Presse-Informationen

Pressetext - erstellt am 14.02.2017 von W. Menke

 

Das jeversche Nilganspaar mit drei frisch geschlüpften Küken an der Pferdegraft, und das Anfang Februar bei frostigem Wetter und eisbedeckten Graften -  die Natur scheint  Kapriolen zu schlagen.

Ein so früher Brutbeginn wie in diesem Jahr – das Weibchen saß schon vor Mitte Januar in seiner Bruthöhle auf den Eiern – wurde in Jever auch noch nie beobachtet, seit Nilgänse hier an den Graften leben – und das ist seit 1999 der Fall. 

Doch so ganz ungewöhnlich sind Winterbruten bei dieser Art nicht. Auch wenn die meisten Paare erst im März mit der Brut beginnen, gibt es immer wieder einmal Berichte von Küken, die schon im Dezember, Januar oder Februar schlüpfen.

Die bei Vogelkundlern verbreitetste Erklärung für diese Besonderheit ist mit dem Hinweis auf die Herkunft der Art aus anderen Klimazonen gegeben. Nilgänse haben ihr natürliches Verbreitungsgebiet in Afrika südlich der Sahara. Unsere europäische Population stammt von Vögeln ab, die als Ziervögel in Parks und Gärten ausgesetzt worden sind; die Nilgans ist also erst durch menschlichen Eingriff bei uns heimisch geworden und damit ein echtes Neozoon (so lautet der Fachbegriff für eine „Neubürger“-Tierart, die durch menschliche Aktivitäten in einen vorher nicht von ihr besiedelten Raum eingebracht wird und hier ein neues Verbreitungsgebiet findet).

In vielen Bereichen ihrer afrikanischen Heimat ist die Brutzeit der Nilgänse weniger auf die eigentlichen Jahreszeiten als auf die  Ausprägung von Regenzeiten abgestimmt und daher sehr weit gespannt bzw. veränderlich. Da kann eine Brut im Dezember oder Januar durchaus von Vorteil sein.

Die Winterbruten bei uns wären also mit dem „afrikanischen Erbe“ der Art zu erklären. Ob sie allerdings unter den anderen Verhältnissen Mitteleuropas eine vielversprechende Überlebensstrategie darstellen, wird sich auf Dauer zeigen müssen. Die recht geringe Rate von nur drei geschlüpften Küken in diesem Jahr gegenüber zehn im Jahr 2016, als die Nilgänse erst  im März mit der Brut begannen (der Schlupf erfolgte am12.4.), spricht eher dagegen. Und auch diese drei nun  geschlüpften Küken haben möglicherweise noch harte Wintertage vor sich, die ihr Überleben vielleicht gefährden. Es wird spannend bleiben, sie auf ihrem weiteren Weg zu begleiten.

Pressetext - erstellt am 20.05.2016 von W. Menke

 

Exkursion zum ehemaligen Standortübungsplatz Friedrichsfeld bei Varel (Osterforde)

Samstag, 28. Mai, Treffpunkt: Tor bei der ehemaligen Panzerwaschanlage (Friedrichsfelder Straße) um 14 Uhr bzw. um 13.20 Parkplatz Alter Markt Jever (am Graftenhaus) zur Bildung von Fahrgemeinschaften.

Im Jahr 2006 wurde im Rahmen von Strukturreformen der Bundeswehr die Vareler Kaserne geschlossen. Mit dem Abzug der Soldaten endete auch die militärische Nutzung des seinerzeitigen Standortübungsplatzes Friedrichsfeld.  

In der Folge wurde das umfangreiche und abwechslungsreiche Gelände, das zuvor nicht betreten werden durfte, zunehmend auch von der Öffentlichkeit genutzt, z. B. von Spaziergängern. Interessierten fiel dabei der hohe ökologische Wert dieser Flächen auf, die eine ganz besondere Tier- und Pflanzenwelt zeigen. Ohne Übertreibung kann man sagen, dass hier von Größe, Struktur und Arteninventar her ein für den Landkreis Friesland einmaliger Lebensraum gegeben ist.

In die öffentliche Diskussion kam dieses Gebiet in letzter Zeit vor allem im Zusammenhang mit den Plänen für den Neubau der Küstenautobahn A 20. Dieser würde nämlich Kompensationsmaßnahmen in größerem Umfang erforderlich machen, die nach Plänen der Straßenbaubehörde auf dem ehemaligen Standortübungsplatz Friedrichsfeld durchgeführt werden sollten. Problematisch erscheint das vor allem deswegen, weil durch diese Kompensationsmaßnahmen der derzeitige besondere Charakter dieses Lebensraumes zumindest stellenweise erheblich verändert würde.

Die Exkursion der WAU will den Teilnehmern den früheren Standortübungsplatz in seinem ökologischen Wert vorstellen. Mitglieder des BUND Friesland, die seit Jahren sehr gute Gebietskenntnisse haben, werden die Führung übernehmen und auf Besonderheiten in Tier- und Pflanzenwelt aufmerksam machen.

Dauer: ca. 3 Stunden, festes Schuhwerk ist zu empfehlen.

Die Teillnahme ist kostenlos, um Spenden für die Vereinsarbeit (BUND und WAU) wird gebeten.

Hier finden Sie uns

WAU e.V.

Werner Menke

Ibenweg 7

26441 Jever

Kontakt

Tel.: 04461 4298

 

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zuletzt aktualisiert:

17.08.2017