Naturbeobachtung spezial

Neben den Vögeln als ein Hauptaugenmerk der WAU gibt es auch immer mal wieder andere Naturbeobachtungen, die interessant sind. Dies bezieht sich auf besondere Beobachtungen aus der Flora und Fauna. Solche sollen hier bekannt gemacht werden.

Dieser auffallend große, dämmerungs- und nachtaktive Falter ist ein WINDENSCHWÄRMER. Die Art kommt u.a. in den Tropen und Subtropen Afrikas vor. In Europa ist er nur im äußersten Süden, z.B. Sizilien, Kreta heimisch. Als Wanderfalter dringt er ziemlich regelmäßig in unterschiedlicher Zahl bis ins nördliche Mitteleuropa vor. Dabei soll seine Geschwindigkeit auf längeren Strecken ca. 50 km/h betragen. Die variabel gefärbte Raupe entwickelt sich vorzugsweise auf Windengewächsen, bes. Ackerwinde.

(07.08.2017, Carolinensiel)    Beob./Fotos: A.P.

Am 25.06. wurde das Zählerteam um W. Menke zufällig Zeuge einer Heuler-bergung. Das Seehundjunge war am Strand von Schillig in Höhe der DRK-Kurklinik aufgefunden worden.

Junge Seehunde dürfen nicht angefasst werden, denn es kann sein, dass sich das Muttertier noch in der Nähe aufhält und darauf wartet, dass der Mensch verschwindet. Sollte die Mutter menschlichen Geruch wahrnehmen, wird das Junge nicht mehr gesäugt. Dann wird es zum Heuler.

Der Seehundbeauftragte Bernhard Cramer (Haddien) als freiwilliger Mitarbeiter der Seehundstation in Norddeich war von anderer Seite informiert worden. Er fing das Tier ein, wobei er darauf achtete, den nadelspitzen Zähnen des Heulers nicht zu nahe zu kommen. Seehunde sind wie alle Robbenarten Raubtiere und daher ist ihr Gebiss entsprechend ausge-bildet. Es wird dringend davor gewarnt, diese Methode selber auszuprobieren.

B. Cramer brachte das Jungtier im Anschluss an die Fangaktion in die See-hundstation, wo Mitarbeiter den Heuler untersuchen und mit Nahrung versor-gen, ein mühseliges Unterfangen. Mit ca. 25 - 30 kg Gewicht werden die Jungen später in die Freiheit entlassen.

Station in Norddeich: 04931-97 33 30

Fotos (3): AP

Diese aus einem ausgehöhlten Stamm mit 20 mm Einflugöffnung  geschaffene Bruthöhle wurde von einem Buntspechtpaar nach seinem Gusto bearbeitet und für eine Brut genutzt.

Die Brut war erfolgreich, wie die Fütterung eines fast flüggen Nestlings am 11.06.17 zeigt.

Am 15. sind die 3 Jungen ausgeflogen.

 

Fotos (2): M. Stauss

Schuppiger Porling

(Polyporus squamosus)

erscheint an geschwächten/toten Laubbäumen (u.a. Weiden, Pappeln) im Frühjahr (Mai, Juni)

Gehölz nördlich Hooksmeer

Fotozusammenstellung: Andreas Laumann
Wangermeer 16.01.2017 / ca. 90% Vereisung
Wangermeer 15.01.2017 / freies Wasser
(c) Matthias Stauss/ Großer Schillerfalter

07.07.2016

Bei einem Besuch des ehemaligen Standortübungsplatzes Friedrichsfeld bei Varel hat M. Stauss diesen zur Familie der Edelfalter gehörenden Tagfalter, ein Großer Schillerfalter, entdecken können.

26.06.2016

Im gleichen Gebiet wurden eine ganze Reihe Sechsfleckwidderchen beobachtet (Foto unten)

(c) Volker K. Prueter/ Sechsfleckwidderchen
(c) V.K.Prueter/ Knabenkraut

Einen Eindruck von der Vielfalt und dem hohen ökologischen Wert des ehemaligen Standort-übungsplatzes Friedrichsfeld konnten sich Mitglieder und Gäste während der WAU-Exkursion am 26. Mai dieses Jahres verschaffen. Dabei konnte neben einer ganzen Reihe von Vogelarten wie Baumpieper, Goldammer, Eisvogel (!), Sumpfrohrsänger u.a. auch eine geschützte Orchidee, eine Knabenkrautart, angesehen werden.

(c) Johanna Hinrichs/ Schmuckschildkröte

Am 18. April 2015 erstmalig konnte J. Hinrichs diese Schildkröte am Rande des Teiches 3 beim Wärmebad beobachten (Bild).

Anhand eines übermittelten Foto bestimmte ein Wasserschildkröten-Experte sie als Buchstaben-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta).

Später wechselte sie in den Teich 2, wo sie den ganzen Sommer zu beobachten war.

Am 06. Mai 2016 konnte sie erneut am Rande von Teich 2 festgestellt werden.

Am gleichen Tag wurden weitere zwei Schildkröten auf Teich 1 beobachtet, die auf einem Zementrohr Wärme "tankten". Die Art herauszufinden wird versucht.

Melderin/Textinfos: J. Hinrichs

 

Alle drei Reptilien wurden absolut sicher von Menschen dort ausgesetzt, denen sie wohl zu groß geworden sind oder welche Gründe auch sonst vorliegen mögen. Sie gehören natürlich nicht in unsere Natur, denn zumindest Schmuckschildkröten sind keine heimische Reptilienart, sondern gehören zur Familie der Neuwelt-Sumpfschildkröten und haben ihr Hauptverbreitungsgebiet in Amerika. Solche Tiere gehören in einen Tierpark/Zoo. Eigentlich müssten die drei Tiere eingefangen werden, doch ist dies leichter gesagt als getan. Ohne Boot ist es nicht möglich.

(c) J.Hinrichs/ Blaue Nesselquallen

Ende April/Anfang Mai tauchen im Watt und an den Stränden unserer Küsten seit mehr als zwei Jahrzehnten gehäuft Exemplare der Blauen Nesselqualle (Cyanea lamarckii) auf, so auch in diesem Jahr, wie Zähler der WAU am 22.04. im Horumersieler Hafen feststellen konnten. Die Art gehört mit zu den umgangssprachlich "Feuerqualle" genannten Tieren. Da sie aber zu einer Zeit auftritt, in der die Nordsee nur von ganz hart Gesottenen als Badegewässer genutzt wird, ist sie weniger berüchtigt als die Gelbe Nesselqualle (Cyanea capillata).

(c) V.K.Prueter/ Gelbe Nesselqualle

Die Gelbe Nesselqualle kann unter bestimmten Wetterbedingungen vor allem im Monat August, also zur Badesaison, zahlreich bei uns auftauchen. Quallen werden von dem Gezeitenstrom und von der durch den Wind verursachten Oberflächendrift ins Wattenmeer geschwemmt, wo sie bei Trockenfallen meist verenden.

Melder: W. Menke; Text: V.K.Prueter

(c) V.K.Prueter/ Blaue Nesselqualle
(c) J. Hinrichs/ Schwarzblauer Ölkäfer

Bei der Wasservogelzählung am 10.4. 16 am Hooksmeer fiel ein über den Boden laufender blauschwarzer Käfer mit kurzen Flügeldecken auf, der sich bei näherer Betrachtung als Ölkäfer entpuppte (Meloe sp., vermutlich M. proscarabaeus - Schwarzblauer Ölkäfer, Schwarzer Maiwurm).

Ihren Namen tragen diese flugunfähigen Käfer, weil sie bei Bedrohung eine giftige gelbe Abwehr-flüssigkeit aus ihren Beingelenken austreten lassen, die wie Öl aussieht.

Interessant ist die Entwicklung der Käfer: Aus den Eiern schlüpfen Larven, die als sogenannte „Dreiklauer“ auf Blüten sitzen und auf Hautflügler, nämlich solitäre Bienen, warten, um sich an diese anzuklammern und in deren Bau transportieren zu lassen. Hier parasitieren sie an der Bienenbrut.

Der Schwarzblaue Ölkäfer bevorzugt als Lebensraum sandige offene Stellen und ist auch im niedersächsischen Küstenraum anzutreffen. Auf der Roten Liste Deutschland gilt die Art als gefährdet.

Zum besseren Fotografieren behutsam auf die Hand genommen, wurde der Ölkäfer anschließend wieder auf den Boden gesetzt.

Melder/Text: W. Menke

(c) WIKIPEDIA/ Admiral (Vanessa atalanta)

Am 9.4.16 flog am Nachmittag bei Horum (Wangerland) ein eindrucksvoller Großfalter: ein Admiral. Diese Art ist ein Wanderfalter, die ihr Hauptverbreitungsgebiet in Südeuropa hat, von dort aber in jedem Jahr in unterschiedlich großer Zahl nach Mitteleuropa einfliegt und sich hier auch vermehrt.

Eine Überwinterung in unseren Breiten hielt man allerdings lange Zeit für ausgeschlossen. Inzwischen gibt es aber seit einigen Jahren vermehrt Anzeichen dafür, dass der Admiral in allen Stadien, d. h. als Ei, Puppe und ausge-wachsener Schmetterling, bei uns überwintern kann. Möglicherweise hängt diese neue Qualität mit den derzeit milderen Wintern als Folge der Klimaveränderung zusammen.

Bei dem „frühen Falter“ von Horum hat es sich mit ziemlicher Sicherheit um ein in unserem Küstenraum überwinterndes Exemplar des Admirals gehandelt.

Melder/Text: W. Menke

(c)Thomas Werner/ Gefleckte Weinbergschnecke im Winterquartier

Dem Schlossgärtner Thomas Werner ist es zu verdanken, dass die WAU Informationen über ein Neozoon erhielt, welches ursprünglich mediterran lebt, die Gefleckte Weinberg-schnecke (Cornu aspersum).

Er entdeckte die Art im Frl.-Marien-Gang ca. 12 Meter vom Eingang entfernt.

 

Näheres hier

(c) Th. Werner/ Gefleckte Weinbergschnecke

Ein Exemplar wurde für die Aufnahme kurzzeitig ins Freie verbracht, um die auffällige Musterung der Schale zu zeigen, der die Art ihren Namen verdankt.

(c) Maria Menke/ Weinbergschnecke

Die im Jeverland an verschiedenen Stellen (Klosterpark Schortens, Schlosspark Jever u.a.) vorkommende Weinbergschnecke ist bei den milden Temperaturen der vergangenen Tage aus ihrer Winterstarre erwacht. Sie hat den schützenden Kalkdeckel, der während dieser Zeit ihre Schalenmündung verschließt bereits abgeworfen.       Melder/Text: W. Menke

(c) Hans Uhlmann/ Pottwal am Ostende von Wangerooge

Wangerooge - die östlichste der sieben Ostfriesischen Inseln - ist die einzige, die mit zum Oldenburger Land gehört und damit direkt dem WAU-Betreuungsbereich benachbart. Daher halten wir es für sinnvoll, einen besonderen Fund am Strand von Wangerooge auf dieser Webseite darzustellen.

Am 08.01.2016 fanden zwei Naturschutzwarte des Mellumrates, einer von ihnen unser Mitglied Hans Uhlmann, zwei verendete Pottwale am Ostende der Insel. Beides waren männliche Tiere, der eine 11,8 m, der zweite 12,7 m lang und jeweils bis zu 15 Tonnen (15.000 kg) schwer. Die Tiere sind  auf dem Weg von der Arktis zum Äquator nördlich der Britischen Inseln "falsch abgebogen". In der für ihre Verhältnisse flachen Nordsee haben sie die Orientierung verloren und sind schließlich auf Wangerooge gestrandet.

Die Kosten für die Bergung/Entsorgung der Kadaver hat das Land Niedersachsen zu tragen, da sie im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer angeschwemmt wurden.

Die Gemeindeverwaltung Wangerooge bemüht sich, ein präpariertes Skelett auf der Insel auszustellen.

Weitere Infos sind den Presseberichten zu entnehmen. Jeversches Wochenblatt und Wilhelmshavener Zeitung haben auch ausführlich berichtet. Überhaupt haben die insgesamt 12 verendeten Pottwalbullen (2x Wangerooge, 2x bei Helgoland, je 1x bei Büsum und Bremerhaven, 6x auf Texel/Niederlande) bundesweit für ein großes Medienecho gesorgt.

Melder: H. Uhlmann

Bericht der NWZ am 09.01.2016 / Titelseite
Bericht der NWZ am 09.01.2016 / Oldenburger Land
Bericht der NWZ am 11.01.2016/ Oldenburger Land
(c) Birgit Kahnwald/ angespülter Mondfisch

Am Hooksieler Strand kurz vor dem Außenhafen wurde am 12.12.2015 von Spaziergängern das angespülte Exemplar eines Mondfisches entdeckt. Diese Fischart – wissenschaftlich Mola mola – gilt als der schwerste Knochenfisch der Welt. Mondfische können bis zu 3,3 m lang und bis zu 2300 kg schwer werden. Solche „Riesen“ sind aber eher selten. Das angespülte Tier hatte eine Länge von 50 – 60 cm und ein Gewicht von 30 – 35 kg (geschätzte Angaben).

(c) Birgit Kahnwald/ Kopf des Tieres

Mondfische kommen vor allem in warmen Meeren vor, doch tauchen im Herbst häufiger Individuen auch in der Nordsee auf. Der Körper ist kaum länger als hoch. Eine normale Schwanzflosse fehlt. Die Haut ist bis zu 7,5 cm dick, schuppenlos, lederartig und elastisch. Rücken- und Afterflosse haben die gleiche hohe, dreieckig-spitze Form. Beide sitzen weit hinten, einander symmetrisch gegenüber, und sind das Hauptantriebsorgan. Kleine Brustflossen sind vorhanden, Bauchflossen fehlen. Das Maul ist sehr klein und steht meist offen, die Zähne sind zu einem papageiartigen Schnabel verwachsen. Das Skelett ausgewachsener Tiere besteht fast nur aus Knorpel.

Die Nahrung besteht vorwiegend aus gallertigen Lebewesen wie z.B. Quallen. Aber auch andere Meerestiere werden gefressen, sofern sie die dem Maul entsprechende Größe haben.

Mondfische leben im offenen Ozean von der Wasseroberfläche bis in eine Tiefe von etwa 500 m. Ausgewachsene Tiere haben wegen ihrer Größe nur sehr wenige natürliche Feinde.

Quelle: WIKIPEDIA

Der schon leicht anrüchige Kadaver wurde 14.12. auf Bitten der NPLV nach WHV gebracht; inwieweit eine Total-Präparation erfolgt bzw. noch möglich ist, wird vom Landesmuseum für Naturkunde in OL entschieden.

Melder: H. Uhlmann

(c) WIKIPEDIA Beroe cucumis
Seit einigen Wochen sind bei Netzfängen in Strandnähe und auch im Angespül auffällig viele Melonenquallen (Beroe cucumis) anzutreffen. Diese Art gehört - wie die bekanntere Seestachelbeere (Pleurobrachia pileus) zu den Rippenquallen, die mit den übrigen Quallen nicht näher verwandt sind.
Die Melonenqualle wird um ein mehrfaches größer (bis 10 cm Länge) als die Seestachel-beere. Sie ernährt sich räuberisch. Zu ihrer bevorzugten Beute gehören andere Rippenquallenarten, insbesondere die Seestachelbeere, der man daher wegen des hohen Fraßdrucks zur Zeit kaum begegnet.
Im Angespül fällt die Melonenqualle als längerer halbovaler Schleimkörper auf, bei dem bei genauerem Hinsehen die mit Ruderplättchen besetzten Längs- "Rippen" zu erkennen sind.
 
Melder: W. Menke
(c) V.K.Prueter Schulp

Nach einem starken N- bis NW-Sturm lassen sich am Spülsaum des Strandes von Schillig oft Besonderheiten entdecken. In der 1. Augustdekade wurden dort eine größere Zahl Schulpe angeschwemmt. Einige kennen diese wohl aus der Käfighaltung von Vögeln, denn früher wurden diese Schulpe den Käfigvögeln als Nahrungsergänzung angeboten, um den Kalkbedarf zu gewährleisten. Heute sind sie ein beliebtes Andenken an den Strandurlaub.

(c) WIKIPEDIA Sepia officinalis

Schulpe sind Reste verendeter Sepia officinalis (Gewöhnlicher Tintenfisch), eine zu den zehnarmigen Tintenfischen gerechnete Kopffüßerart. Diese kommt in der Nordsee vor. Der Schulp (Sepiaschale) dient den Tieren für den statischen Auftrieb, denn durch seinen lamellenartigen Aufbau ist er mal mehr, mal weniger mit Gas gefüllt. Dies kann von der Sepia reguliert werden. Möglicherweise dient er auch der Körperstabilisierung.

 

Melder: W. Menke

(c) V.K.Prueter Knotentang

Im Spülsaum lassen sich zudem nur nach Stürmen Arten von Makroalgen, hier die zu den Braunalgen gehörenden Tange, finden. Zu den auffälligsten Arten gehört der Knotentang (Ascophyllum nodosum), der an Felsküsten Bestände bildet. In D kommt er bei Helgoland und an einigen Häfen Ostfrieslands, z.B. Bensersiel, vor. Angetriebene Exemplare stammen wegen der Strömungsverhältnisse  vermutlich von den Küsten des Ärmelkanals .

(c) Günther Eder Riementang

Zeitgleich wird dann auch der Riementang (Himanthalia elongata) an den Strand gespült. Auch diese Art lebt an Felsküsten, kommt allerdings bei Helgoland nicht vor. Alle angetriebenen Exemplare stammen auch hier mit größter Wahrscheinlichkeit aus dem Ärmelkanal oder Atlantik. Er erreicht eine Länge von bis zu 3 m. Werner Menke hält hier ein ca. 1,6 m langes Exemplar hoch.

Weitere im Spülsaum zu findende Arten sind der Spiraltang (Fucus spiralis), der fälschlicherweise oft als Blasentang bezeichnet wird, und der Blasentang (Fucus vesiculosus).

Auf den verrottenden Algenhaufen finden sich viele Tangfliegen (Coelopa spec.), die dort der Reproduktion (Eiablage, Larvenentwicklung) nachgehen.

 

Melder: W. Menke

(c) V.K.Prueter Riementang
(c) WIKIPEDIA Blasentang
(c) V.K.Prueter Spiraltang

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zuletzt aktualisiert:

17.08.2017