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An die Freunde und Mitglieder der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur und Umweltschutz (WAU)
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Mitglieder,
in der Anlage übersenden wir Ihnen das Programm für den kommenden Winter mit fünf Vorträgen. Wir verbinden damit die Bitte, dass Sie auch etwas Werbung für unsere Veranstaltungen machen und Freunde und Bekannte zu den Vorträgen mitbringen.
Wir nutzen mit diesem Brief die Gelegenheit, einen kurzen Rückblick auf die Vereinsaktivitäten der letzten Monate zu geben. Am Beginn dieses Rückblicks steht leider eine traurige Mitteilung: Am 6. Mai 2011 verstarb unser Gründungsmitglied Gerhard Fokuhl, der über mehrere Jahre auch das Amt des stellvertretenden Vereinsvorsitzenden ausgeübt hatte. Gerd Fokuhl konnte mit seiner ruhigen und humorvollen Art die Menschen gewinnen und hat viel für den Naturschutz in unserer Region bewirkt. Unvergessen ist sein Einsatz für den Forst Upjever und für die Wallheckenlandschaft im Bereich Cleverns. Wir werden Gerd Fokuhl als einen engagierten Naturschützer in guter Erinnerung behalten, der auch für unseren Verein viel bewegt hat.
Die Aktivitäten der WAU im Sommerhalbjahr bestanden u. a. im Angebot verschiedener Exkursionen, so wurden von unseren Mitgliedern Ulrich Appel, Hubert Clodius, Michael Hintze und Werner Menke allein 20 Salzwiesenführungen im Elisabeth-Außengroden bzw. vor Cäciliengroden (Salzwiesenlehrpfad) durchgeführt. Gerne würden wir dieses Team erweitern, da die Salzwiesenführungen, die die WAU seit ihrer Gründung anbietet, gut gefragt sind, vor allem auch von Touristen.
Unser Mitglied Christian Finkenstaedt führte am 10. Mai durch den Barkeler Busch und wusste den etwa 20 Teilnehmern viele interessante Einzelheiten aus „seinem“ Busch zu erzählen.
Einen Einblick in die Arbeit der Forschungsgruppe Becker vom Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven vermittelte der Leiter dieser Gruppe, Prof. Dr. Peter Becker, der am 23. Juni für uns eine Exkursion zur Seeschwalbenkolonie am Banter See leitete.
Trotz des verregneten Sommers hatten sich gut zwanzig Teilnehmer zu der naturkundlichen Wattwanderung der WAU vom Festland zur Insel Spiekeroog am 21. August angemeldet, die von Bernd-Uwe Janssen und Werner Menke geleitet wurde. Das Wetter spielte aber an diesem Tag ausnahmsweise mit und alle Teilnehmer kehrten am Abend auf dem Kutter zufrieden zurück, manche hatten sogar für ihr Abendbrot einige der Pazifischen Austern im Gepäck, die seit mehreren Jahren das Watt als Neubürger besiedeln.
Zu den Freilichttheateraufführungen des „Schimmelreiters“ in Dangast fand als Rahmenprogramm eine Naturschutzausstellung statt, bei der auch die WAU mit einem Stand vertreten war. Zusätzlich boten wir an verschiedenen Aufführungstagen gemeinsame Vogelbeobachtungen an der Binnenpütte in unmittelbarer Nähe des Festspielgeländes an.
Gut entwickelte sich die seit über 15 Jahren bestehende Zusammenarbeit mit dem Nordseehaus Wangerland in Minsen. Eine von der WAU initiierte Ausstellung von Schulwandbildern (aus Beständen des Mariengymnasiums Jever und der WAU) im April fand beachtliche Resonanz.
Gemeinsam wurden gerade in jüngster Zeit mehrere Veranstaltungen im Rahmen der von der Nationalparkverwaltung ins Leben gerufenen und organisierten 3. Zugvogeltage durchgeführt, so eine Schifffahrt auf der Jade, eine Exkursion an den Strand und das abschließende Zugvogelfest am 30.10., das in Horumersiel stattfand. Außer im Wangerland boten wir bei den Zugvogeltagen auch in Dangast und in Carolinensiel / Harlesiel Veranstaltungen zur Vogelbeobachtung an.
In diesem Zusammenhang ein Hinweis: Alle unsere Veranstaltungen werden auch auf unserer Homepage angekündigt (www.wau-jever.de).
Im Rahmen der regelmäßigen Wasser- und Watvogelzählungen betreut die WAU (z. T. seit über 40 Jahren) den Küstenbereich von Neuharlingersiel bis Varel/ Wapelersiel sowie einzelne binnenländische Gebiete wie das Naturschutzgebiet Spülteiche Neustadtgödens. Knapp zwanzig ehrenamtliche Zähler, Mitglieder der WAU oder befreundeter Verbände, bearbeiten einzeln oder in kleinen Teams jeweils ein Teilgebiet, z. B. den Bereich zwischen Schillig und Hooksiel; die Ergebnisse werden für jedes Gebiet auf einem standardisierten Zählbogen festgehalten und an den NLWKN weitergeleitet. Letztlich werden diese Ergebnisse für den gesamten Wattenmeerraum von Dänemark bis Holland ausgewertet, um international einen Überblick über Bestandsveränderungen von Brut- und Rastvögeln zu gewinnen.
Für den WAU- Bereich koordiniert und verwaltet Michael Hintze seit Anfang 2010 die Zählergebnisse. Er hat vom NLWKN digitale Meldebögen erhalten und an die Zähler weitergeleitet, so dass diese ihm ihre Beobachtungsergebnisse (möglichst zeitnah!) auch per Email zusenden und somit auf das Ausfüllen der Papierbögen verzichten können. Diese Vorgehensweise bringt erhebliche Vorteile für die Sammlung und Speicherung sowie den Versand an das NLWKN und die Auswertung der Daten. Gerne würden wir den Zählerkreis erweitern, weitere Interessenten sind herzlich eingeladen, mitzumachen.
Unsere Mitglieder Ulrich Appel, Hubert Clodius, Erich Becker und Rolf Jenckel ermittelten im Sommer in stundenlanger Beobachtung die Neststandorte von Wiesenweihen im nördlichen Wangerland. Sie konnten fünf Nester ausmachen, deren Umgebung, wenn das Nest in einem Getreidefeld lag, markiert wurde, um bei der Mahd ausgespart zu werden. Insgesamt wurden mindestens 10 junge Wiesenweihen flügge.
Zusammen mit Ralf Sinning hat Ulrich Appel auch den Besatz der Schleiereulenkästen in den von der WAU betreuten ehemaligen Trafostationen überprüft. In sieben von acht Kästen waren jeweils drei bis vier Jungvögel festzustellen.
Bleiben wir kurz bei den Eulen: Für Aufsehen sorgten im Frühsommer die Meldungen über eine erfolgreiche Uhubrut auf dem Fliegerhorst Upjever. Die „Könige der Nacht“ hatten sich einen Brutplatz im Sicherheitsbereich des Flughafengeländes ausgesucht und waren somit vor Störungen durch Menschen weitgehend geschützt.
Weitere bemerkenswerte vogelkundliche Beobachtungen seien in Kürze zusammengefasst:
Im Frühjahr wurden mehrfach Beobachtungen nordischer Ringdrosseln gemeldet, so aus dem Wiedel (Matthias Stauss) und aus Horumersiel (Fam. Siggelkow).
Der Frühsommer erbrachte eine für den Raum Friesland überdurchschnittlich hohe Anzahl von Storchenbeobachtungen. So berichtete die Presse über eine Ansammlung von 18 Störchen bei Jever am 11. Mai, später wurden noch Trupps von bis zu 9 Vögeln mehrfach bei Wiefels gesehen.
Bemerkenswert war auch der Hochwasserrastplatz von Löfflern vor Crildumersiel. Im August und September hielten sich hier zeitweise bis zu 40 Löffler auf, die größtenteils von der Brutkolonie auf Mellum stammten (Nachweis über ringmarkierte Individuen).
Zu einem guten Beobachtungsgebiet für nordische Wassertreter entwickelte sich die sogenannte Lagune bei Schillig (außendeichs vor der Jugendherberge bzw. dem DRK-Heim). Im August/ September konnten dort mehrfach Odinshühnchen und am 23. und 24. Oktober sogar ein Thorshühnchen festgestellt werden.
Jetzt hoffen wir auf weitere interessante Beobachtungen in den Wintermonaten. Wenn Sie außergewöhnliche Sichtungen machen, wäre es sehr schön, wenn Sie uns darüber informieren würden.
Wir wünschen Ihnen alles Gute für die restlichen Wochen des Jahres 2011 (und natürlich auch darüber hinaus) und grüßen Sie ganz herzlich.
Werner Menke und Michael Hintze
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