Rundbriefe

Jever, September 2016

 

An die Freunde und Mitglieder der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (WAU)

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Mitglieder,

 

in der Anlage übersenden wir unser Vortragsprogramm für das Winterhalbjahr 2016/17. Wir bitten Sie, nach Möglichkeit Werbung für unsere Veranstaltungen zu machen und Freunde und Bekannte zu den Vorträgen mitzubringen. Bitte beachten Sie, dass, anders als in den Vorjahren, die Vorträge jetzt bereits um 19.30 Uhr beginnen. Der frühere Beginn scheint uns für den Winter angebrachter, außerdem finden so vielleicht mehr Mitglieder/Gäste Gelegenheit, an den anschließenden „Nachbesprechungen“ in gemütlicher Runde teilzunehmen.

Wie üblich nutzen wir die Post zu einem Rückblick auf Ereignisse der letzten Monate.

Ein Höhepunkt war hier zweifellos die Neueröffnung des Nationalpark-Hauses Wangerland in Minsen am 18. März. Die neue Konzeption der Ausstellung hat sehr viel Anerkennung  gefunden. Gelobt wurden insbesondere die großzügige Raumgestaltung und die ansprechende Präsentation der Objekte. Die Aquarienlandschaft, schon in der alten Ausstellung ein Höhepunkt, gewinnt  durch die räumliche Verlegung und neue Gestaltung noch mehr an Attraktivität. Ein Besuch kann nur empfohlen werden, ebenso wie der Besuch der Forschungsstation in Schillig (bei der Minigolfanlage Nähe Parkplatz/Campingplatz)

Für den 9. April hatte die WAU zu einer durch Ralf Sinning, den Leiter der Einrichtung, geführten Besichtigung des Nationalpark-Hauses eingeladen, die dann bei Tee und Kuchen ausklang. Unsere zweite Exkursion führte am 28. Mai auf den ehemaligen Standortübungsplatz Friedrichsfelde bei Varel (Osterforde). Die gut 20 Teilnehmer waren beeindruckt von der ökologischen Qualität dieses Raumes; besonders von dem Vorkommen seltener Pflanzen-, Insekten- und Vogelarten. So hat der im Kreis Friesland wenig häufige Baumpieper hier eine hohe Bestandsdichte und auch andere Arten offener Landschaften wie Dorngrasmücke und Goldammer ließen sich gut beobachten; der Neuntöter allerdings, der hier ebenfalls als ein in Friesland seltener Brutvogel vorkommt, ließ sich an diesem Tag nicht sehen. Thomas Coldewey und Bernd Pannbacker leiteten als Mitglieder der BUND-Kreisgruppe Friesland, die in Friedrichsfeld seit Jahren intensiv beobachtet, die Exkursion. Besonders hingewiesen wurde auch auf die Problematik der hier vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen für die geplante Küstenautobahn, die das jetzt schon sehr wertvolle Gebiet deutlich verändern würden und daher bei Umweltschützern und auch Politikern sehr umstritten sind.

Auch die nächste Exkursion führte mit der Fahrradtour in den Bereich der Clevernser Sietwendung am 7. Juni in ein Gebiet, das im Brennpunkt politischer Diskussionen steht, sollen hier im Westen der Stadt Jever doch Windenergie-Anlagen entstehen. Wachtel, Kuckuck, Schwarz- und Blaukehlchen standen neben anderen Arten auf der Beobachtungsliste. Viele der gut 25 Teilnehmer wünschten sich, dass hier der offene Landschaftscharakter der ehemaligen Harlebucht erhalten bleibt und der Blick auch in Zukunft nicht durch Windkraftanlagen verstellt wird.

Im Juli und August bildeten dann mehr als 15 der traditionellen Salzwiesenführungen den Schwerpunkt unserer Exkursionsangebote. 

 

Eine kurze Vorschau sei erlaubt auf die Veranstaltungen der kommenden Zugvogeltage: Dazu gehören unsere in Zusammenarbeit mit dem Nationalpark-Haus Wangerland angebotenen „Klassiker“ wie die Exkursion mit dem Schiff („Gänsen auf der Spur“) und die Tour entlang des Deiches am Elisabethgroden sowie – nach den guten Erfahrungen des letzten Jahres – erneut eine vogelkundliche Fahrt mit der „Bimmelbahn Frida“  am Strand von Horumersiel / Schillig. Dazu kommen Zugvogelbeobachtungen am Flügeldeich beim Dangaster Hafen und am Wangermeer, an dem im Oktober sicher schon viele Blässhühner, Enten und Gänse zu beobachten sein werden.

Für uns weitgehend neuen Charakter hat eine gesellige Veranstaltung bei einer schwedischen Kaffeestunde im Graftenhaus Jever am 12. Oktober, bei der Damen der deutsch-schwedischen Gesellschaft Oldenburg schwedisches Gebäck anbieten. In einem kurzen Vortrag werden vogelkundliche Verbindungen zwischen Friesland und Schweden vorgestellt, darüber hinaus soll der gemütliche Klönschnack nicht zu kurz kommen.

 

Am 9. August trafen sich Vertreter verschiedener Naturschutzverbände in Bremen zu einem Wattenmeerkoordinationstreffen. Damit sollte eine über viele Jahre bestehende, dann aber eingeschlafene Plattform wiederbelebt werden, auf der die Verbände wie NABU, BUND, Niedersächsischer Heimatbund, Mellumrat, aber auch die WAU  ihre Positionen zum Nationalpark Wattenmeer diskutieren und miteinander abstimmen. Erstes Ergebnis war eine gemeinsame Presserklärung zum 30. Geburtstag des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Weitere Treffen und Absprachen werden folgen.

Auch auf lokaler Ebene zeigen sich positive Ansätze zu einer Zusammenarbeit mit anderen Verbänden. Die Führung durch BUND-Mitarbeiter bei der WAU-Exkursion nach Friedrichsfelde wurde bereits erwähnt – umgekehrt referierte der WAU-Vorsitzende bei einer BUND- Versammlung über die Problematik eines geplanten Windparks bei Wiefels.

Auch mit der NABU Ortsgruppe Jever und umzu  bestehen gute Verbindungen. So stellte die Gruppe jüngst der WAU fünf Baumläufer-Nistkästen zur Verfügung, die unser bestehendes Nistkastenprogramm (u. a. im Schlosspark und in Upjever) gut ergänzen.

Über Erfolge unserer Nistkastenaktionen soll hier nicht detailliert berichtet werden, beispielhaft sei nur vermerkt, dass der 2014 am Kirchturm in Jever angebrachte Turmfalkenkasten in diesem Jahr erstmals angenommen wurde. So konnte der aufmerksame Betrachter zunächst balzende und später fütternde Turmfalken mitten in der Stadt am Kirchplatz beobachten.

Abschließend erwähnt werden sollen weitere Beobachtungen interessanter Arten in der Region, so hielt sich z. B. ein Rosa Flamingo mehrere Wochen im Watt bei Crildumersiel auf, ein Stelzenläuferpaar brütete (leider erfolglos) im Jheringsgroden (zwischen Carolinen- und Neuharlingersiel), der Schlagschwirl, ein eher östlicher Brutvogel, brütete im Voslapper Groden. Auf dem Zug waren u.a. Wendehals (im Wiedel) und Odinshühnchen (Pütte bei Dangast) zu sehen. Und zur Zeit genießt die Lagune bei Schillig (Höhe Jugendherberge / DRK –Heim) Aufmerksamkeit bei Vogelkundlern: Neben Dutzenden von rastenden Bekassinen (die dort ideal beobachtet werden können) halten sich Wasserrallen und Tüpfelsumpfhühner hier auf. Über alle besonderen Beobachtungen informiert zeitnah die WAU-Internetseite (www.wau-jever.de), die von Volker Prüter betreut wird. Schauen Sie rein, tragen Sie mit eigenen Beobachtungen bei und bringen Sie sich aktiv ein.

Seien Sie herzlich von uns  gegrüßt                               

                                                       Werner Menke   und   Michael Hintze

 

 

Jever, September 2015

 

An die Freunde und Mitglieder der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (WAU)

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Mitglieder,

 

in der Anlage übersenden wir unser Vortragsprogramm für das Winterhalbjahr 2015/16. Wir hoffen, dass – wie in den Vorjahren - auch die Themen des neuen Programms auf gute Resonanz stoßen, und bitten Sie, nach Möglichkeit Werbung für unsere Veranstaltungen zu machen und Freunde und Bekannte zu den Vorträgen mitzubringen.

Wie üblich nutzen wir die Post zu einem Rückblick auf Ereignisse der letzten Monate.

Wie schon Tradition boten wir von April bis September verschiedene Veranstaltungen an, die unterschiedlich gut angenommen wurden. Dazu gehörten eine Führung um das Wangermeer (Leitung Volker Prüter und Hans Uhlmann) im April, eine Fahrradtour im Bereich Clevernser Sietwendung (Leitung Werner Menke) im Mai sowie  eine Führung durch den Barkeler Busch (Leitung Christian Finckenstaedt) im Juni. Alle drei Unternehmungen waren gut besucht. Weniger gefragt waren  die Führung durch den Schlosspark Jever im Juli (Leitung W. Menke, nur fünf Teilnehmer) sowie die Planktonuntersuchung in der Forschungsstation Schillig (Leitung Hans Uhlmann und die FÖJ’lerin Antje Rakisch ) am 15. August.

Mehr Teilnehmer erhoffen wir uns für die Pilzexkursion am 26. September im Forst Upjever (Leitung: Dr. Martin Baurmann) sowie für unsere Veranstaltungen im Rahmen der kommenden 7. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (10. bis 18. Oktober 2015; Einzelheiten siehe Programmhefte bzw. unter www.zugvogeltage.de).

Unter unseren Unternehmungen sind auch die traditionellen Salzwiesenführungen zu erwähnen, von denen fünf in Harlesiel, zehn in Küstersmatt und sieben in Hooksiel (Campingplatzgelände) angeboten wurden. Hier arbeiten wir mit den Nationalparkhäusern in Carolinensiel und in Minsen zusammen. Beim Nationalpark-Haus Wangerland in Minsen sind wir auch eng eingebunden in die Neukonzeption beim derzeit stattfindenden Umbau.  Die aufwändigen Sanierungsarbeiten an der Dachkonstruktion sind weitgehend abgeschlossen. Nun steht die Neugestaltung der Ausstellung an. Wir wünschen dem Leiter des Hauses, Ralf Sinning, und seinem Team (seit dem 1. September die FÖJ.ler Alena Friedrich und Felix Folkers; bis zum 31. August die FÖJ.ler Antje Rakisch und Sebastian Hische, denen die WAU für die geleistete Arbeit herzlich dankt) gute Kondition in dieser aufregenden Phase! Die Neueröffnung des Nationalpark-Hauses in Minsen ist für das Frühjahr 2016 vorgesehen.

Außer den kostenlos angebotenen Veranstaltungen stellen wir uns (gegen einen Spendenbeitrag) auf Nachfrage auch gerne für geschlossene Gruppen zur Verfügung. Im Programm haben wir da z. B. verschiedene Vorträge, vogelkundliche Führungen; Salzwiesen-Erkundungen, biologisch ausgerichtete Strandspaziergänge u.a.m.

Als Beispiel für unsere Naturschutzarbeit ist die Anbringung von Nisthilfen für Mauersegler am Turm der Stadtkirche Jever sowie am ehemaligen Feuerwehrturm am Rathauses zu erwähnen, am Kirchturm brachten wir zudem auch einen Turmfalkenkasten an.

Die im Rahmen früherer Aktionen im Schlosspark Jever und im Forst Upjever angebrachten Nisthilfen für Höhlenbrüter (Meisen, Trauerfliegenschnäpper, Gartenbaumläufer u.a.) wurden auch 2015 gut angenommen, die Belegungsraten betrugen im Schlosspark  rund 80 %, im Upjever – aufgrund von Folgebruten – sogar über 100 %. Allerdings verliefen -wohl als Folge des nasskalten Wetters im Frühjahr - nur rund 60 % der Bruten erfolgreich. 

V. Prüter und H. Uhlmann hatten bei ihren Beobachtungsgängen am Wangermeer gegen Mitte April festgestellt, dass auf dem Bau-Areal der NLG (nördlich der Hotelanlage) rund ein Dutzend Kiebitze brüteten. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wangerland und der NLG (Niedersächsische Landesgesellschaft als Vermarkter der Grundstücke) sowie durch das Aufstellen von Hinweisschildern wurden Störungen minimiert. Die Bemühungen wurden belohnt: Im Mai zählten die beiden Beobachter mindestens 23 geschlüpfte Kiebitzküken und stellten in der Nähe auch zwei Uferschnepfenküken fest.

Erfolgreich war auch unsere durch V. Prüter angeregte Initiative, die Kollisionsgefahr von Wasservögeln mit der Freilandleitung im Nahbereich des Wangermeeres zu reduzieren. Die WAU hatte aufgrund von Totfunden von Höckerschwänen auf der Leitungstrasse  eine Eingabe bei dem Netzbetreiber Avacon gemacht, der sich sehr kooperativ zeigte. Am 8. September wurden in einer spektakulären Aktion mit dem Hubschrauber bewegliche Kunststoffstäbe als Markierungen an der Leitung angebracht, die Vögel warnen  und damit vor Kollisionen bewahren sollen.

Positive Ergebnisse sind auch von dem seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Friesland  durchgeführten Wiesenweihenprojekt im nördlichen Wangerland zu vermelden. Das WAU-Team Ulrich Appel, Hubert Clodius und Rolf Jenckel wies sechs Neststandorte nach, von denen bei fünfen insgesamt 12 Jungvögel flügge wurden.

Seit 1996 brüten wieder Löffler auf Mellum; seit 2006 werden hier geschlüpfte Jungvögel mit Farbringen markiert, um Aufschluss z. B. über Überlebenswahrscheinlichkeit, Zugverhalten und Brutorttreue zu erhalten. 2015 war die Neuanschaffung von 100    Farbringkombinationssets erforderlich, die WAU unterstützte diese 600,- € teure Maßnahme in Zusammenarbeit mit der Naturschutzstiftung Friesland, Wilhelmshaven, Wittmund. Rund 80 Jungvögel wurden von unseren Mitgliedern Dr. Susanne Homma und Olaf Geiter (sowie weiteren Mitarbeitern) mit diesen Farbringen markiert und es liegen auch schon erste Meldungen von Sichtungen vor.

Ausdrücklich unterstützt werden von der WAU die Bestrebungen der Initiative „Upjever lieb ich“, Teile der nicht mehr genutzten Start-/Landebahn des früheren Flugplatzes Upjever wieder in den Forst einzubinden und damit eine Verbindung zwischen den seit der Flugplatzerweiterung von 1951 getrennten Waldbereichen herzustellen. Der Forst Upjever würde dadurch eine weitere ökologische Aufwertung erfahren, wie sie durch andere Maßnahmen auch in weiteren Teilen erreicht worden ist (Paradebeispiel: Krickmeere).  Verbindungsmann der WAU zur Initiative ist unser Ehrenvorsitzender Ulrich Appel.

Kritisch sehen wir Pläne der Stadt Jever, im westlichen Stadtrandbereich Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen. Vor allem der Bereich der Clevernser Sietwendung hat hohe ökologische Qualitäten, hier sollte deshalb - auch aus Gründen des Landschaftsbildes (offene Flur der ehemaligen Harlebucht) – auf die Aufstellung von Windkraftanlagen verzichtet werden. Ebenso begleiten wir die Pläne der Gemeinde Wangerland kritisch, im Bereich Wiefels (südlich des Zentrums für Abfallwirtschaft) Windkraftanlagen zu errichten. Hier hat sich im Nahbereich der Deponie seit Jahren eine Entwicklung zu ökologisch hochwertigen Arealen ergeben (die u. a. als Brut- und Rastgebiet für verschiedene Enten- und Gänsearten dienen), die nicht gestört werden sollte. 

Selbstverständlich sollten auch in diesem Rückblick besondere Beobachtungen erwähnt werden. Auf überregionale Aufmerksamkeit stieß das Auftreten eines Triels im Elisabethaußengroden Anfang Juni. Ulrich Appel und Hubert Clodius entdeckten diesen bei der Wasservogelzählung am 4. Juni. Volker Prüter gelang eine fotografische Dokumentation.

Weitere interessante Beobachtungen können hier aus Platzgründen nicht mehr erwähnt werden, sie sind aber aufgelistet auf unsere Website www.wau-jever.de, die von Volker Prüter mit großem Einsatz betreut und aktualisiert wird und inzwischen eine hohe Zahl von Besuchern hat. Schauen Sie einfach mal herein und melden Sie mit!

 

Wir wünschen Ihnen alles Gute und grüßen Sie herzlich

Werner Menke und Michael Hintze

                                                                                Jever, September 2014

 

An die Freunde und Mitglieder der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (WAU)

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Mitglieder,

 

in der Anlage übersenden wir unser Vortragsprogramm für das kommende Winterhalbjahr. Wir hoffen, dass – wie in den Vorjahren - auch die Themen unseres neuen Programms auf gute Resonanz stoßen, und bitten Sie, nach Möglichkeit Werbung für unsere Veranstaltungen zu machen und Freunde und Bekannte zu den Vorträgen mitzubringen.

Wie üblich nutzen wir die Post zu einem kurzen Rückblick auf die letzten Monate.

Aus verschiedenen Gründen konnten wir im vergangenen Sommerhalbjahr nur relativ wenige Exkursionen anbieten. Zu nennen sind hier  eine Führung um das Wangermeer durch unser Mitglied Volker Prüter im April sowie eine Führung durch das Wasserwerksgelände Feldhausen (inkl. Pöttkenmeer) durch unseren Ehrenvorsitzenden Ulrich Appel im Mai.

Beide Führungen stießen auf gute Resonanz und bei der  Exkursion am  Wangermeer kamen auch einige seltenere Arten zur Beobachtung, so als Durchzugsgäste Rot- und Schwarzhalstaucher. Am Samstag, 25. Oktober, wird hier erneut eine Führung der WAU veranstaltet, alle Interessierten sind zur Teilnahme eingeladen (Treffen: 14.30 Uhr am Rathaus Hohenkirchen).

Daneben spielten die traditionellen Salzwiesenführungen wieder eine wichtige Rolle. Erstmals boten wir diese nicht allein für den Elisabethaußengroden an (bzw. für den deichbaubedingten Ersatz-Bereich westlich des Campingplatzes Harlesiel), sondern auch für Hooksiel, wo sich eine kleine Salzwiese in der Bucht südöstlich des Campingplatzes entwickelt hat. Hier führte unser Mitglied Hans Uhlmann an fünf Terminen, unterstützt wurde er dabei durch die beiden FÖJ’lerinnen im Nationalpark-Haus Wangerland Lena Nachreiner und Lena Gaide. Die beiden jungen Frauen haben sich mit sehr viel Engagement eingebracht und nicht nur im Nationalpark-Haus in Minsen und der Forschungsstation Wattenmeer in Schillig tatkräftig mitgearbeitet, sondern auch eigenständig eine Strandführung für Schillig entwickelt und mehrfach durchgeführt. Zum 31. August  endete ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ), beiden sei auch von Seiten der WAU herzlich für ihren Einsatz gedankt.

In Absprache mit der Gemeinde Sande haben wir auch einzelne Führungen auf dem Salzwiesenlehrpfad Cäciliengroden durchgeführt.

Die Salzwiese war auch das Thema unserer Präsentation in der Zeltausstellung „Schätze der Natur in Friesland“, die als Begleitveranstaltung zu dem diesjährigen Freilichttheater „Die Schatzinsel“ in Dangast durchgeführt wurde. Unser Stand war dem des  III. Oldenburgischen Deichbandes direkt benachbart und das einheitliche Layout ließ beide Präsentationen fast als eine gemeinsame erscheinen.  Und genau so war es auch konzipiert, wir hatten bei der Vorbereitung eng kooperiert. Für diese gute Zusammenarbeit und die Unterstützung bei Vorbereitung und Durchführung der Ausstellung bedanken wir uns bei dem III. Oldenburgischen Deichband ganz herzlich. 

Neben der Präsenz als Ansprechpartner am WAU-Stand bot die WAU im Rahmen des Begleitprogramms zur Theateraufführung an fünf Terminen Vogelbeobachtungen an der dem Festspielgelände benachbarten Pütte an. Auffälligste Vogelart war hier der Löffler, der an allen Beobachtungstagen zu sehen war. Löffler waren früher in unserer Region ausgesprochen selten zu beobachten, erst seit Mitte der 1990er Jahre brütet die Art mit zunehmender Tendenz auf den Nordseeinseln. Auf Mellum ist die Brutpopulation inzwischen auf mehr als 120 Paare angewachsen. Entsprechend häufig sind die Vögel jetzt auch an unserer Festlandküste zu sehen. Die Art Löffler schreibt an unserer Küste eine echte Erfolgsgeschichte, bei anderen Arten, wie dem Kiebitz und dem Sandregenpfeifer sieht die Entwicklung dagegen leider sehr  schlecht aus.

Zum Punkt Wiesenweihenschutz gibt es für die Brutsaison 2014 Positives zu berichten: Das WAU-Team Ulrich Appel, Hubert Clodius und Rolf Jenckel wies im nördlichen Wangerland fünf Bruten nach, eine davon im Elisabeth-Außengroden, die übrigen in landwirtschaftlich genutzten Binnenflächen. Diese wurden ausgesteckt, zudem wurde ein Teil der  Bodennester durch Gitter aus Estrichmatten gegen Beutegreifer (Fuchs) geschützt. Mit insgesamt elf ausgeflogenen Jungvögeln war der Bruterfolg erfreulich groß, sechs der Jungen  konnten beringt werden.

Erfreulich entwickelt sich auch das Nisthöhlenprogramm der WAU. Von dem im Forst Upjever bzw. bei der Försterei aufgehängten Nistkästen waren ca. 80 % besetzt, im Schlosspark Jever lag die Zahl vergleichbar hoch, allerdings wurden hier insgesamt weniger Junge erbrütet. Erwähnenswert ist, dass es neben den Blau- und Kohlmeisen-  auch vereinzelte Bruten von Tannenmeise, Kleiber und Trauerschnäpper gab. Wie schon in den Vorjahren wurden auch diesmal die Jungvögel in den Kästen von unseren Mitgliedern Dr. Susanne Homma und Olaf Geiter beringt. Auf Dauer erhoffen wir uns hier wertvolle Aufschlüsse zur kleinräumigen Ausbreitung der Vögel, und erste Beobachtungen zeigen hier schon interessante Ergebnisse: Eine Blaumeise, die in diesem Jahr im Schlosspark brütete, war 2012 als Jungvogel im Klosterpark Heidmühle beringt worden.

Bemerkenswerte Beobachtungen gab es in den letzten Wochen gleich mehrere. So hielt sich fast den gesamten Monat August über ein großer Trupp von 300 bis 800 Gänsen im Speicherpolder Horumersiel auf (die Schwankungen in der Anzahl erklären sich durch zeitweisen Wegflug von Teilgruppen ins Watt oder ins Binnenland, z. B. ans Wangermeer). Es handelte sich dabei weitgehend um Graugänse, doch ergab ein genaues Durchmustern der Trupps, dass sich vereinzelt auch andere Arten dazwischen befanden, so Kanada-, Weißwangen-, Kurzschnabel- und Höckergänse.

Im September beeindruckten die abendlichen Formationsflüge von Zehntausenden von Staren über Schillig. Volker Prüter hatte in der Presse über das Naturschauspiel informiert und auf die Presseberichte hin meldete sich selbst das Fernsehen und berichtete über das Phänomen (NDR III, Niedersachsen aktuell).

Jetzt sind wir gespannt auf interessante Beobachtungen während der Zugvogeltage (11.10. bis 19.10). Die WAU beteiligt sich daran mit verschiedenen Veranstaltungen (siehe dazu das Programmheft für die Region ‚Jadebusen’ bzw. www.zugvogeltage.de). Und selbstverständlich machen wir auch wieder mit beim Aviathlon-Wettbewerb, bei dem es darum geht, welche Küstenregion während der Zugvogeltage die meisten beobachteten Vogelarten melden kann. Hier zählt jede Art! Wenn Sie im Zeitraum vom 11. bis 19.10. schöne Beobachtungen im Bereich Wangerland / Jever machen, melden Sie sich bei uns.

Zum Schluss noch zwei Meldungen in eigener Sache:  1. Derzeit ist der Bericht für 2012/2013  über unsere Brut- und Rastvogelzählungen in Arbeit.  2. Die Internetseite der WAU konnte in den letzten Monaten aus verschiedenen Gründen (u.a. Systemumstellung und personelle Engpässe) nicht gepflegt werden; viele Programmpunkte waren veraltet. Derzeit ist ein komplett neuer Internetauftritt in Arbeit und wird  hoffentlich schon online sein, wenn Sie diesen Rundbrief erhalten. Schauen Sie doch dann mal wieder auf unsere Webseite wau-jever.de. Volker Prüter hat darauf eine Rubrik eingerichtet mit besonderen aktuellen Beobachtungen. Wenn Sie bemerkenswerte Naturbeobachtungen machen, melden Sie die bitte weiter, damit diese ggf. auch auf die Seite aufgenommen werden können.

Wir wünschen Ihnen alles Gute und grüßen Sie herzlich

 

Werner Menke  1. Vors.                                    Michael Hintze  2. Vors.

September 2013

 

                                                                                Jever, September 2013

 

An die Freunde und Mitglieder der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (WAU)

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Mitglieder,

 

in der Anlage übersenden wir unser Vortragsprogramm für das kommende Winterhalbjahr. Alle Vortragsabende der letzten Saison waren sehr gut besucht, wir hatten in der Regel mehr als 50 Zuhörer pro Abend. Wir hoffen, dass auch die Themen unseres neuen Programms auf gute Resonanz stoßen, und bitten Sie, nach Möglichkeit Werbung für unsere Veranstaltungen zu machen und Freunde und Bekannte zu den Vorträgen mitzubringen.

 

In den zurückliegenden Monaten  boten wir verschiedene Exkursionen an, so einen naturkundlichen Spaziergang am nordwestlichen Stadtrand von Jever (Jürgens Dreesche) (17.April), eine vogelkundliche Fahrradtour in das Gebiet der Clevernser Sietwendung (14. Mai), einen Abendspaziergang durch den Schlosspark Jever (12. Juni) und einen von Christian Finkenstaedt geführten naturkundlichen Gang durch den Barkeler Busch (9. Juli). Zu den beiden letzten  Veranstaltungen kamen jeweils rund 20 Teilnehmer, zur Fahrradtour im Mai hatten sich bei nasskaltem Wetter nur sieben eingefunden.

Die Wetterbedingungen verhinderten leider auch die traditionelle Wattwanderung nach Spiekeroog am 31. August, zu der sich über 40 Teilnehmer angemeldet hatten. Wegen  des Nordwestwindes stand das Wasser nach den Voraussagen des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie jedoch fast einen Meter höher als normal zum Niedrigwasserzeitpunkt, damit war ein Durchqueren der  Priele nicht zu verantworten. 

Eine sehr lange Tradition haben unsere sommerlichen Salzwiesenführungen. Im Elisabeth-Außengroden führten U. Appel, H. Clodius und W. Menke davon insgesamt 13 durch, die hauptsächlich von Touristen gut angenommen wurden.

 

Neben Informationsarbeit durch Vorträge und Exkursionen spielte handfeste Naturschutzarbeit eine Rolle: Am 9. Februar fand die von U. Appel organisierte  Reinigung der von der WAU betreuten Schleiereulenkästen statt. Da seit der letzten Aktion  zwei Jahre vergangen waren, entpuppte sich das wegen der vielen alten Gewölle als eine recht staubige Angelegenheit, dafür entschädigten aber die Beobachtungen der aus  den Trafohäuschen abfliegenden Eulen und die Feststellung, dass diese in den zwei zurückliegenden Jahren offenbar guten Bruterfolg gehabt hatten.

Ein WAU-Team, zu dem U. Appel, H. Clodius, R. Jenckel und H. Uhlmann gehören, machte sich im Sommer  an das Ausspähen von Brutplätzen der Wiesenweihe. Dieser Bodenbrüter nistet bevorzugt in Wintergetreidefeldern, so dass Gelege und Jungvögel durch die Mahd hochgradig gefährdet sind. Werden Neststandorte  ausfindig gemacht, werden sie markiert und der Landwirt spart diesen Bereich bei der Mahd aus, sodass die Jungvögel die Chance haben, auszufliegen. Leider war von drei in diesem Jahr im nördlichen Wangerland festgestellten Bruten nur eine erfolgreich.

Im April wurden im Upjeverschen Forst gut 30 Nistkästen für Höhlenbrüter (Meisen, Trauerschnäpper) aufgehängt, deren Anschaffung aus Mitteln der WAU und einem Zuschuss der Naturschutzstiftung Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund finanziert wurde. Zusammen mit den 30 Nisthilfen, die die WAU 2012 im Schlosspark Jever aufgehängt hatte, werden die Nistkästen von unseren Mitgliedern Susanne Homma und Olaf Geiter betreut, die auch die Jungvögel beringen. So wird neben dem Vogelschutz auch Grundlagenforschung geleistet. Über die Tätigkeit der beiden Beringer hat übrigens ein Beitrag auf NDR 3 am 27.8. 13 berichtet: „Den Zugvögeln auf der Spur. Vogelberinger im Einsatz“. Der Film, von dem einige Sequenzen im Schlosspark Jever spielen, kann in der Mediathek des NDR noch angesehen werden.

Die Erfassung von Daten (und damit wichtige Grundlagenforschung für den Naturschutz) ist ein dritter Tätigkeitsbereich der WAU. Hier ist an erster Stelle die alle 14 Tage stattfindende Wasser- und Watvogelzählung zu nennen, an der mehrere unserer Mitglieder auf der Strecke zwischen Neuharlingersiel und Varel / Wapelersiel beteiligt sind, die meisten sind schon seit vielen Jahren dabei.

Zur Tätigkeit der WAU gehört außerdem die Mitwirkung in der Trägergemeinschaft des Nationalparkhauses Wangerland in Minsen. Bei den kommenden Zugvogeltagen (5.10. – 13.10. 13) bieten WAU und Nationalparkhaus eine Reihe von gemeinsamen Veranstaltungen an.

Auch beim ‚Runden Tisch Naturschutz’ ist die WAU vertreten. Auf der letzten Sitzung am 8. August stand das polarisierende Thema ‚Saatkrähen in Jever und Sanderbusch’ auf der Tagesordnung. Die WAU hatte dazu ein Papier vorgelegt, sie vertritt folgende Position: An Stellen, wo starke Beeinträchtigungen (und möglicherweise sogar gesundheitliche Gefährdungen) gegeben sind, tragen wir verantwortungsbewusst durchgeführte Vergrämungsmaßnahmen mit. Dazu gehört ganz sicher nicht die Entnahme von Nestern mit Eiern, wie sie im April 2013 erfolgte;  die WAU wandte sich deswegen auch an das Niedersächsische Umweltministerium und begrüßt es ausdrücklich, dass dieses solche Maßnahmen für die Zukunft untersagt hat.

Auch wenn wir in Einzelfällen genehmigte Vergrämungsaktionen durchaus für angemessen halten, wehren wir uns doch gegen den Ansatz, die Saatkrähen generell aus der Stadt Jever zu vertreiben. Die Stadt ist auch Lebensraum für diese Art und gewisse, zeitlich und räumlich begrenzte Unannehmlichkeiten (z. B. Verschmutzungen) sind u. E. hinzunehmen wie das in bestimmtem Maß auch bei anderen Dingen (z. B. Flug- und Verkehrslärm) der Fall ist. Die alljährlich besonders zur Brutzeit einsetzende öffentliche Erregung fiele sicher deutlich geringer aus, wenn die Zahl der Bürger noch zunähme, die sich am Sozialverhalten der intelligenten Vögel erfreuen und den Ein- und Überflug großer Schwärme von Krähen und Dohlen über Jever als grandioses Naturschauspiel empfinden.

Schließen wir mit einigen interessanten Beobachtungen: Im letzten Winter hielt sich ein Trupp rastender Zwergschwäne längere Zeit am Wangermeer (Hohenkirchen) auf (Beobachter u.a.: V. Prüter), ein Individuum machte sich aus nicht zu klärenden Gründen (schlechte Kondition?) nicht auf den Rückweg in die Brutheimat im hohen Norden Russlands und übersommerte hier. So konnten  über Monate hin  drei Schwanenarten am Wangermeer beobachtet werden, denn außer den hier brütenden Höckerschwänen hält sich seit mehreren Jahren auch ein Trauerschwan (Schwarzschwan) hier auf (diese aus dem australischen Raum stammende Art ist als Parkvogel in Europa eingeführt worden, mittlerweile gibt es auch eine freilebende Population). Und auch ein weiterer Neubürger war im letzten Halbjahr häufiger als sonst zu sehen: die Kanadagans, von der  Rolf Jenkel Mitte Juni einen Trupp von 64 Exemplaren nördlich von Hohenkirchen fotografierte.

Kein „Fremdling“,  sondern seit eh und je zu unserer heimischen Vogelwelt gehörend, ist die allbekannte Kohlmeise. Im letzten Winter allerdings war ein außergewöhnlich starker Zuzug von nordosteuropäischen Kohlmeisen festzustellen. In einem Garten an der Hermannstraße in Jever wurde am 1.12.12  ein Exemplar gefangen, das am 8. 6. 12. als Nestling bei der Vogelwarte Rybachy (früher Rossitten, Kurische Nehrung), also rund 750 km entfernt, beringt worden war (A.Michalik). Einzelne Beobachtungen von Kolkraben und Seeadlern (C. Finkenstaedt) runden das Bild ab. Es lohnt sich also, die Augen offen zu halten !

Wir wünschen daher allen „good look“ und selbstverständlich auch „good luck“.

Alles Gute und herzliche Grüße

Werner Menke (1. Vors.)  und  Michael Hintze (2. Vors.)

September 2012

 

 

 

An die Freunde und Mitglieder der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (WAU)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Mitglieder,

in der Anlage übersenden wir Ihnen unser Vortragsprogramm für das kommende Winterhalbjahr. Wir verbinden damit die Bitte, dass Sie nach Möglichkeit Werbung für unsere Veranstaltungen machen und Freunde und Bekannte zu den Vorträgen mitbringen.

Wie üblich nutzen wir die Gelegenheit zu einem kurzen  Rückblick auf die vergangenen Monate. Mitte August sorgten die Schlagzeilen über den bei Minsener Oog auf Grund gelaufenen  Tanker ‚Katja’  nicht nur in unserer Region für Aufregung, zeigte der Vorfall doch eindringlich, wie gefährdet unsere Küste ist. Glücklicherweise konnte das Schiff bei auflaufendem Wasser wieder freigeschleppt werden – nicht auszudenken, welche Auswirkungen es auf das Ökosystem Wattenmeer und auf unsere Strände gehabt hätte, wenn die Havarie zum Auseinanderbrechen des mit 87.000 Tonnen Rohöl beladenen Tankers geführt hätte.

Die Bedeutung des Wattenmeeres, das seit 2009 das Prädikat ‚Weltnaturerbe’ trägt,  bewusst zu machen, ist wesentlicher Teil der Bildungs- und Informationsarbeit der WAU. Hier sind Veranstaltungen wie die während der Saison regelmäßig durchgeführten Salzwiesenführungen (2012 insgesamt 15) ebenso zu nennen wie die alljährlich stattfindende biologische Wattwanderung nach Spiekeroog – am 8. Sept. 2012 konnten 36 Teilnehmer auf der diesmal fast fünf Stunden dauernden Tour bei bestem Wetter (allerdings relativ hohen Wasserständen) einen stimmungsvollen Eindruck von diesem einmaligen Lebensraum vor unserer Haustür gewinnen.

Zudem beteiligen wir uns auch an dem von Landessportbund, NDR I und  Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz veranstalteten niedersachsenweiten Aktionstag „Umwelt aktiv erleben“ am 16. September und – inzwischen schon eine selbstverständliche Tradition - bei den 4. Zugvogeltagen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer vom 6. bis 14. Oktober.

Bei solchen Unternehmungen kooperieren wir mit den Nationalparkhäusern in Carolinensiel  und Minsen; in die Arbeit in Minsen sind wir als Teil der Betreibergemeinschaft besonders eng eingebunden. Von daher haben wir uns auch sehr darüber gefreut, dass das bisherige ‚Nordseehaus Wangerland’ seit dem 22. Juni 2012 wieder den Titel Namen ‚Nationalparkhaus’ trägt. Dazu gratulieren wir dem Team um Ralf Sinning und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg auf dem eingeschlagenen Weg.

Praktische Naturschutzarbeit leistete die WAU mit dem Aufhängen von  Nistkästen im

Schlosspark Jever. Da die Kästen regelmäßig kontrolliert und die fast flüggen Jungvögel beringt werden, dient diese Aktion nicht allein dem Artenschutz für  höhlenbrütende Singvögel, sondern liefert auch die Voraussetzung für die Gewinnung von Daten zum Bruterfolg und zu Verbreitung und Wanderbewegung häufiger Gartenvögel. Unsere Mitglieder Olaf Geiter und Dr. Susanne Homma, beide intensiv mit dem Thema Vogelberingung befasst,  untersuchten die Kästen bei fünf Kontrollgängen. Von 31 Meisenkästen waren 17 gleich in der ersten Brutsaison besetzt, zwei spezielle Nistkästen für Gartenbaumläufer blieben leer.  Einige Fragen wirft vor allem der unterschiedliche Erfolg von Blau- und Kohlmeisen auf. Während von neun Blaumeisenbruten sechs erfolgreich verliefen (mit insgesamt 42 ausgeflogenen Jungvögeln, d. h. durchschnittlich sieben pro erfolgreicher Brut), waren von den acht Kohlmeisenbruten nur drei erfolgreich und diese brachten auch deutlich weniger Junge bis zum Ausflugerfolg, nämlich nur elf (d. h. 3,7 pro erfolgreicher Brut). Wie es zu diesen auffälligen Unterschieden bei den beiden nahe miteinander verwandten Arten kommt – dafür haben wir noch keine einleuchtende Erklärung gefunden.  Von den Jungvögeln konnten 17, von den  brütenden Altvögel sieben beringt werden. Jetzt hoffen wir auf möglichst viele Wiedersichtungen.

Erschreckend gering war der Bruterfolg in diesem Jahr bei den Wiesenweihen. Trotz intensiver Beobachtungsarbeit unserer Mitglieder Ulrich Appel, Hubert Clodius, Erich Becker und Rolf Jenckel im nördlichen Wangerland konnten nur zwei Brutpaare ermittelt werden, die allerdings keinen einzigen Jungvogel zum Flüggewerden brachten.

Die aufgezeigten Beispiele zeigen den mehrschichtigen Charakter  unserer Arbeit: Einerseits trägt diese zum Arten- bzw. Naturschutz  allgemein bei, andererseits gewinnen wir Daten als Grundlagenmaterial für weitergehende Untersuchungen. Damit werden wir auch dem  wissenschaftlichen Anspruch gerecht, den die WAU in ihrem Namen trägt. So beteiligen sich Mitglieder der WAU an den Begleituntersuchungen (Monitoring) im Zusammenhang mit der Kleigewinnung im Elisabethaussengroden für die Deicherhöhung.  In erster Linie aber sind in diesem Zusammenhang die Erfassungen der Brut-  und Rastbestände im Rahmen der regelmäßigen Wasser- und Watvogelzählungen an der Küste und im Binnenland zu nennen. Seit Anfang 2012 haben wir ein neues Zählgebiet hinzugewonnen: das Wangermeer bei Hohenkirchen, das von unserem Mitglied Volker Prüter betreut wird. So werden wir in der Lage sein, die Entwicklung in diesem durch Klei-Abbau neu entstandenen Biotop langfristig zu verfolgen, der jetzt schon vogelkundlich interessant ist und hoffentlich auch künftig trotz der vorwiegenden Nutzung als Freizeitsee eine Bedeutung für die Vogelwelt haben wird. 

Für die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen den Zählern ist für den 3. November 2012 (von 13:30 bis ca 18:00 Uhr) im Nationalparkhaus Dangast, Zum Jadebusen 179, ein Treffen geplant. Dazu sind nicht allein die derzeit Aktiven eingeladen, sondern auch alle weiteren Interessierten unter unseren Mitgliedern und Freunden (bei Interesse bitten wir um kurze Rückmeldung an uns). Wir würden uns sehr freuen, wenn wir auf diese Weise unsere „Zählergemeinschaft“ erweitern könnten, denn es werden immer wieder einmal Ersatzleute gebraucht (so z. B. auf Dauer für das Zählgebiet „Spülteiche bei Neustadtgödens“).

Erwähnen wir zum Schluss noch einige besondere Beobachtungen der letzten Monate: Der vermutlich von der Iberischen Halbinsel eingeflogene Gänsegeier, der sich Mitte August bei Schillig niederließ, war sogar der überregionalen Presse eine Meldung wert. Fotos, die Volker Prüter von dem Vogel schoss, fanden weite publizistische Verbreitung.  Volker Prüter waren bereits am 5. Mai Aufnahmen von zwei Stelzenläufern gelungen, die sich am Wangermeer eingefunden hatten. Diese Art hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in Südeuropa, lässt sich aber immer wieder einmal (und offenbar mit zunehmender Tendenz) auch bei uns beob-achten. Drei Schwarzstörche, eine früher auch im Upjeverschen Forst brütende Art, beobachtete Hubert Clodius im August im Elisabeth-Außengroden und Susanne Homma und Olaf Geiter stellten in ihrem Garten in der Nähe des Klosterparks Heidmühle eine junge Sperbergrasmücke fest, eine Art, die wegen ihrer stärker östlichen Verbreitung und des östlichen Zugweges bei uns nur selten zu sehen ist.   

Doch es sind nicht nur die seltenen Arten, an denen sich der Naturfreund erfreut. Ein Rotkehlchen, das einem Gartenbesitzer bei dessen herbstlicher Arbeit zuschaut, kann ebenso eine beglückende Naturerfahrung darstellen. Wir  wünschen  Ihnen für die nächsten Monate viele solcher Erlebnisse und grüßen Sie ganz herzlich

Werner Menke und Michael Hintze

 

Februar 2012

 

An die Freunde und Mitglieder der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur und Umweltschutz (WAU)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Mitglieder,

War bis zu Dreikönig kein rechter Winter, dann kommt auch keiner mehr dahinter“ – so lautet (sprachlich nicht ganz korrekt) eine alte Wetterregel, die in diesem Jahr allerdings ganz und gar nicht zutraf. Der Ende Januar einsetzende Kälteeinbruch bescherte uns lang anhaltenden Frost, der nicht nur auf den Binnengewässern, sondern auch im Wattenmeer zu großflächigen Vereisungen führte. Das brachte besonders für die Wasservögel Probleme mit sich. Um die wenigen offenen Wasserstellen im Binnenland konzentrierten sie sich in großer Zahl, so saßen an vielen Tagen allein an dem kleinen Eisloch in der jeverschen Prinzengraft gut 60 Stockenten, im Schlosspark waren es rund 100.

Bei einem Kontrollbesuch auf dem Gelände der jeverschen Kläranlage am 9. Februar wurden auf dem weitgehend eisfreien Schönungsteich 34 Schnatter-, 6 Krick-, 29 Reiher-, 6 Tafel- und eine ganze Anzahl von Stockenten gezählt, dazu kamen 3 Nilgänse und über 120 Blesshühner sowie jeweils mehr als 150 Lach- und Silbermöwen. Ein Dutzend Teichhühner sowie einzelne Zwergtaucher, Kormorane und Graureiher rundeten das Bild ab.

In dieser nicht nur für die Wasservögel „harten“ Zeit gab es auch ansonsten manche Beobachtungen, die aus dem „normalen“ Rahmen fielen. So war unser Mitglied Rolf Jenckel recht erstaunt, als er noch in der 2. Februarwoche am Futterplatz in seinem Garten mehrfach außer einem Trupp Bergfinken auch ein Mönchsgrasmückenmännchen sah.

Dass vereinzelt Mönchsgrasmücken auch im Winter in Deutschland anzutreffen sind, ist zwar seit längerem bekannt, insofern ist diese Beobachtung nicht „sensationell“, aber angesichts der eisigen Verhältnisse doch schon sehr beachtlich. Vermutlich ist das Individuum mit seiner „Entscheidung“, nicht weiter zu ziehen, die in milden Wintern durchaus erfolgreich sein kann, in diesem Fall einer „falschen“ Strategie gefolgt (wenn es nicht doch wegen der Fütterung durchkommt).

Kritisch dürfte dieser Winter auch für viele Küstenvögel gewesen sein. Das Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven veröffentlichte am 8.2.12 eine Pressemitteilung unter der Überschrift „Vom Wintereinbruch überrascht: Arktische Bedingungen im Wattenmeer erhöhen die Sterblichkeit der überwinternden Wasservögel – die meisten von ihnen flüchteten nach Südwesten“

Die letzte Aussage können wir allerdings für unseren Bereich nicht bestätigen: Bei der Wasser- und Watvogelzählung am 11.2.12. wurden im Zählabschnitt zwischen Schillig und Hooksiel 4200 Austernfischer, 1250 Große Brachvögel, 270 Rotschenkel und rund 8000 Alpenstrandläufer erfasst, dazu kamen rund 3000 Stockenten und gut 500 Ringelgänse. Größtenteils saßen die Vögel allerdings etwas weiter vom Strand entfernt zwischen oder auf den Eisfeldern und wären bei schlechten Sichtverhältnissen wohl nicht registriert worden. Die referierten Zahlen zeigen, dass von einer Winterflucht für die genannten Arten in unserem Raum kaum die Rede sein kann. Allerdings führten die harten winterlichen Bedingungen, vor allem eine erschwerte Nahrungsaufnahme bei eisbedecktem Watt, zu einem deutlichen Mortalitätsanstieg. So wurden allein im Bereich Schillig über 30 tote Austernfischer gezählt, daneben vereinzelt tote Rotschenkel, Brachvögel und Brandenten.

Vermutlich werden diese Zahlen noch ansteigen, wenn das Eis abgeschmolzen ist und dort liegende Kadaver durch die Tide an den Spülsaum angetrieben werden. Um wattenmeerweit grob abschätzen zu können, wie groß die Verluste durch den Winter waren, ist das Nationalparkamt daran interessiert, dass auch an den von uns betreuten Küstenabschnitten weiterhin besonders auf Totfunde geachtet wird und diese nach Vogelart und Anzahl erfasst werden.

Spannend ist auch die Frage nach weiteren Auswirkungen im Watt. Im vergleichbaren Eiswinter 1995/96 starben z. B. Miesmuscheln weitgehend ab; in der Folge gab es dann – ausgehend von überlebenden Beständen im tieferen Wasser – einen starken Larvenfall und „gute“ Miesmuscheljahre. Damals gab es allerdings hier die Pazifische Auster noch nicht; wie deren Bestände jetzt die Eisbedeckung und die „rasierende“ Wirkung überstanden haben, ist ebenfalls noch eine offene Frage.

Blickt man auf besondere Beobachtungen in den letzten Monaten zurück, dann ist an erster Stelle ein Blauschwanz zu nennen, ein kleiner, dem Hausrotschwanz in der Gestalt ähnlicher Singvogel, der sich im Oktober 2011 mehrere Tage lang in Horumersiel aufhielt. Das Verbreitungsgebiet dieser Art erstreckt sich von Ostskandinavien über Nordrussland, Sibirien bis in den pazifischen Raum. Die Überwinterungsgebiete liegen in Südostasien. Normalerweise berührt die Art also auf dem Zug Deutschland überhaupt nicht und gilt daher als echte Ausnahmeerscheinung. Immerhin hat sie sich als solche jetzt zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre in Horumersiel gezeigt (eine erste Beobachtung erfolgte im September 2010 durch Folkhard Onnen).

Die Ecke zwischen Schillig und Horumersiel, wo von Frühjahr bis Herbst durch eine Ornithologengruppe um den Westersteder Micha Neumann auch regelmäßig Fänge zwecks Beringung stattfinden [u. a. für das „IMS Programm“ (Integriertes Monitoring von Singvögeln)] war in den letzten Jahren ohnehin immer wieder für besondere Beobachtungen gut, so wurden hier z. B. im letzten Herbst mehrmals Gelbbrauen-Laubsänger, ebenfalls seltene Gäste aus der sibirischen Taiga, festgestellt.

Kommen wir von diesen kleineren und im Feld oft eher unauffälligen Arten zu einem großen und sehr attraktiven Vogel: Am 28. November fiel unserem Mitglied Volker Bleck ein Trupp von 25 Silberreihern ins Auge, die auf einer Wiese östlich von Wiefels standen. Bereits seit mehreren Jahren ist die Beobachtung dieser rein weißen Reiherart, deren Brutgebiet im südöstlichen Eurasien liegt, auch bei uns nichts Außergewöhnliches mehr, größere Truppgrößen, wie in diesem Fall, sind aber immer noch bemerkenswert.

Zum Schluss ein Blick in die Zukunft: Der Klei für die Deichbaumaßnahme zwischen Harlesiel und Schillig wurde bisher binnendeichs gewonnen. Nachdem nun der Kleiabbau bei Hohenkirchen (hier entsteht der Freizeitsee ‚Wangermeer’) inzwischen abgeschlossen ist, soll 2012 mit der Kleigewinnung im Elisabethaußengroden begonnen werden

Der Elisabethaußengroden hat für die WAU eine ganz besondere Bedeutung, wurde unser Verein doch Anfang der 1970er Jahre mit dem erklärten Ziel gegründet, dieses Vorland mit seinen ökologisch sehr wertvollen Salzwiesen unter Schutz zu stellen. Dieses Ziel wurde 1973 erreicht, als der Elisabethaußengroden unter Naturschutz gestellt wurde, zu einer Zeit, als an einen Nationalpark noch nicht zu denken war. Inzwischen besteht dieser seit 1986 und das seinerzeitige Naturschutzgebiet ist als Schutzzone 1 (d. h. mit dem höchsten Schutzstatus) in dem Nationalpark aufgegangen. Die WAU ist nach wie vor mit der Betreuung dieses Gebietes betreut und steht dafür in besonderer Verantwortung. Wir werden daher die Baumaßnahmen, die auch von einem umfangreichen Monitoring (Erfassung der Entwicklung der Brut- und Rastvögelbestände) begleitet werden, aufmerksam verfolgen.

Generell bejahen wir die Auspüttung in diesem Gebiet. Zwar wird sie über den Zeitraum der Maßnahme hin erhebliche Störungen mit sich bringen, wir erwarten aber, dass nach dem Abschluss eine relativ schnelle Wiederauflandung der Pütten erfolgt und der Außengroden eine größere Strukturvielfalt und damit erhöhte Attraktivität für die Vogelwelt erfährt. Hoffen wir, dass sich unser optimistisches Bild bestätigen wird.

Abschließend möchten wir an den letzten Vortrag im Rahmen unseres Winterprogramms erinnern: Am Dienstag, 6. 3. 2012, spricht Dr. Julia Stahl (Universität Oldenburg) über das Thema „Vom Wattenmeer zur Arktis und zurück – Zugstrategien arktischer Gänse“ (Anton-Günther-Saal des Rathauses Jever; Beginn: 20 Uhr). Sie sind, wie immer, herzlich willkommen.

Ihnen allen, die Sie an unserer Arbeit interessiert sind und sie mittragen, ganz herzliche Grüße

Werner Menke und Michael Hintze

 

November 2011

 

An die Freunde und Mitglieder der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur und Umweltschutz (WAU)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Mitglieder,

in der Anlage übersenden wir Ihnen das Programm für den kommenden Winter mit fünf Vorträgen. Wir verbinden damit die Bitte, dass Sie auch etwas Werbung für unsere Veranstaltungen machen und Freunde und Bekannte zu den Vorträgen mitbringen.

Wir nutzen mit diesem Brief die Gelegenheit, einen kurzen Rückblick auf die Vereinsaktivitäten der letzten Monate zu geben. Am Beginn dieses Rückblicks steht leider eine traurige Mitteilung: Am 6. Mai 2011 verstarb unser Gründungsmitglied Gerhard Fokuhl, der über mehrere Jahre auch das Amt des stellvertretenden Vereinsvorsitzenden ausgeübt hatte. Gerd Fokuhl konnte mit seiner ruhigen und humorvollen Art die Menschen gewinnen und hat viel für den Naturschutz in unserer Region bewirkt. Unvergessen ist sein Einsatz für den Forst Upjever und für die Wallheckenlandschaft im Bereich Cleverns. Wir werden Gerd Fokuhl als einen engagierten Naturschützer in guter Erinnerung behalten, der auch für unseren Verein viel bewegt hat.

Die Aktivitäten der WAU im Sommerhalbjahr bestanden u. a. im Angebot verschiedener Exkursionen, so wurden von unseren Mitgliedern Ulrich Appel, Hubert Clodius, Michael Hintze und Werner Menke allein 20 Salzwiesenführungen im Elisabeth-Außengroden bzw. vor Cäciliengroden (Salzwiesenlehrpfad) durchgeführt. Gerne würden wir dieses Team erweitern, da die Salzwiesenführungen, die die WAU seit ihrer Gründung anbietet, gut gefragt sind, vor allem auch von Touristen.

Unser Mitglied Christian Finkenstaedt führte am 10. Mai durch den Barkeler Busch und wusste den etwa 20 Teilnehmern viele interessante Einzelheiten aus „seinem“ Busch zu erzählen.

Einen Einblick in die Arbeit der Forschungsgruppe Becker vom Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven vermittelte der Leiter dieser Gruppe, Prof. Dr. Peter Becker, der am 23. Juni für uns eine Exkursion zur Seeschwalbenkolonie am Banter See leitete.

Trotz des verregneten Sommers hatten sich gut zwanzig Teilnehmer zu der naturkundlichen Wattwanderung der WAU vom Festland zur Insel Spiekeroog am 21. August angemeldet, die von Bernd-Uwe Janssen und Werner Menke geleitet wurde. Das Wetter spielte aber an diesem Tag ausnahmsweise mit und alle Teilnehmer kehrten am Abend auf dem Kutter zufrieden zurück, manche hatten sogar für ihr Abendbrot einige der Pazifischen Austern im Gepäck, die seit mehreren Jahren das Watt als Neubürger besiedeln.

Zu den Freilichttheateraufführungen des „Schimmelreiters“ in Dangast fand als Rahmenprogramm eine Naturschutzausstellung statt, bei der auch die WAU mit einem Stand vertreten war. Zusätzlich boten wir an verschiedenen Aufführungstagen gemeinsame Vogelbeobachtungen an der Binnenpütte in unmittelbarer Nähe des Festspielgeländes an.

Gut entwickelte sich die seit über 15 Jahren bestehende Zusammenarbeit mit dem Nordseehaus Wangerland in Minsen. Eine von der WAU initiierte Ausstellung von Schulwandbildern (aus Beständen des Mariengymnasiums Jever und der WAU) im April fand beachtliche Resonanz.

Gemeinsam wurden gerade in jüngster Zeit mehrere Veranstaltungen im Rahmen der von der Nationalparkverwaltung ins Leben gerufenen und organisierten 3. Zugvogeltage durchgeführt, so eine Schifffahrt auf der Jade, eine Exkursion an den Strand und das abschließende Zugvogelfest am 30.10., das in Horumersiel stattfand. Außer im Wangerland boten wir bei den Zugvogeltagen auch in Dangast und in Carolinensiel / Harlesiel Veranstaltungen zur Vogelbeobachtung an.

In diesem Zusammenhang ein Hinweis: Alle unsere Veranstaltungen werden auch auf unserer Homepage angekündigt (www.wau-jever.de).

Im Rahmen der regelmäßigen Wasser- und Watvogelzählungen betreut die WAU (z. T. seit über 40 Jahren) den Küstenbereich von Neuharlingersiel bis Varel/ Wapelersiel sowie einzelne binnenländische Gebiete wie das Naturschutzgebiet Spülteiche Neustadtgödens. Knapp zwanzig ehrenamtliche Zähler, Mitglieder der WAU oder befreundeter Verbände, bearbeiten einzeln oder in kleinen Teams jeweils ein Teilgebiet, z. B. den Bereich zwischen Schillig und Hooksiel; die Ergebnisse werden für jedes Gebiet auf einem standardisierten Zählbogen festgehalten und an den NLWKN weitergeleitet. Letztlich werden diese Ergebnisse für den gesamten Wattenmeerraum von Dänemark bis Holland ausgewertet, um international einen Überblick über Bestandsveränderungen von Brut- und Rastvögeln zu gewinnen.

Für den WAU- Bereich koordiniert und verwaltet Michael Hintze seit Anfang 2010 die Zählergebnisse. Er hat vom NLWKN digitale Meldebögen erhalten und an die Zähler weitergeleitet, so dass diese ihm ihre Beobachtungsergebnisse (möglichst zeitnah!) auch per Email zusenden und somit auf das Ausfüllen der Papierbögen verzichten können. Diese Vorgehensweise bringt erhebliche Vorteile für die Sammlung und Speicherung sowie den Versand an das NLWKN und die Auswertung der Daten. Gerne würden wir den Zählerkreis erweitern, weitere Interessenten sind herzlich eingeladen, mitzumachen.

Unsere Mitglieder Ulrich Appel, Hubert Clodius, Erich Becker und Rolf Jenckel ermittelten im Sommer in stundenlanger Beobachtung die Neststandorte von Wiesenweihen im nördlichen Wangerland. Sie konnten fünf Nester ausmachen, deren Umgebung, wenn das Nest in einem Getreidefeld lag, markiert wurde, um bei der Mahd ausgespart zu werden. Insgesamt wurden mindestens 10 junge Wiesenweihen flügge.

Zusammen mit Ralf Sinning hat Ulrich Appel auch den Besatz der Schleiereulenkästen in den von der WAU betreuten ehemaligen Trafostationen überprüft. In sieben von acht Kästen waren jeweils drei bis vier Jungvögel festzustellen.

Bleiben wir kurz bei den Eulen: Für Aufsehen sorgten im Frühsommer die Meldungen über eine erfolgreiche Uhubrut auf dem Fliegerhorst Upjever. Die „Könige der Nacht“ hatten sich einen Brutplatz im Sicherheitsbereich des Flughafengeländes ausgesucht und waren somit vor Störungen durch Menschen weitgehend geschützt.

Weitere bemerkenswerte vogelkundliche Beobachtungen seien in Kürze zusammengefasst:

Im Frühjahr wurden mehrfach Beobachtungen nordischer Ringdrosseln gemeldet, so aus dem Wiedel (Matthias Stauss) und aus Horumersiel (Fam. Siggelkow).

Der Frühsommer erbrachte eine für den Raum Friesland überdurchschnittlich hohe Anzahl von Storchenbeobachtungen. So berichtete die Presse über eine Ansammlung von 18 Störchen bei Jever am 11. Mai, später wurden noch Trupps von bis zu 9 Vögeln mehrfach bei Wiefels gesehen.

Bemerkenswert war auch der Hochwasserrastplatz von Löfflern vor Crildumersiel. Im August und September hielten sich hier zeitweise bis zu 40 Löffler auf, die größtenteils von der Brutkolonie auf Mellum stammten (Nachweis über ringmarkierte Individuen).

Zu einem guten Beobachtungsgebiet für nordische Wassertreter entwickelte sich die sogenannte Lagune bei Schillig (außendeichs vor der Jugendherberge bzw. dem DRK-Heim). Im August/ September konnten dort mehrfach Odinshühnchen und am 23. und 24. Oktober sogar ein Thorshühnchen festgestellt werden.

Jetzt hoffen wir auf weitere interessante Beobachtungen in den Wintermonaten. Wenn Sie außergewöhnliche Sichtungen machen, wäre es sehr schön, wenn Sie uns darüber informieren würden.

Wir wünschen Ihnen alles Gute für die restlichen Wochen des Jahres 2011 (und natürlich auch darüber hinaus) und grüßen Sie ganz herzlich.

Werner Menke und Michael Hintze

Oktober 2010


An die Freunde und Mitglieder
der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur-
und Umweltschutz (WAU)

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Mitglieder,


in der Anlage übersenden wir Ihnen das Programm für den kommenden Winter. Es umfasst fünf Vorträge. Bitte beachten Sie die Abweichung in Ort und Zeit beim ersten Vortrag. Sie finden unsere Veranstaltungshinweise übrigens auch auf der Homepage der WAU (wau-jever.de).
Stehen im Winterhalbjahr hauptsächlich Vorträge auf unserem Programm, so bieten wir im Sommer in erster Linie Führungen und Exkursionen an. Dazu gehören die zur Touristensaison veranstalteten Salzwiesenführungen im Elisabeth-Außengroden, die sich selbstverständlich nicht allein an Urlaubsgäste, sondern ebenso an Einheimische wenden.
Von den übrigen Veranstaltungen der letzten Monate seien einige erwähnt, die besonders großen Publikumszuspruch fanden. So führte am 7. Juli Christian Finkenstaedt, Hausherr und exzellenter Kenner des Gebietes, eine große Gruppe auf verschlungenen Pfaden durch den Barkeler Busch, nahmen am 28. August trotz vorausgegangener Schlechtwetterperiode gut zwanzig Teilnehmer an der biologischen Wattwanderung nach Spiekeroog teil und fanden sich über fünfzig Interessierte zu der am 19. September von Dr. Martin Baurmann angebotenen pilzkundlichen Exkursion im Forst Upjever ein. Führungen im Bereich der Clevernser Sietwendung und des nordwestlichen Ortsrands von Jever mit seinem Übergang von Geest zur Marsch sowie eine „Stiefelwanderung“ durch die Salzwiese bei Cäciliengroden rundeten das Programm ab.
Sehr gut angenommen wurde die vielfältigen Veranstaltungen im Rahmen der 2. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Mitglieder der WAU standen auf dem Beobachtungsturm am Vareler Hafen, um Besuchern fachkundige Auskünfte zu geben, oder wirkten mit bei Veranstaltungen des Nationalpark-Hauses in Carolinensiel. Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten lag aber in den gemeinsam mit dem Nordseehaus in Minsen durchgeführten Programmpunkten. Zu nennen sind hier besonders die Exkursion zu Hochwasserrastplätzen am 10. Oktober, bei der im Elisabethgroden weit mehr als 1000 Goldregenpfeifer zur Beobachtung kamen, der frühmorgendliche Schiffstörn auf der Spur der Gänse im Jaderevier am 15. 10. und der sehr gut besuchte Vortrag von Peter Südbeck im Nordseehaus ebenfalls am 15. 10.
Bei diesen Veranstaltungen bewährte sich wieder einmal die gute Zusammenarbeit zwischen der WAU und dem Nordseehaus in Minsen, zu dessen Trägergemeinschaft die WAU gehört. Auch wenn die Durchführung der Zugvogeltage für unser Vereinsmitglied Ralf Sinning, den Leiter des Nordseehauses, und sein Team eine erhebliche Mehrarbeit bedeutete, wurde diese mit hoher Motivation geleistet. Und derzeit laufen schon die Planungen für die 3. Zugvogeltage vom 22. – 30. Oktober 2011.
Das Nordseehaus in Minsen war auch der Ort eines Treffens der Vogelzähler in den von der WAU betreuten Zählgebieten, die den Küstenbereich von Neuharlingersiel bis Wapelersiel sowie einzelne binnenländische Gebiete umfassen. Am 18. September trafen sich die Zähler zum Erfahrungsaustausch. Der Ornithologe und Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung Gundolf Reichert referierte in zwei Vorträgen über Bestandstrends bei Brut- und Rastvögeln an der Küste. Markus Saefken zeigte Vogelbilder, die er am Wangermeer bei Hohenkirchen per Digiskopie aufgenommen hatte.
Am dort bereits vorhandenen See, vor allem aber auf den noch nicht endgültig ausgestalteten Kleiabbaupütten lassen sich, besonders zur Zugzeit, viele Arten beobachten, so Bekassine, Kampfläufer, Säbelschnäbler, Flussregenpfeifer u. v. a.m. Es bleibt zu hoffen (und darauf hinzuwirken!), dass der künftige See und seine Uferflächen nicht ausschließlich der touristischen Nutzung gewidmet werden, sondern ein Teil auch stärker der Natur vorbehalten bleibt.
Erwähnung finden soll auch die Mitarbeit der WAU beim Wiesenweihenprogramm des Landkreises Friesland. Wie schon seit mehreren Jahren verwendeten Ulrich Appel, Erich Becker und Hubert Clodius auch im letzten Sommer viel Beobachtungszeit darauf, Neststandorte der Wiesenweihe in Getreidefeldern ausfindig zu machen (im nächsten Jahr wird auch unser Neumitglied Rolf Jenckel mit von der Partie sein). Die Nestbereiche werden dann markiert, so dass der Landwirt sie beim Mähen aussparen kann. 2010 wurden im Wangerland so zwei Gelege gefunden, aus denen sechs Junge schlüpften, die von Olaf Geiter (Leiter der Beringungszentrale beim Institut für Vogelforschung und ebenfalls Neumitglied der WAU) beringt worden sind.
Im Hinblick auf mögliche Seeschwalbenbruten am Speicherpolder Horumersiel gibt es dagegen eine Fehlanzeige zu machen. Auch im zweiten Jahr wurde das auf Betreiben der WAU dort ausgebrachte Floß noch nicht von Flussseeschwalben angenommen. Hoffen wir auf die Zukunft. Immerhin hat wie im Vorjahr auch 2010 ein Austernfischerpaar auf dem Kies gebrütet, so dass der Name ‚Brutfloß’ durchaus berechtigt ist.
Hier ist nicht der Platz, alle interessanten Beobachtungen der letzten Zeit aufzulisten. Erwähnt seien nur einige „Großvögel“. So hielten sich zeitweise mindestens zwei Schwarzstörche für längere Zeit im nördlichen Wangerland auf, von August bis Oktober wurden immer wieder Beobachtungen gemeldet. Ein bis drei Weißstörche sind derzeit noch im näheren Umkreis von Jever regelmäßig zu sehen. Vermutlich handelt es sich um Individuen mit zurückentwickeltem Zugtrieb. Die Vögel sind z. T. beringt, leider konnten die Ringe aber bisher nicht abgelesen werden, so dass über die „Vorgeschichte“ der Individuen keine Aussage gemacht werden kann. Erwähnenswert ist auch ein größerer Kranichtrupp, der Anfang Oktober über Schortens gesehen wurde. Normalerweise führen die Zugstraßen der Kraniche nicht über unsere Küstenregion, so dass man hier nur sehr gelegentlich kleinere Trupps sieht.
In diesem Zusammenhang sei noch einmal die Bitte geäußert, uns zu benachrichtigen, wenn Sie interessante und auffällige Beobachtungen machen.
Kommen wir zum Schluss noch einmal auf den Zyklus der Wintervorträge zurück und sprechen wir auch in diesem Zusammenhang eine Bitte aus: Machen sie etwas Werbung für unsere Veranstaltungen, bringen Sie Freunde und Bekannte zu den Vorträgen mit. Die Referenten, ausgewesene Fachleute auf ihrem Gebiet, haben ein zahlreiches Publikum verdient!
Wir wünschen Ihnen für die restlichen Wochen des Jahres 2010 (und natürlich auch darüber hinaus) alles Gute und grüßen Sie ganz herzlich.
Werner Menke und Michael Hintze

 

März 2010

 

An die Freunde und Mitglieder
der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur-
und Umweltschutz (WAU)


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Mitglieder,

 

am 9. März 2010 fand vor dem letzten Vortrag unseres Winterprogramms die turnusmäßige Jahreshauptversammlung der WAU im Graf-Anton-Günther-Saal der Stadt Jever statt. Bei den Neuwahlen zum Vorstand standen wichtige Veränderungen an, da der bisherige 1. Vorsitzende Ulrich Appel, der dieses Amt seit 1992 innehatte, sich nicht mehr zur Wahl stellte. Als neuer 1. Vorsitzende wurde der bisherige 2. Vorsitzende Werner Menke gewählt.

Zum neuen 2. Vorsitzenden wurde Michael Hintze gewählt, der dieses Amt von 1992 bis 1994 bereits bekleidet hatte, es dann aber wegen seiner dienstlichen Versetzung nach England aufgeben musste. Seit seiner Pensionierung im Jahr 2006 arbeitet Michael Hintze wieder aktiv bei der WAU mit (u. a. als Zähler bei den regelmäßigen Wasser- und Watvogelzählungen).

Da auch der langjährige Schatzmeister Jörg Schmacker sich nicht mehr zur Wahl stellte, musste auch dieser Posten neu besetzt werden. Gewählt wurde Thorsten Harms, der ebenso wie der bisherige Schatzmeister bei der LzO arbeitet, als „Banker“ also beste Voraussetzungen für das Amt mitbringt.

Der langjährige Schriftführer Hans-Wilhelm Schmidt (Varel) kandidierte erneut für dieses Amt und wurde einstimmig wieder gewählt.

Im Anschluss an die Vorstandswahlen dankte der neue 1. Vorsitzende Werner Menke seinem Vorgänger Ulrich Appel und dem bisherigen Schatzmeister Jörg Schmacker für die in vielen Jahren geleistete Arbeit. In Würdigung seiner Verdienste wurde Ulrich Appel, der zu den Gründungsmitgliedern der WAU zählt, einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Neben der Information über die Veränderungen organisatorischer Art seien noch ein kurzer Rückblick auf die vergangenen Monate sowie ein Ausblick auf die nächste Zeit gegeben:

Der zurückliegende außergewöhnlich lange Winter gab Gelegenheit zu besonderen vogelkundlichen Beobachtungen; so waren z.B. im Bereich Horumersiel – Wiardergroden große Scharen von Gänsen zu sehen, darunter neben den häufigen Graugänsen auch Bläss-, Nonnen-, Kurzschnabel- und Kanadagänse, die hier sonst eher selten begegnen. Unter den Dunkelbäuchigen Ringelgänsen, die im Winterhalbjahr im Raum Schillig / Horumersiel regelmäßig anzutreffen sind, befanden sich in diesem Jahr sehr viele Exemplare der weißbäuchigen Unterart, die auf Spitzbergen brütet und normalerweise in Dänemark/Schleswig-Holstein und Großbritannien überwintert. Der harte Frost hat die Tiere diesmal weiter in unseren Raum getrieben, wo in normalen Wintern nur wenige Exemplare auftauchen. Selbst innerhalb der Ort-
schaften konnte man schöne Beobachtungen machen, so sah man einzelne Waldschnepfen selbst in kleineren Gärten und Wacholder- und Rotdrosseln tauchten vielfach in größeren Trupps auf.

Inzwischen haben sich die nordischen Wintergäste wieder auf den Weg in ihre Brutgebiete gemacht und wir warten auf die Rückkehr unserer Zugvögel. Gespannt sind wir, ob das Brutfloß, das auf die Initiative von Ulrich Appel unter tatkräftiger Mitwirkung der Sielacht auf dem Speicherpolder Horumersiel installiert wurde, in diesem Jahr von Seeschwalben angenommen wird.

Unsere Zusammenarbeit mit dem Nordseehaus Wangerland in Minsen, zu dessen Trägergemeinschaft die WAU gehört, wird 2010 in mehreren Projekten ihren Ausdruck finden. Zu nennen sind die Salzwiesenführungen im Elisabethaußengroden ebenso wie die Begleitung der Ausstellung über Kieselalgen mit Fotos von Fritz Siedel (9.April – Ende Mai) und das Programm zu den diesjährigen Zugvogeltagen vom 9. bis 17. Oktober.

Übrigens: Wer das Nordseehaus in Minsen noch nicht kennt, ist zu einem Besuch herzlich eingeladen. Es ist ein attraktives Ziel, Kinder z. B. sind regelmäßig von den Fütterung der Nordseefische im Aquarium begeistert.

In diesem Jahr begeht das Institut für Vogelforschung, Vogelwarte Helgoland, den 100. Jahrestag seiner Gründung. Dazu gratuliert die WAU herzlich. Bei dieser Gelegenheit sei auf die Bedeutung hingewiesen, welche die Vogelberingung von Beginn an für das Institut (und die Vogelforschung generell) hatte und auch heute noch hat. An alle, die viel in der freien Natur unterwegs sind, ergeht auch unsererseits die Bitte, auf beringte Vögel zu achten (und auch tot aufgefundenen Vögeln auf die „Beine“ zu schauen). Fundmeldungen können direkt an die Vogelwarte oder (zur Weiterleitung) auch an uns geschickt werden.

Weil der WAU an einem möglichst genauen Überblick über die Entwicklung in Friesland und den Nachbargebieten sehr gelegen ist, sind wir für solche Ringmeldungen und generell für Mitteilungen über besondere Beobachtungen dankbar und möchten daher ausdrücklich dazu ermuntern, mit uns Kontakt aufzunehmen. Auch wenn die Arbeit der WAU stark vogelkundlich ausgerichtet ist, interessieren selbstverständlich auch Beobachtungen zur übrigen Fauna und zur Flora. Sehr schön wäre es, wenn sich noch weitere Mitarbeiter bei uns einbringen würden, die besondere Schwerpunkte habe (z. B. botanische oder insektenkundliche Interessen).

Eine besondere Leistung der WAU liegt in den langjährigen Dauerbeobachtungen in unserer Region. Auch hier wäre es sehr schön, wenn die Zahl der Beobachter noch gesteigert werden könnte. So mancher macht vielleicht regelmäßige Beobachtungen in einem Gebiet direkt vor seiner Haustür (ein lohnendes Ziel ist derzeit z. B. der neue Freizeitsee bei Hohenkirchen), wir sind an den Ergebnissen sehr interessiert und bitten um Mitarbeit.

Allen, die sich an der Natur erfreuen und die wie wir dazu beitragen möchten, auch in unserer Region naturnahe Räume möglichst ungestört zu erhalten, wünschen wir für die nächsten Monate viele schöne Naturerlebnisse.

Mit freundlichen Grüßen 

Werner Menke und Michael Hintze

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Werner Menke

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26441 Jever

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zuletzt aktualisiert:

24.06.2017