Winter-Vortragsreihe 2016/2017

Gültig für alle Vorträge 2016/2017

 

Veranstalter:   WAU (Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur- und

                            Umweltschutz e.V.)

Ort:         Rathaus Jever , Am Kirchplatz 11 ; Graf-Anton-Günther-Saal

Zeit:        19.30 Uhr (!)

Kosten:   Eintritt frei   (Spenden für die Vereinsarbeit der WAU werden

                                   dankend entgegen genommen)

Foto: M. Menke/ M. Penning (li.), W. Menke

Kurzbericht

Auf die erhoffte große Resonanz stieß der Vortrag zur Wasserversorgung im Küs- tenraum durch Markus Penning. Sein Fazit: Wasserknappheit ist kein Thema, die Qualität des Trinkwassers ist noch hervorragend. Aber: Eine ständige Stei- gerung der Fördermengen ist im Küsten- raum nicht möglich, da die Gefahr besteht, dass Salzwasser in das Grund-wasser eindringt und es dann nur unter erheblichem Kostenaufwand zu Trinkwasser aufbereitet werden kann. Das größere Problem sind die Nitrate. Während im tiefen Grundwasser - von hier fördern die Trinkwasserbrunnen - der Nitratgehalt noch gering ist, beträgt er im jungen Grundwasser aus höheren Bodenschichten z. B. in Gebieten im Süden des Oldenburger Landes das Vierfache des Grenzwertes von 50 Milligramm pro Liter. Bedingt ist dies durch die intensivst-landwirtschaftliche Nutzung mit dem Ausbringen von immensen Mengen an tierischen Fäkalien. Hier versucht der OOWV gegenzu-steuern, indem mit Landwirten Partnerschaften zur Nitratreduzierung einge-gangen werden. Auch hier kostet die Wasseraufbereitung viel Geld.

Foto: Maria Menke/ Zehn Minuten vor Beginn: Der Saal füllt sich; schließlich waren mehr als 70 Gäste anwesend

Die Wasserversorgung im Küstenraum

 

Dienstag, 24. Januar 2017

 

Referent: Dipl.-Geologe Markus Penning, Abteilungsleiter Hydrogeologie

                und Hydrochemie beim OOWV (Oldenburgisch-Ostfriesischer

                Wasserverband)

 

Das von den Wasserwerken in den Geestgebieten des Küstenraumes gewonnene und in unsere Leitungen eingespeiste Trinkwasser hat einen guten Ruf. So ist es aufgrund des geringen Härtegrads hervorragend zu Teebereitung geeignet, nicht umsonst gilt Ost-Friesland als die Teehochburg Deutschlands.

Aber wie ist es wirklich um unser Trinkwasser bestellt? Steht es in genügender Menge zur Verfügung? Wie groß ist die Gefahr von Belastungen durch Nitrat oder Rückstände von Medikamenten? Inwieweit muss Wasser aus verschiedenen Fördergebieten „verschnitten“ werden, um Grenzwerte von Belastungen einzuhalten?   Droht eine Versalzung des Grundwassers in Küstennähe durch den Meeresspiegelanstieg? Inwieweit nimmt die Neubildung von Grundwasser durch zunehmende Versiegelung von Oberflächen ab? Können sich die Ostfriesischen Inseln auch während der touristischen Hochsaison ausreichend mit Wasser versorgen? Diese und weitere Fragen stellen sich zunehmend.

Antworten gibt Markus Penning, Diplom-Geologe und Abteilungsleiter für Hydrochemie, Landwirtschaft und Boden  beim Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband  (OOWV). Gespannt darf man auch auf die dem Vortrag folgende Diskussion sein.

Foto: M.Menke/ Interessierte

Kurzbericht

Über 60 interessierte Zuhörer konnte W. Menke zum vorletz-ten Vortrag des Winters 2016/17 begrüßen. Sie alle waren gekommen, um etwas über die Ostfriesischen Inseln zu erfahren, was sonst nur durch das Studium  entspre-chender Fachliteratur zu erlesen gewesen wäre. Referentin Dr. Friederike Bungenstock nahm sie mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit, die in der Gegenwart endete.

Foto: M.Menke/ Referentin (li.) u. 1. Vors.

Helgoland ist die einzige deutsche Felseninsel, die aus verfestigtem Buntsandstein besteht, der aus 2 km Tiefe durch Salzkissen an die Ober-fläche gedrückt wurde. Die Nordfriesi-schen Inseln Sylt, Amrum und Föhr ge- hörten vor dem Mittelalter zum Fest-land und wurden durch Sturmfluten im MA davon abgetrennt.

Ganz anders die unserer Festlandsküste vorgelagerten Ostfriesischen Inseln. Sie entwickelten sich aus Sandbänken, die im Laufe von Jahrhunderten hochwasserfrei wurden. So konnten sich Dünen entstehen. Anhand der Kachelot-Plate westlich von Juist ist diese Entwicklung in den letzten Jahrzehnten zu verfolgen. Und noch etwas: Die Ostfriesischen Inseln sind älter als allgemein gedacht wird. Anhand von Bohrungen gehen die Wissen-schaftler von einem Alter von ca. 6000 Jahren aus. Auch findet keine West-Ost-Verlagerung der "Ostfriesen" statt, sondern sie wandern von Nord nach Süd. Die empfundene West-Ostdrift ist mehr eine Ausdehnung der Inselfläche. Soweit die Ausführungen von Frau Bungenstock.

Übrigens: Wer sich die Reihenfolge der "Ostfriesen" nicht merken kann, dem sei der folgende Merksatz ans Herz gelegt: "Welcher Seemann liegt bei Nacht im Bett" = Inselreihenfolge von Ost nach West.

Die Ostfriesischen Inseln -

Aufbau, Alter und Entstehungstheorien

 

Dienstag, 14. Februar 2017

 

Referentin: Dr. Friederike Bungenstock, Niedersächsisches Institut für

                   historische Küstenforschung Wilhelmshaven

 

Die Ostfriesischen Inseln sind typische Düneninseln. Als Kette angeordnet liegen sie im Vorfeld der ostfriesischen Halbinsel. Sie sind aufgebaut aus Sand, der sich im Zuge des nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstieges durch Strömungen, Seegang und Wind an unserer heutigen Küste anreicherte. Charakteristisch sind die bis zu 20 m hohen Dünen.

So anschaulich die ostfriesischen Inseln uns allen vor Augen stehen,  so geben sie doch aus geologischer Sicht noch einige Rätsel auf, denen mit dem Vortrag nachgegangen werden soll:

Wie sind die ostfriesischen Inseln entstanden?

Wann sind sie entstanden?

Und wie entwickeln sie sich bei steigendem Meeresspiegel?

Die Referentin gibt einen Überblick über die nacheiszeitliche Entwicklung unserer Küste, d. h. über die letzten 11 000 Jahre, und geht dann auf verschiedene Theorien zur Entstehung der Inseln ein. Außerdem stellt sie geologische Untersuchungen vor, die auf den Inseln durchgeführt wurden, und erläutert deren Ergebnisse.

Auch wenn heute sicher noch nicht alle Wissenslücken geschlossen werden können, verspricht der Vortrag die Zuhörer auf den derzeitigen Stand der Erkenntnisse - aus geologischer Sicht – über die „Perlen der Nordsee“ zu bringen.

Wie global wird die Nordsee?

Neobiota ("Neubürger"): Status quo und Perspektiven

 

Dienstag, 14. März 2017

 

Referent: Dr. Achim Wehrmann, Abteilung Meeresforschung

                Forschungsinstitut Senckenberg am Meer, Wilhelmshaven

 

Die Wollhandkrabbe (seit ca. 1900), die Amerikanische Scheiden- (Schwert-) muschel (seit Ende der 1970er Jahre) und in jüngster Zeit (seit ca. 2000) die Pazifische Auster stellen die bekanntesten Neubürger (Neobiota) in den Küstenbereichen der Nordsee dar. Sie und manche anderen Arten sind allesamt bei uns ursprünglich nicht heimisch, sondern durch menschliche Aktivitäten in diesen  vorher nicht von ihnen besiedelten Raum eingebracht worden und haben hier ein neues Verbreitungsgebiet gefunden.

Solche Bioinvasionen, also die Einschleppung und Ausbreitung gebietsfremder Arten, stellen ein zunehmendes Risiko für Ökosysteme und nicht zuletzt auch für den Menschen dar. Als eines der weltweit meistbefahrenen Seegebiete weist die südliche Nordsee eine hohe Anzahl von Neobiota auf und die Entwicklung scheint sich derzeit noch zu beschleunigen. Ursache für die Neu-Einwanderungen sind insbesondere der globale Schiffsverkehr (Stichwort Ballastwasser) und Aquakulturen.

Dr. Achim Wehrmann, der seit 1995 am Forschungsinstitut Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven arbeitet, wird in seinem Vortrag einen Einblick in den derzeitigen Neobiota-Zustand im Bereich der niedersächsischen Küste geben, perspektivische Entwicklungen vor dem Hintergrund des Klimawandels aufzeigen und  Strategien und Handlungsempfehlungen für ein zukünftiges Bioinvasions-Management skizzieren.

Hier finden Sie uns

WAU e.V.

Werner Menke

Ibenweg 7

26441 Jever

Kontakt

Tel.: 04461 4298

 

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zuletzt aktualisiert:

17.08.2017