kiebitze und Rotschenkel entdeckt werden. Nach knapp drei Stunden fassten die Teilnehmer die beobachteten Arten zusammen: 4 Gänse-, 8 Enten-, 3 Taucher-, 4 Limikolen-, 4 Möwenarten sowie weitere 16 Vogelarten.

Dies zeigt, welche Anziehungskraft das Wangermeer auf zahlreiche Vogelarten ausübt. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest der Nordosten des Gewässers von der touristischen Nutzung verschont bleibt.

 

Bericht in der NORDWEST ZEITUNG am 10.04.2014

Bericht in JEVERSCHES WOCHENBLATT am 24.04.2014

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zuletzt aktualisiert:

23.10.2017