Avifaunistische Informationen

Ortolan-Fang: EU-Kommission verklagt Frankreich

vor dem Europäischen Gerichtshof

Die Europäische Kommission verklagt Frankreich vor dem Gerichtshof der Europäischen Union, weil es die anhaltenden Verstöße gegen die EU-Rechtsvorschriften über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten nicht unterbindet. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass alle Bestimmungen der Vogelschutzrichtlinie eingehalten werden, auch in Bezug auf das absichtliche Töten oder Fangen. Die Vogelschutzrichtlinie untersagt Tätigkeiten, durch die Vögel unmittelbar bedroht sind, beispielsweise das absichtliche Töten oder Fangen, die Zerstörung von Nestern und das Entnehmen von Eiern sowie damit zusammenhängende Tätigkeiten, z.B. den Handel mit lebenden oder toten Vögeln, wobei das besondere Augenmerk dem Schutz der Lebensräume von gefährdeten Arten und Zugvogelarten gilt.

 

mehr unter  http://europa.eu/rapid/press-release_IP-16-4213_de.htm

Quelle: DDA-Newsletter vom 13.12.2016

Die östliche Hälfte des Wangerlandes ist von der Vogelgrippe betroffen. Seit dem 05.12.16 gibt es einen Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet.

In beiden ist es verboten, Hunde und Katzen frei laufen zu lassen.

 

Quelle: Nordwest-Zeitung 07.12.2016

Karte (C) Zweckverband Veterinäramt JadeWeser

Näheres unter www.jade-weser.de

 

Fragen/Antworten zur Vogelgrippe
FLI-Information-FAQ-Gefluegelpest-201611[...]
PDF-Dokument [1.1 MB]
Illegale Vogeljagd
Darstellung der "Diskrepanz zwischen Bemühung von Druckerschwärze und effektivem Einsatz gegen einen gesetzwidrigen, skandalösen und in der derzeitigen Gesamt-situation nicht mehr tolerierbaren Zustand"

Quelle: DDA-Newsletter 2016/10/26
gnor_info_glutz_von_blotzheim_illegale_v[...]
PDF-Dokument [1.7 MB]

Erneutes Amselsterben durch das Usutu-Virus

 

Nach 2011 und 2012 gibt es auch 2016 in Deutschland wieder ein Vogelsterben, das durch das tropische Usutu-Virus ausgelöst wird. Vor allem Amseln sind betroffen. Um Mithilfe wird gebeten.

 

Näheres hier

Quelle: Der Falke 63, 7/2016, S 2

Bitte um Brutbestandserfassung bei Graugänsen

 

2016 soll im Rahmen einer  landesweiten Brutbestandserfassung die Zahl der brütenden Graugänse in Niedersachsen ermittelt werden.

Graugänse waren bei uns ausgestorben, durch Aussetzungsaktionen wurden sie ab den 1960er Jahren allmählich wieder eingebürgert.  Wuchs die Population zunächst nur langsam, so beschleunigte sich im Weiteren diese Entwicklung, sodass die Art seit der Fassung von 1995 nicht mehr in der Roten Liste der nds. Brutvögel geführt wird. Sie hat sich inzwischen sogar so stark vermehrt, dass es stellenweise zu Konflikten mit der Landwirtschaft kommt.

Für die in diesem Zusammenhang erforderlichen Diskussionen und Entscheidungen ist es notwendig, über möglichst umfassende, genaue und aktuelle Daten zu verfügen, zumal die letzte landesweite Erfassung (1998) und die Kartierungen für den deutschen Brutvogelatlas ADEBAR (2005-2008) schon wieder längere Zeit zurückliegen.

Die Niedersächsische Ornithologische Vereinigung (NOV) und die Staatliche Vogelschutzwarte bitten daher herzlich, an der diesjährigen Erfassung teilzunehmen.

Die Ergebnisse dieser Erfassung sind auch deshalb besonders wichtig, weil der niedersächsische Landtag im Herbst 2014 beschlossen hat, unter der Leitung des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz und des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz einen Arbeitskreis einzurichten, der u.a. ein Monitoringkonzept zur landesweiten Ermittlung der Gänsebestände (Rast- wie auch Brutvögel) erarbeitet und an dessen Umsetzung mitwirkt (vgl. Landtagsdrucksache 17/2223 vom 22.10.2014).

Diejenigen, die in unserem Bereich (LK Friesland und Nachbargebiete) „einfach so Spaß und Interesse an einer Mitarbeit“ haben, werden gebeten, kurz den Kontakt zur WAU  aufzunehmen, damit Doppelerfassungen vermieden und eine bestmögliche Abdeckung gewährleistet werden kann.

Wie die Erfassung durchgeführt werden soll, ist der Kartieranleitung zu entnehmen. Der Meldebogen kann ebenfalls herunter geladen werden. Die Meldung kann auch über www.ornitho.de erfolgen (s. Anleitung).

Für Rückfragen zur Methode stehen wir gerne zur Verfügung.

Wer Meldungen direkt bei ornitho.de oder auf anderen Wegen eingibt, wird gebeten, zusätzlich an die WAU zu melden, damit wir einen Überblick über den Graugans- Bestand in unserer Region gewinnen.

Kartieranleitung
Graugans_Erfassungshinweise_2016.pdf
PDF-Dokument [409.0 KB]
Meldebogen
Meldebogen_Graugans_Niedersachsen.pdf
PDF-Dokument [615.6 KB]

Experte in DER FALKE: Windkraft könnte Mäusebussard in Bedrängnis bringen

Der Ausbau der Windenergie bringt einer neuen Studie zufolge möglicherweise auch den Bestand des häufigsten Greifvogels in Deutschland, des Mäusebussards, in Bedrängnis. In der weltweit bislang größten Untersuchung zu den Kollisionsrisiken von Vögeln mit Windrädern (PROGRESS) kommen die Wissenschaftler auf Basis von Untersuchungen in Windparks in Norddeutschland zu dem Ergebnis, dass selbst bei Betrachtung des Ausbaustands von Windenergieanlagen von 2014 eine „bestandsgefährdende Entwicklung“ für die Art zu befürchten ist.

Im führenden deutschsprachigen Magazin für Vogelbeobachtung DER FALKE äußert sich der an der Studie beteiligte Bielefelder Professor für Verhaltensforschung, Oliver Krüger, erstmals ausführlich zu den Ergebnissen der noch unveröffentlichten Studie: „Der Mäusebussard taucht in den Betrachtungen zur Windenergie bisher überhaupt nicht auf und auch wir hatten das zunächst nicht auf dem Schirm. Das war für uns die große negative Überraschung unserer Studie“, sagte Krüger dem FALKEN (März-Ausgabe) mit Blick auf die mögliche Bedrohung des häufigen Greifvogels durch den Ausbau der Windenergie.

Aber aufgrund der ziemlich hohen Fundzahl (während der Untersuchung) auch im Vergleich zum Rotmilan und anderen Arten war die hochgerechnete Schlagrate tatsächlich so, dass wir schon jetzt einen kritischen Ist-Zustand im überwiegenden Teil der untersuchten norddeutschen Population prognostizieren mussten. Wir haben hier eine potenziell bestandsgefährdende Entwicklung“, sagte Krüger dem FALKEN.

Die Studie könnte damit erhebliche Auswirkungen auf den weiteren Ausbau der Windenergie in Deutschland haben. Denn nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, „wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten“ oder „sie während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören.“ Eine erhebliche Störung wird dabei als vorliegend definiert, „wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert“. Darauf gibt es mit der PROGRESS-Studie nun zumindest erhebliche Hinweise.

 

Das gesamte Interview können Sie bereits vor Erscheinen der gedruckten Ausgabe hier herunterladen

 

Quelle: http://www.dda-web.de/

Quelle: Der Falke Heft 1/2016

Die Geschlechtererfassung bei der Tafelente kann sicher auch an den WWZ-Terminen erfolgen. Ein weiterer Zähltag erscheint nicht nötig.

Wer die Daten zur Tafelente nicht selbst bei ornitho eingibt, kann sie mit Angabe von Tag und Gebiet senden an info@wangerland-birding.de. Von dort werden die Daten dann eingegeben.

Windenergie: Mit der Kettensäge gegen den Vogelschutz

Während in Paris der Klimagipfel tagt, laufen in Deutschland die Kettensägen. Um Platz für Windenergieanlagen zu schaffen, werden immer häufiger geschützte Horstbäume illegal gefällt und Vögel getötet. Einen rasanten Anstieg solcher Straftaten belegen Recherchen von Deutscher Wildtier Stiftung, Naturschutzbund Deutschland (NABU) und Komitee gegen den Vogelmord. Bisher wurden mindestens 40 Fälle illegaler Verfolgung von Großvögeln im Umfeld von neuen oder geplanten Windparks registriert. Meistens wurden die Nester (Horste) zerstört oder die Bäume samt Horst gefällt. In mindestens einem Fall wurden Jungvögel im Nest erschlagen. Mit Abstand häufigstes Opfer ist der Rotmilan. Aber auch beim extrem seltenen Schreiadler wurden mehrfach Nester zerstört.

In bisher zehn Bundesländern wurden solche Straftaten registriert. Skrupellose Geschäftemacher schaffen Tatsachen mit der Kettensäge! Denn geltende Abstandsregelungen würden in den meisten Fällen den Bau von Windenergieanlagen verbieten. Der Wert eines Grundstücks, auf dem ein Windpark errichtet werden soll, lässt sich mit der Kettensäge über Nacht enorm steigern: Pro Anlage kann ein Eigentümer mit Pachteinnahmen von rund 1,6 Millionen — also 80.000 Euro pro Jahr für 20 Jahre — rechnen.

Die Rechercheergebnisse der Naturschützer zeigen eine erschreckende Tendenz auf: Wurden vor zwei Jahren bundesweit sechs Fälle registriert, waren es 2014 bereits zehn. Im laufenden Jahr 2015 wurden bis November 19 Zerstörungen von Horsten und Vogel-Tötungen gemeldet. Betroffen sind neben Rotmilan und Schreiadler auch andere windkraftsensible Arten wie Seeadler, Schwarzstorch, Baumfalke und Fledermäuse. Fast alle Fälle wurden zur Anzeige gebracht.

Die Deutsche Wildtier Stiftung rechnet in den kommenden Monaten mit weiteren Straftaten, denn Bäume werden meistens im Winterhalbjahr gefällt. Wer solche Fälle feststellt, sollte diese dokumentieren und anzeigen sowie die Deutsche Wildtier Stiftung informieren.

 

Quelle: DeWiSt-Pressemitteilung, 2.12.15     über DDA-Newsletter vom 07.12.2015

 

Weitere Informationen

Erneut geringer Bruterfolg bei Blässgänsen 2015

Gänsezählungen in den niederländischen Provinzen Friesland, Gelderland, Overijssel, Limburg sowie in grenznahen Gebieten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ergaben bei Blässgänsen einen durchschnittlichen Jungvogelanteil von gerade einmal 11%. Viele Gänsepaare sind ohne Nachwuchs, der überwiegende Teil (63%) der erfolgreichen Brutpaare hat lediglich einen Jungvogel. Familien mit mehr als zwei Jungvögeln sind in dieser Saison bislang eine Ausnahme. Auch wenn es sich nur um vorläufige Daten handelt, ergibt sich anhand der derzeitigen Stichprobe von rund 60.000 individuell kontrollierten Gänsen bereits eindeutig, dass die Brutsaison 2015 in der russischen Tundra wenig erfolgreich verlief.

Immer häufiger erreichen Blässgänse mit wenigen oder gar keinen Jungvögeln die west- und mitteleuropäischen Überwinterungsgebiete. Seit etwa 1995 zeigt sich ein kontinuierlicher Rückgang des Bruterfolgs, der bis heute anhält. Jungvogelanteile von 20-30% gehören der Vergangenheit an und so reicht die Zahl der Nachkommen mittlerweile nicht mehr aus, um die jährliche Mortalitätsrate auszugleichen.

Die Bestände der gesamten Blässgans-Überwinterungspopulation im Bereich von Nord- und Ostsee sind seit 2001 nach den Daten internationaler Studien stabil. Lediglich in der südwestlichen Grenze des Überwinterungsgebietes (England) werden deutliche Rückgänge verzeichnet, während die Zahlen weiter nördlich (Dänemark, Schweden) — vermutlich infolge milderer Winter — eher zunehmen.

Die Blässgans ist leider nicht die einzige Art, die in diesem Jahr offenbar einen geringen Bruterfolg hatte. Bei Zählungen im Wattenmeer konnte bei Ringelgänsen ein Jungvogelanteil von gerade einmal 2% ermittelt werden. Etwas besser scheint es bei der Tundrasaatgans auszusehen, doch ist die Stichprobengröße für belastbare Aussagen derzeit noch zu klein. Auch für die Weißwangengans können noch keine weiteren Angaben gemacht werden.

 

Quelle: naturetoday.com, 4.12.15   über DDA-Newsletter 07.12.2015

Mail vom 20.11.2015

 

Moin,

da kürzlich in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern vermehrt tote Blässgänse angespült wurden, würde ich Sie und Euch bitten, auch bei uns die Augen offen zu halten und - falls tote Blässgänse auftauchen - diese zu dokumentieren, wenn möglich mit Foto.

Die Meldung darüber bitte an

gregor.scheiffarth@nlpv-wattenmeer.niedersachsen.de schicken. Wer die Funde darüber hinaus im BeachExplorer eingeben möchte, kann dies gerne tun, es ist aber kein Muss.

Wie alle toten Tiere sollten auch die Blässgänse nicht ohne Handschuhe angefasst werden.

Wenn uns Untersuchungsergebnisse der Gänse aus SH vorliegen, teilen wir diese gerne mit.

Britta Schmidt (NLPV)

Vergiftete Wildgänse jetzt auch an der Nordseeküste?

An den Stränden Nordfrieslands werden seit einigen Tagen Dutzende von toten Blässgänsen angespült. Allein auf Sylt wurden 30 — 40 Exemplare gemeldet. Die Tiere sind möglicherweise Ende Oktober bei einer Zwischenlandung in Mecklenburg vergiftet worden (vgl. Newsmeldung vom 10.11.15) und auf dem Weiterflug über der Nordsee verendet.

Der Sylter Meeresbiologe Lothar Koch meldete die ersten Beobachtungen von toten Blässgänsen am 8. und 9. November bei Rantum. Zeitgleich wurde ein Fund aus Westerhever im Strandfund-Portal BeachExplorer.org eingetragen. Die Schutzstation Wattenmeer kontrollierte daraufhin verschiedene Sylter Strandabschnitte und barg eine der toten Gänse zur Untersuchung. „Der sezierte Vogel war etwa zehn Tage tot, stark abgemagert und hatte keine Flugmuskeln mehr. So etwas gibt es hier um diese Jahreszeit normalerweise nicht“, erläutert der Biologe Rainer Borcherding von der Schutzstation Wattenmeer. Bei dem überaus milden Herbstwetter queren die Wildgänse die Deutsche Bucht eigentlich problemlos und landen im südlichen Wattenmeer, am Niederrhein oder weiter westlich in den Niederlanden.

Am Salzhaff in der Wismarer Bucht (Mecklenburg-Vorpommern) hat es Ende Oktober ein Massensterben von Wildgänsen gegeben, die mutmaßlich an unsachgemäß ausgebrachten Wühlmaus-Bekämpfungsmitteln gestorben sind. Da dieses mit dem mutmaßlichen Todeszeitpunkt der nun an der Nordsee angespülten Gänse übereinstimmt, vermutet die Schutzstation Wattenmeer einen Zusammenhang.

Hierzu Rainer Borcherding: „Blässgänse ziehen von Sibirien westwärts bis nach Norddeutschland, Holland und Belgien. Dieser Herbst war so mild, dass kein natürlicher Grund erkennbar ist, warum hier Hunderte von Gänsen vom Himmel fallen sollten. Wenn wir 50 am Strand haben, ist sicher die zehnfache Zahl auf See gestorben.

 

Quelle: schutzstation-wattenmeer.de, 10.11.2015

 

Gänsetod: Mäusegift-Aktion soll genehmigt gewesen sein

Große Unternehmen der Region Neubukow verzichten seit Jahren auf Giftweizen-Ausbringung.

„Der Verursacher des Wildgänse-Sterbens ist gefunden. Seine Aktion soll sogar genehmigt worden sein“, erfuhr die Redaktion am Mittwochnachmittag von einem Experten aus der Region am Salzhaff (Kreis Rostock).

Aus dem Flachwasser des Haffs waren allein am 4. November zwischen Roggow und Rerik etwa 60 Wildgänse-Kadaver herausgefischt worden. Auf den Feldern schaute zunächst niemand nach, heißt es dazu im Amt Neubukow-Salzhaff.

„Der Bauhof der Stadt Rerik kontrolliert die Uferregion weiter“, ergänzt Ilona Zippert vom Ordnungsamt. Sie kann sich an ähnliche Fälle, wo Wildtiere am Haff vergiftet worden seien, nicht erinnern.

Laut Landwirtschaftsministerium mussten hier letztlich sogar rund 150 verendete Tiere registriert werden. Dazu kamen dieser Tage 40 tote Blässgänse, die von der Insel Sylt gemeldet wurden. Sie sollen womöglich Ende Oktober bei einer Zwischenlandung am Salzhaff vergiftet worden sein, so ein Biologe (OZ berichtete).

Als Ursache wurden nach Ministeriumsangaben „am Salzhaff in Häufchen abgelegte Mäuseköder“ ermittelt.

 

Quelle: Ostsee Zeitung 12.11.2015

 

Vergiftete Wildgänse in Mecklenburg-Vorpommern: Folgen für Agrarbetrieb

Nach dem Tod von rund 150 Wildgänsen am Salzhaff in Mecklenburg-Vorpommen (siehe Nachricht vom 10.11.2015) haben die Behörden ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen den Landwirtschaftsbetrieb eingeleitet, auf dessen Gelände Mäusegift unsachgemäß ausgelegt worden war. Außerdem muss das Unternehmen mit einem Abzug finanzieller Zuwendungen rechnen, wie Agrarminister Till Backhaus (SPD) am 19. November im Landtag in Schwerin sagte. Das Gift lag nach seinen Worten auf der Oberfläche und war nicht, wie vorgeschrieben, tief in die Mauselöcher geschoben worden. Bauern müssen das Auslegen von Giftködern beantragen. Auch dies sei in diesem Fall nicht erfolgt, sagte der Minister. In der Nähe der Haffpromenade des Ostseebades Rerik im Landkreis Rostock waren seit Anfang November fast täglich tote Vögel gefunden worden.

 

Quelle: Schweriner Volkszeitung, 20.11.2015  über DDA-Newsletter vom 24.11.2015

(c) Wildvogelhilfe Leipzig/ Kohlmeise hängt mit Flügel in Paste fest

Legale Taubenabwehr stellt offenbar tödliche Falle für Singvögel dar

 

 

Dieses Foto einer in die Paste geratenen Kohlmeise brachte den Stein ins Rollen.

In Deutschland wird zur Abwehr von Tauben an Gebäuden in letzter Zeit vermehrt sogenannte „Taubenabwehrpaste“ eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine silikonartige Substanz, die auf Fensterbretter, Giebel und Gebäudesimse geschmiert wird. Aufgrund der klebrigen Eigenschaften der Paste besteht jedoch der Verdacht, dass unter Umständen kleinere Vögel, die auf entsprechend behandelten Gebäudeteilen landen, kleben bleiben oder schwere Gefiederschäden davontragen — ähnlich wie bei den zum Singvogelfang im Mittelmeerraum verwendeten Leimruten. Aufmerksam wurde das Komitee gegen den Vogelmord durch das Foto einer mit dem linken Flügel in die Paste geratenen Kohlmeise, das die Wildvogelhilfe Leipzig aufgenommen hatte. Auf Rückfrage der Organisation beim Hersteller wurde bestätigt, dass die Wirkung der Paste auf Wildvögel und insbesondere kleinere Singvögel vor Einführung des Produktes nicht geprüft wurde!

Um die Dimension dieses Problems besser abschätzen zu können, ruft das Komitee gegen den Vogelmord alle Vogelfreunde dazu auf, ähnliche Fälle zu melden! Funde sollten per E-Mail (am besten mit Foto) an info@komitee.de gesendet werden.

 

Quelle: Facebook-Seite des Komitee gegen den Vogelmord e.V., 04.11.15  über DDA-Newsletter vom 12.11.2015

DK statt NL: Kurzschnabelgänse ändern ihre Zugstrategie

 

Die Zahl der Kurzschnabelgänse an den traditionellen Rastplätzen in den Niederlanden ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen

Der Südwesten der niederländischen Provinz Friesland gehört traditionell zu den wichtigsten Regionen für Kurzschnabelgänse in Europa. In diesem Jahr konnten bei der Wasservogelzählung der Organisation Sovon Vogelonderzoek Nederland Mitte Oktober jedoch gerade einmal rund 2200 Kurzschnabelgänse gezählt werden, der niedrigste Wert der vergangenen 30 Jahre. Bis vor etwa fünf Jahren waren in der Region schon einzelne Trupps dieser Größenordnung anzutreffen. Der niedrige Wert der aktuellen Zählung passt jedoch zum Trend der letzten Jahre.

Seit 2009 sind die Bestände der Kurzschnabelgans in den Niederlanden um rund 20% pro Jahr gesunken. Der Oktober war stets der Monat mit dem höchsten Rastbestand (z.B. 2009 noch rund 40.000 Vögel). Entgegen des negativen Trends der niederländischen Rastbestände hat die Population der Kurzschnabelgans im selben Zeitraum zugenommen. Dies bedeutet, dass ein zunehmend kleinerer Anteil der Population bis in die Niederlande zieht. Während 2009 noch rund 60% aller Kurzschnabelgänse dort rasteten, lag der Anteil im Oktober 2015 bei weniger als 5%.

Gänse sind für eine hohe Rastplatztradition bekannt, zumindest einige Arten scheinen jedoch flexibel auf veränderte Bedingungen reagieren zu können. Der Bestandsrückgang in Friesland (NL) geht mit einem starken Anstieg der Zahlen in Dänemark einher. Dort entdeckten die Kurzschnabelgänse offenbar in den letzten Jahren das reiche Angebot an Maisstoppeln im Herbst. In Dänemark stiegen jedoch nicht nur die Anzahlen der Gänse, auch die Rastplätze dehnten sich deutlich weiter aus. Lagen diese bislang in einem schmalen Streifen entlang der Westküste, reichen sie nun bis zu 40 Kilometer ins Inland. Allabendlich suchen diese Gänse in beeindruckenden Trupps die Schlafplätze im dänischen Wattenmeer und an der Küste auf.

Dänemark wurde von den Kurzschnabelgänsen bislang vorwiegend als Überwinterungs- oder Zwischenrastplatz auf dem Weg in die Brutgebiete Spitzbergens aufgesucht, während sich die Vögel von Oktober bis Dezember in den Niederlanden und Belgien einfanden. Diese Zugstrategie scheint sich in den letzten Jahren verändert zu haben. Das Beispiel der Kurzschnabelgans zeigt eindrucksvoll wie sich Veränderungen in der Landnutzung auf Vogelarten und deren Zugverhalten auswirken können.

 

Quelle: Sovon.nl 05.11.2015  über DDA-Newsletter 09.11.2015

 

Weitere Infos: https://www.sovon.nl:nl:

(c) O.Geiter/ Satellitensender

Suche nach Satellitensender

In einem belgischen Forschungsprojekt waren einige Brandgänse mit Sendern für die Satellitentelemetrie versehen worden. Eine davon war anschließend in den friesischen Raum geflogen. Seit einigen Tagen kamen die Signale aber von derselben Stelle im Elisabeth-außengroden. Das konnte nur bedeuten, dass dort entweder die tote Gans oder der abgefallene Sender lag. Die belgischen Kollegen hatten Olaf Geiter (Leiter Beringungszentrale  Vogelwarte Helgoland) darum gebeten, er solle doch versuchen, den Sender zu bergen. So begaben sich O. Geiter, Dr. Susanne Homma, Hubert Clodius - Zähler in dem Bereich und damit beste Ortskenntnis - und Werner Menke (beide für die WAU) am 01.11.2015 zum Außengroden. Da die von mehreren Satelliten aufgefangenen Signale des Senders eine genaue Ortsangabe ermöglichen, war der Fundort ziemlich exakt zu lokalisieren. Genau so exakt führte ein GPS-Gerät, in das die entsprechende Position als Ziel eingegeben war, an eben diese Stelle. Ohne große Suche wurden dort die Reste der Brandgans, die offenbar von einem Fuchs gefressen worden war, und der an einem Flügel hängende teure Sender gefunden. Weitere Infos liegen bis dato nicht vor.

(c) V.K.Prueter/ Stieglitz (Distelfink)

Der Stieglitz -Vogel des Jahres 2016

Unlängst wurde der Stieglitz, umgangssprachlich auch Distelfink genannt, von NABU und LBV zum Vogel des Jahres 2016 gewählt.

Die Art gehört mit zur Familie der Finken wie auch Buch- und Grünfink, Hänflinge und Zeisige. In unseren Breiten ist der Stieglitz ein Jahresvogel.

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WAU e.V.

Werner Menke

Ibenweg 7

26441 Jever

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zuletzt aktualisiert:

24.06.2017