Chronik 2016

(C)V.K.Prueter/ Th. Krüger (li.)

In einem eindrucksvollen Vortrag zeigte Th. Krüger die radikalen Veränderungen der Landschaften Niedersachsens durch die Kultivierung auf. Innerhalb von 200 Jahren nahmen Moore und Heiden, ursprünglich weit verbreitet, um über 96% ab. Damit einher ging auch die Veränderung in der Vogelwelt, die am Beispiel von Bekassine, Birkhuhn, Ufer- schnepfe u.a. verdeutlicht wurde. Die Probleme vieler weniger bekannten und kleineren Arten gehen oft unter.

Ursachen für Bestandsrückgänge bis hin zum Aussterben gibt es eine ganze Reihe (s. Abb.). Ganz wesentlich trägt die Intensivst-Landwirtschaft dazu bei.

Gewinner gibt es nur wenige, weil sie unter strengen Schutz gestellt wurden, z.B. Kranich, Seeadler, Uhu. Ganz wenige Arten haben sich ohne Schutz-maßnahmen gut vermehrt, z.B. das Blaukehlchen.

Pressetext - erstellt am 05.12.2016 von W. Menke

 

Die Vogelwelt des nordwestdeutschen Tieflandes im Wandel der Zeit

 

Dienstag, 13. Dezember 2016

 

Referent: Thorsten Krüger, Dipl.-Biologe, NLWKN

 

„Früher hat es doch viel mehr Spatzen gegeben als heute“, hört man gelegentlich in Gesprächen oder auch: „Kormorane, die gab’s hier früher überhaupt nicht; heute sieht man sie an jedem Tief.“

Derartige Aussagen drücken eine Erfahrung aus, die fast jeder macht oder zu machen glaubt, der länger an einem Ort lebt und seine Umwelt mit wachem Auge wahrnimmt:  Im Lauf der Zeit ändern sich die Artenzusammensetzung und die Häufigkeitsverteilung in der heimischen Tier- und Pflanzenwelt.

Vielfach spiegeln solche oft recht vagen Aussagen aber nur einen allgemeinen Eindruck wider und tragen wenig zu einer fundierten Beschreibung von Bestandsveränderungen in der Vogelwelt bei.

Eine solche kann aber geleistet werden, wenn man die vielen Datensätze auswertet, die von (oft ehrenamtlichen) Zählern an die  Staatliche Vogelschutzwarte geliefert werden. Betrachtet man darüber hinaus die ornithologische Literatur aus früheren Zeiten, dann lässt sich sogar die Entwicklung für einen Zeitraum von mehr als 200 Jahren  ziemlich genau darstellen.

Der Diplombiologe Thorsten Krüger von der Staatlichen Vogelschutzwarte im Niedersächsischen Landesbetrieb für  Wasserwirtschaft, Küsten – und Naturschutz (NLWKN) wird in seinem Vortrag den Wandel in der Vogelwelt des nordwestdeutschen Tieflandes für den Zeitraum von 1800 bis heute betrachten. Er wird dabei „Verlierer“  wie z. B. Bekassine, Rohrdommel und Birkhuhn, die in vielen Landesteilen heute als ausgestorben gelten, ebenso vorstellen wie auch „Gewinner“ wie Löffler, Kranich, Wanderfalke und Uhu – also Arten, die bei uns schon fast ausgestorben waren, heute aber sehr positive Bestandstrends zeigen.

Der Referent, der zu den profiliertesten Ornithologen der Region zählt, wird auch mögliche Gründe für die unterschiedlichen Entwicklungen aufzeigen.

Die WAU lädt alle Interessierten zu diesem Vortrag ein, der ein spannendes Thema in sachlich fundierter Form anschaulich vorstellen wird.

(C) V.K.Prueter/ Jan Hermann

Referent J. Hermann zeigte den Zuhörern im gut besetzten Saal in eindrucksvollen Bildern die Problematik der Pottwalstran-dungen von Januar - März 2016. Verdeutlicht wurde, dass es nicht nur einen Grund für die Strandungen entlang der Nord- seeküste von GB über NL und D bis nach DK gibt, sondern mehrere Faktoren zusammen kommen. Alle gestrandeten Tiere waren junge Pottwalbullen, deren Lebensraum im ersten Lebensjahrzehnt das Nordmeer ist.

Pressetext - erstellt am 02.11.2016 von W. Menke

 

Giganten auf Irrkurs

Über die Strandungen von Pottwalen an europäischen Küsten

 

Dienstag, 15. November 2016

 

Referent: Jan Herrmann, Tiermediziner; verantwortl. Redakteur der

                Internetseite Cetacea - Wal und Mensch

 

Die Bilder von den Pottwal-Strandungen Anfang des Jahres 2016 an der Nordseeküste sind den meisten noch in lebhafter Erinnerung. Solche Strandungen gab es im Laufe der Zeit immer wieder einmal, aber das Jahr 2016 hat mit insgesamt 31 an deutschen, dänischen, niederländischen, britischen und französischen Küsten verendeten Tieren einen Rekord aufgestellt: Es ist die höchste bekannte Zahl von Pottwalen, die seit Beginn der Aufzeichnungen im 13. Jahrhundert in einem Jahr in der Nordsee umgekommen sind.

Pottwale sind Meeressäuger der Extreme. Sie besitzen das größte Gehirn im Tierreich, können über tausend Meter tief und über eine Stunde lang tauchen und tragen einen gewaltigen Schallapparat in ihrem Kopf. Warum stellt die Nordsee für diese Hochseespezialisten eine tödliche Falle dar?

Der Wittmunder Tierarzt und Walexperte Jan Herrmann wird die Riesen der Meer vorstellen und der Frage nach möglichen Gründen für die Strandungen nachgehen. Er wird die verschiedenen Hypothesen aufzeigen, die bisher dazu vorgebracht worden sind, und erörtern, welche am plausibelsten sind.

Jan Herrmann, der auch bei der Beseitigung der Walkadaver an unserer Küste eingebunden war, wird ebenfalls davon berichten, welche Herausforderungen die Sektion der mehr als fünfzehn Tonnen schweren Zahnwale mit sich bringt und welche Erkenntnisse man dabei gewinnen kann.

Die WAU verspricht sich einen hochinteressanten Vortrag zu einem Thema, das vor wenigen Monaten nicht nur in unserem Küstenraum, sondern überregional für Schlagzeiten sorgte („Pottwale auf Wangerooge gestrandet“).

(C) V.K.Prueter/ P. Südbeck und W. Menke vor Roll-ups zu den 8. Zugvogeltagen

Referent P. Südbeck ver- deutlichte die Probleme "unserer" in Westafrika überwinternden Zugvögel. Habitatzerstörung durch den Menschen mit all ihren Folgen, Klimaveränderung und fortschreitende Wüs- tenbildung haben negative Auswirkungen auf die Bestände.

Pressetext - erstellt am 30.09.2016 von W. Menke

 

Vom Wattenmeer nach Westafrika:

Zugvögel des Wattenmeeres

 

Mittwoch (!), 12. Oktober 2016

 

Referent: Peter Südbeck, Leiter NLPV Nds. Wattenmeer

 

Dieser Vortrag ist eine Veranstaltung im Rahmen der 8. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (08. bis 16. Oktober 2016).

Auf weitere Veranstaltungen - auch der WAU - weisen wir empfehlend hin

Infos: www.zugvogeltage.de

 

Was hat die Nationalparkverwaltung in Gambia oder Mauretanien zu suchen? Sie sucht „unsere“ Zugvögel! Viele Arten überwintern dort nämlich. Mit der Anerkennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe forderte die UNESCO auch, zum Schutz der Zugvögel stärker mit den Ländern auf dem Ostatlantischen Zugweg zusammenzuarbeiten. So wurde die „Wadden Sea Flyway Initiative“ ins Leben gerufen, die sich zunächst auf die Verbesserung der Wat- und Wasservogelzählungen konzentriert und gemeinsam mit den Menschen in Westafrika Wege sucht, den Schutz der Zugvögel weiter zu verbessern. Dazu treffen sich Wattenmeer-Fachleute mit westafrikanischen Fachleuten. Peter Südbeck ist als Leiter des Nationalparks nicht nur damit befasst, die Flyway-Initiative „politisch“ mit Leben zu erfüllen, sondern als Ornithologe auch schon vor Ort gewesen. Er kann also fachkundig von den Chancen und Schwierigkeiten des Zugvogelschutzes in den Ländern berichten, die sich unter völlig anderen Bedingungen als wir um „unsere“ Zugvögel kümmern.

(c) Maria Menke/ Gruppenstopp mit Erklärungen durch W. Menke (heller Hut)

Pressetext - erstellt am 10.06.2016 von W. Menke

 

Gut 25 Teilnehmer waren am Dienstag, dem 7. Juni, der Einladung der WAU zu einer vogelkundlichen Radtour in den Bereich der Clevernser Sietwendung gefolgt. Damit war die Gruppe zur gründlichen Beobachtung fast schon etwas zu groß, denn so mancher Vogel, auf den Werner Menke, der die Führung übernommen hatte, aufmerksam machte, war schon weggeflogen, bevor ihn alle gesehen hatten.

Doch ein Blaukehlchen, das sich auf einen vorjährigen Stoppelhalm gesetzt hatte, bewies Ausdauer. Minutenlang blieb es sitzen und trug seinen Gesang vor. So konnte Werner Menke in aller Ruhe erklären, dass diese Art noch vor 30 Jahren so selten war, dass ihr Bestand als vom Erlöschen bedroht galt. Doch ab den späten 1980er Jahren setzte eine Erholung ein, die sich zunächst langsam, dann aber fast explosiv vollzog, so dass das Blaukehlchen inzwischen nicht mehr als gefährdet gilt. An den mit Schilf bewachsenen Gräben kommt es heute selbst in unmittelbarer Umgebung der Stadt regelmäßig vor.

Konnte man bei dem offen sitzenden Vogel zumindest mit dem Fernglas die namengebende blaue Kehlfärbung gut erkennen, so ließen sich die im selben Lebensraum vorkommenden Rohrsänger fast gar nicht sehen. Im Röhricht an den Halmen sitzend, sind sie meistens gut versteckt. Der Sumpfrohrsänger allerdings verriet sich durch seinen abwechslungsreichen Gesang, in den er als echter „Spötter“  sogar Gesangspartien anderer Vogelarten einflicht.

Kuckuck, Schwarzkehlchen und Rohrammer waren weitere Arten, die beobachtet werden konnten. Besonders groß war die Freude, als sich schließlich noch eine Wachtel hören ließ. Im Gegensatz zu den verwandten Rebhühnern, die in der Clevernser Gemarkung ebenfalls noch brüten, ist dieser kleine Hühnervogel ein Zugvogel, der den Winter in Afrika südlich der Sahara verbringt. Je nach den Bedingungen im Überwinterungsgebiet und auf den Zugstrecken treffen Wachteln zahlreich oder nur zu wenigen in unseren Gebieten ein, so gibt es gute und schlechte „Wachteljahre“. 2016 scheint ein gutes Jahr für diesen Vogel zu werden und so wird man seinen charakteristischen Schlag („Pickwerwick“) vielleicht in diesem Sommer häufiger hören.

Über die westliche Brücke am Mühlentief wurde zum Schluss über eine Stichstraße noch der Kompensationsbereich der Stadt Jever „erfahren“, zu dem Volker Bleck, Umweltbeauftragter der Stadt, einige Erläuterungen gab. Leider wurden Rotschenkel und Uferschnepfe, die noch vor wenigen Jahren auf diesen Feuchtwiesen brüteten, bei dieser Exkursion nicht gesehen.

Bei schönstem Sommerwetter erfreuten sich die Teilnehmer an der ruhigen Abendstimmung und genossen den weiten Blick in die offene Landschaft der ehemaligen Harlebucht. Viele wünschten sich, dass dieser Landschaftscharakter erhalten bleibt und der Blick auch in Zukunft hier nicht durch derzeit in Vorplanung befindliche Windkraftanlagen verstellt wird.

Pressetext - erstellt am 06.06.2016 von W. Menke

 

Lars Bergmann fotografierte den beringten Löffler am 30.05.2016 an der Küste im Lahnungsbereich vor Crildumersiel-Horumersiel. Auch wenn nur ein Bein mit Metall- und Farbring sichtbar ist (und damit die Farbringe am rechten Bein nicht erkennbar sind) ist der Vogel mit der Markierung AV auf dem Farbring gut zu identifizieren, denn es handelt sich um einen „alten Bekannten“, der von verschiedenen Beobachtern der WAU hier schon seit 2011 in jedem Sommer beobachtet wurde. Zugzeitfeststellungen anderer Beobachter liegen zudem von der iberischen Halbinsel vor.

Laut Aussage der niederländischen Löfflergruppe wurde der Vogel am 14.06.2005 als Nestling auf Terschelling beringt, ist also inzwischen elf Jahre alt. Er brütet allem Anschein nach seit Jahren auf Mellum, wo die über lange Jahre in Deutschland ausgestorbene Art seit 1996 als Brutvogel begegnet. Inzwischen ist der Bestand dort stark angewachsen.

Daher sieht man Löffler auch an der Festlandsküste inzwischen im Sommer regelmäßig.

In den Brutkolonien auf Mellum werden in jedem Jahr Jungvögel von Mitarbeitern der Vogelwarte Helgoland beringt. Die WAU unterstützte 2015 in Zusammenarbeit mit der Naturschutzstiftung Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund diese Arbeiten mit der Anschaffung neuer Beringungssets.

Wer beringte Löffler sieht, sollte versuchen, die Farbringkombinationen an beiden Beinen zu erkennen und festzuhalten. Entsprechende Meldungen können dann an die WAU oder direkt an das Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven gemacht werden.

Pressetext - erstellt am 06.04.2016 durch W. Menke

 

Zu den besonderen Anziehungspunkten des Schlossparks gehört der Eingang zum Fräulein-Marien-Gang. Seinen Namen hat dieser stollenartige Gang nach der Sage, dass Fräulein Maria im Februar 1575 nicht gestorben, sondern durch diesen (oder einen anderen) unterirdischen Tunnel das Schloss verlassen hat, um zu späteren Zeiten zu ihren Untertanen zurückzukehren.

In vielfach ausgeschmückter Weise wird diese Geschichte auch heute noch bei Führungen erzählt. Sie hat  mit der ursprünglichen Funktion des Stollens allerdings wenig zu tun. Der diente nämlich nicht als geheimer Fluchtgang, sondern erfüllte eine Verbindungsfunktion zwischen den beiden früher  vorhandenen Wassergräben, die das Schloss umgaben. Während der innere, an den heute nur noch eine muldenartige Vertiefung  in manchen Sockelbereichen des Gebäudes erinnert,  gegen Ende des 18. Jahrhunderts zugeschüttet wurde, hat man den äußeren, dessen Breite ursprünglich bis an den heutigen Stolleneingang reichte,  bei der Anlage des Schlossparkes in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf die  Maße der heutigen Graft verengt.

Im Rahmen der 2007 und 2008 durchgeführten Maßnahmen zur Schlossparksanierung wurde auch der Eingangsbereich des Stollens wieder deutlich sichtbar gemacht. Der Zutritt aber wird durch eine Gittertür versperrt, die ungebetene Besucher fernhält. Für Fledermäuse allerdings bieten die Gitterzwischenräume genügend Platz, um in den Gang ein- und auszufliegen. Dessen Innenraum hat sich inzwischen zu einem Winterquartier für einige heimische Arten entwickelt. Bei der von Bernd Pannbacker, dem Fledermausbeauftragten des Landkreises Friesland, und seinem Team durchgeführten jährlichen  Kontrolle wurden Anfang Februar 2016 eine Wasserfledermaus und zwölf Fransenfledermäuse als Überwinterer festgestellt, im Februar 2014 hatte man als bisherigen Rekord sogar schon 35 Tiere gezählt.

Der innere Bereich des  Ganges bietet Bedingungen, wie sie von diesen Arten für die Überwinterung bevorzugt werden: eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit und frostfreie Temperaturen zwischen + 3° und + 8° C.

Und genau diese Bedingungen scheinen auch einer völlig anderen Tierart optimale Voraussetzungen für die Überwinterung zu bieten, der Gefleckten Weinbergschnecke (Cornu aspersum) nämlich, einem Neubürger in unseren Breiten. Diese markant gezeichnete, etwas kleinere Verwandte der allgemein bekannten Weinbergschnecke (Helix pomatia) hat ihre ursprüngliche Heimat im Mittelmeer-Raum und an der westeuropäischen atlantischen Küste, also in Gebieten mit milderen Wintern. Durch Verfrachtung mit Gemüse- und anderen Kulturpflanzen, in deren Erdballen z. B. Schneckeneier mittransportiert werden können, hat sich das Vorkommen aber deutlich ausgedehnt; dazu beigetragen hat außerdem wohl auch bewusstes Aussetzen ausgewachsener Individuen, die ähnlich wie die Weinbergschnecke in Schneckenfarmen für den menschlichen Genuss gezüchtet werden.

So wurde die Gefleckte Weinbergschnecke laut Aussage des niedersächsischen Schneckenexperten Walter Wimmer inzwischen bereits an verschiedenen Orten in Ostfriesland und auf den meisten ostfriesischen Inseln nachgewiesen. Und auch weiter im Binnenland kommt die Art mittlerweile vor.  Offensichtlich ist der Küstenraum aber wegen seiner milderen Winterbedingungen für die Neubesiedlung besonders geeignet, denn harte Winter übersteht diese ursprünglich mediterrane Art nicht. Die Schnecken im Schlosspark allerdings brauchen auch eine längere Frostperiode nicht zu fürchten. Sie haben sich mehr als 12 m weit in den Fräulein-Marien-Gang verkrochen, wo es nie so richtig kalt wird.

Auch die normale Weinbergschnecke ist übrigens in unserer nordwestdeutschen Landschaft ursprünglich wohl nicht vertreten gewesen. Sie benötigt für ihr dickeres Gehäuse und den Kalkdeckel, mit dem sie dieses im Winter verschließt, mehr Kalk als ihre gefleckte Verwandte und bevorzugt daher kalkreiche Böden. Die Bestände im Jeverland, wo sie heute an verschiedenen Stellen vorkommt, so auch im Schlosspark, verdanken sich vermutlich alle dem Aussetzen durch den Menschen. Möglicherweise geht das Vorkommen im Klosterpark Östringfelde sogar auf die mittelalterlichen Mönche zurück, die die Kultur der als Fastenspeise geschätzten Schnecke in der Umgebung ihres Klosters gefördert haben. Wer heute allerdings Appetit auf die „schwäbische Auster“, wie die Art unter Feinschmeckern auch genannt wird, verspürt, sollte auf keinen Fall auf die Idee kommen, in der freien Natur Weinbergschnecken zu sammeln, die gehören nämlich zu den nach dem Naturschutzgesetz besonders geschützten Arten.

(c) V.K.Prueter/ C. Heinecke und W. Menke (re) vor Vortragsbeginn
(c) Carsten Heinecke/ Mittlerer Perlmutterfalter (Argynnis niobe)

Mittwoch (!), 09. März 2016

 

Küstenschmetterlinge in Niedersachsen

 

Referent: Dipl.-Biol. Carsten Heinecke, Oldenburg

 

„Schmetterlinge der Ostfriesischen Inseln“ – so lautet die Überschrift des im Mai 2015 als Band 14 der Schriftenreihe des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer erschienenen Buches, das den Untertitel „Eine Anleitung für Entdecker“ trägt. Und zu entdecken gibt es tatsächlich manche seltene Schmetterlingsart, die auf den Inseln oder auch an der Festlandsküste an Stränden, Dünen und Salzwiesen eine letzte Zufluchtsstätte gefunden hat.

Der Autor des Bandes, der Diplom-Biologe Carsten Heinecke, nimmt bei seinem Vortrag die Zuhörer mit auf diese Entdeckungstour. Von Jugend auf von der Schönheit der Falter fasziniert, hat er seit 2008 bei mehreren Projekten die Schmetterlingsfauna der Ostfriesischen Inseln erforscht und dabei auch eine seltene Art, den Salzwiesen-Sackträger, wiederentdeckt, den man zuletzt 1930 auf Borkum nachgewiesen hat. Wie dieser kleine Falter zu seinem Namen kommt, wird der Referent ebenso erklären, wie er auch auffällige Arten wie den Mittleren Perlmuttfalter vorstellt und Tipps gibt, wo man diese Schmetterlinge und ihre Raupen am besten beobachten kann. Neben einer Fülle beeindruckender Bilder und vielen Informationen zur Lebensweise der Falter wird der Vortrag also auch viele Anregungen geben, selbst auf Entdeckertour an unserer Küste zu gehen. Vielleicht findet dann der ein oder andere im kommenden Frühjahr auch Schmetterlingsarten wieder, die in unserem Nationalpark schon seit vielen Jahren nicht mehr gesehen worden sind.

Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei; interessierte Gäste (auch Nichtmitglieder der WAU) sind herzlich willkommen.

 

Vor dem Vortrag findet die Mitgliederversammlung der WAU statt.

Dienstag, 16. Februar 2016

Thema >Die Wasserversorgung im Küstenraum< fällt wegen Erkrankung des Referenten aus!

 

Ersatzthema:

Löfflerberingung auf Mellum / Ablesen farbberingter Vögel

Dr. Susanne Homma, Olaf Geiter

 

Dankenswerterweise sind die beiden zuvor genannten Referenten sehr kurzfristig eingesprungen, so dass ein Vortrag stattfinden konnte.

Im 1. Teil nahm Frau Homma die Zuhörer mit zu einem Beringungstag auf der Vogelschutzinsel Mellum, die im Weltkulturerbe Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer liegt - zwischen Wesermündung und Jadefahrwasser - und nur mit Sondererlaubnis betreten werden darf. Das Verhalten der jungen Löffler ist so ganz anders als das der Altvögel.

Den 2. Teil widmete Herr Geiter, Leiter der Beringungszentrale des Instituts für Vogelforschung in Wilhelmshaven, kurz Vogelwarte, dem Ablesen von beringten Vögeln, zum Teil auch mit Farbringen versehen. Die Ablesung solcher Ringe machen über 90% der Ring"fund"meldungen aus.

Werner Menke, 1. Vorsitzender der WAU, bedankte sich ganz herzlich bei beiden Referenten für Bereitschaft und Entgegenkommen. Dem schlossen sich die Zuhörer mit kräftigen Applaus an.

W. Menke bedankt sich bei den Referenten

Dienstag, 19. Januar 2016

 

Faszinierende Tiefsee -

ihre Eigenschaften, ihre Bewohner, ihre Erforschung

 

Dr. Kai Horst George

Deutsches Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung (DZMB)

Senckenberg-Institut Wilhelmshaven

(c) Dr. Tina Molodtsova/ Der Vortragende

Pressetext erstellt am 23.12.2015 von W. Menke

Unsere Erde gilt als der „blaue Planet“, und das vollkommen zu Recht, werden doch mehr als 70 % der Erdoberfläche von Meeren bedeckt. Der weitaus größte Teil davon wird von der Tiefsee eingenommen. Und die ist in weiten Teilen noch immer unerforscht. So gibt es hier noch ungeheuer viel an Organismen neu zu entdecken. Hielten die Biologen in früheren Jahrzehnten die Tiefsee für einen gleichförmigen, dunklen und artenarmen Lebensraum, so zeigten neuere Untersuchungen, dass sie eine große Artenvielfalt aufweist und darin durchaus mit  artenreichen Lebensräumen wie tropischen Regenwäldern und Korallenriffen zu vergleichen ist.  So zählten Forscher des Deutschen Zentrums für Marine Biodiversitätsforschung (DZMB) am Senckenberg-Institut in Wilhelmshaven auf einem Quadratmeter Tiefseeboden im Atlantik allein mehr als 600 verschiedene Arten.

An diesen Forschungen ist auch der Referent, Dr. Kai Horst George, maßgeblich beteiligt. In seinem Vortrag stellt er den Lebensraum Tiefsee vor, gibt einen Überblick über die Geschichte ihrer Erforschung, führt in die Methoden dieser Forschung ein und vermittelt ein Bild von der Vielfalt der Arten, die die Tiefsee besiedeln und in ihrer Anpassung an diesen extremen Lebensraum eine Fülle zum Teil skurril anmutender Formen ausgebildet haben.

Hier finden Sie uns

WAU e.V.

Werner Menke

Ibenweg 7

26441 Jever

Kontakt

Tel.: 04461 4298

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

zuletzt aktualisiert:

20.04.2017