Winter-Vortragsreihe 2018/2019

Gültig für alle Vorträge 2018/2019

 

Veranstalter:   Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur- und

                            Umweltschutz Jever e.V. (WAU e.V.)

Ort:         Rathaus Jever , Am Kirchplatz 11 ; Graf-Anton-Günther-Saal

               Der Vortragsraum ist barrierefrei zugänglich.

Zeit:        19.30 Uhr (!)

Kosten:   Eintritt frei   (Spenden für die Vereinsarbeit der WAU werden

                                   dankend entgegen genommen)

Kartoffelrose und Nadelkraut - Botanische Neubürger

auf den Ostfriesischen Inseln - Gefahr oder Bereicherung?

 

Dienstag, 26. März 2019

 

Referent: PD Dr. Holger Freund, Institut für Chemie und Biologie des

              Meeres, Universität Oldenburg

 

Eine Nebenwirkung des globalen Handels- und Reiseverkehrs ist, dass dadurch auch Tier- und Pflanzenarten in Regionen verfrachtet werden können, in denen sie ursprünglich nicht heimisch waren. Wenn sie sich dort dauerhaft ansiedeln, kann man von tierischen oder pflanzlichen Neubürgern sprechen oder -  in der Fachsprache - von Neozoen und Neophyten. Diese Neubürger können zur Bereicherung der Artenvielfalt einer Region beitragen. Sie können aber auch eine Bedrohung bedeuten, wenn sie einheimische Arten verdrängen oder bestehende Lebensräume erheblich verändern. In diesem Fall spricht man von ‚invasiven Arten‘, die in besonderen Listen erfasst werden und deren weitere Verbreitung kontrolliert und wenn nötig auch bekämpft wird.

Der Vortrag von Dr. Holger Freund vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres setzt sich mit der Frage ‚Bereicherung oder Gefahr‘ am Beispiel von botanischen Neubürgern (Neophyten) auf den Ostfriesischen Inseln auseinander. Mit Strand, Dünen und Salzwiesen weisen diese Lebensräume mit ganz besonderen Bedingungen auf; bei den hier wachsenden Pflanzen handelt es sich Spezialisten, die daran in hohem Maße angepasst sind. Möglicherweise sind diese Arten durch eingewanderte Konkurrenten besonders gefährdet. Und solche invasiven Arten wie die Kartoffelrose, das Schmalblättrige Greiskraut und das Nadelkraut  sind auf den Inseln zunehmend bekannt und dokumentiert. Im Zuge des Klimawandels könnten bereits eingewanderte bzw. noch einwandernde Arten in Zukunft womöglich noch verstärkt profitieren und neue Lebensräume erobern.

Der Vortrag wird an ausgewählten Beispielen zunächst die natürliche Abfolge der Pflanzengesellschaften auf den Ostfriesischen  Inseln vorstellen und Florenveränderungen generell aufzeigen, um dann auf konkrete Verbreitungsbeispiele und die historische Entwicklung einzelner Neubürger einzugehen.

Geheimnisvolle Welt der Tiefe -

Die erstaunliche Unterwasserfauna der Nordsee

 

Dienstag, 19. Februar 2019

(vorverlegt vom 26.03.)

 

Referent: Dr. Alexander Stollenz, Wattenmeer-Besucherzentrum WHV

 

Anders als man es von Bildern tropischer Meere kennt, erscheint das Wasser an der Nordseeküste eher grau als blau. Das liegt an den vielen organischen (Plankton) und anorganischen Schwebstoffen (Sediment-fracht), die auch dazu führen, dass das Meer vor unserer Küste keine große Sichttiefe aufweist. Vieles, was sich unter der Oberfläche abspielt, bleibt unseren Augen daher verborgen. Damit entgeht den meisten eine Unterwasserwelt, die auch hohen ästhetischen Reiz hat: Eine Qualle, die an Land wie eine unansehnliche gelatinöse Masse aussieht, entpuppt sich unter Wasser als filigranes Geschöpf, welches seine Tentakeln wie eine Hochzeitsschleppe hinter sich herzieht, an Buhnen und Steganlagen blüht das Leben, ähnlich einem Korallenriff, in sämtlichen Farben und Formen. Neben zarten Grün- und Rotalgen sitzen türkis gefärbte Seeanemonen, gelbe Schwämme und weiße oder rosafarbene Seescheiden, zwischen denen Garnelen mit blau - gelb geringelten Scheren umherschwimmen oder sich zeitlupenartig bewegende Seenadeln auf Nahrungssuche gehen. In seinem Vortrag wird der Biologe Dr. Alexander Stollenz diese den meisten unbekannte Unterwasserfauna mit eindrucksvollen Makrofotos vorstellen.

Das blaue Regal – Die globale Verschmutzung der Meere

 

Dienstag, 22. Januar 2019

 

Referent: Prof. Dr. André Freiwald, Forschungsinstitut Senckenberg

              am Meer, Wilhelmshaven

Netzreste in 800 m Tiefe, Kontinentalhang IRL ; Foto: MARUM Universität Bremen

Schiffsabfälle wurden früher in vielen Fällen über die Reling direkt ins Meer entsorgt. Die Seeleute sprachen salopp vom „blauen Regal“, das als Endlager den an Bord produzierten Müll aufnahm.

Auch wenn diese Form der Abfall-beseitigung inzwischen verpönt ist, nimmt die Verschmutzung der Meere insgesamt noch zu. Immer wieder erschreckend sind z. B. die Bilder von den riesigen Mengen an Plastikmüll, die im Meer treiben. Selbst in den entlegensten Meeresgebieten der Arktis und der Antarktis sowie am tiefsten Punkt der Erde, im Marianengraben in 11 km Tiefe, finden sich Spuren unserer Zivilisation.

Prof. Freiwald hat bei seinen Expeditionen, bei denen er mit Unterwasser-robotern den Meeresboden untersucht, viele Zeugnisse der Verschmut-zung gefunden und wird diese in seinem Vortrag an anschaulichen Beispielen eindringlich vor Augen führen. Er versucht aber auch Wege aufzuzeigen, wie die Müllflut eingedämmt werden kann.

Die globale Verschmutzung der Meere – das ist ein hochaktuelles und brisantes Thema, zu dem die Zuhörer einen spannenden und infor-mativen Vortrag erwarten dürfen, an den sich sicher noch eine angeregte Diskussion anschließen wird.

Das ‚Gold der Tropen‘ oder die ‚Frucht der Weisen‘ –

die Banane und ihre Reise um die Welt

 

Dienstag, 04. Dezember 2018

 

Referent: Erich Hinrichs, Marketingfachmann für Fruchthandel u. Buchautor,

              Hamburg

 

Der gebürtige Jeveraner Erich Hinrichs, der heute in Hamburg lebt, hat seine berufliche Laufbahn im internationalen Fruchthandel durchlaufen und hier verantwortungsvolle Positionen innegehabt. Dabei hat er profunde Kenntnisse in der weltweiten Ananas- und Bananenproduktion und -Vermarktung erworben.

Zu der beruflichen Beschäftigung mit Obst und Südfrüchten kam bei Erich Hinrichs ein ausgeprägtes persönliches Interesse an der Geschichte und kulturgeschichtlichen Bedeutung unserer Südfrüchte. Aus dieser intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema entstanden Buchver-öffentlichungen und Vorträge.

So hat Erich Hinrichs bereits im letzten Jahr bei der WAU einen Vortrag über die Ananas als „königliche Frucht“ gehalten, der bei dem zahlreichen Publikum derart gut ankam, dass wir den Referenten gebeten haben, bei uns auch über die Banane zu referieren.

Dieser neue Vortrag verspricht dem Publikum eine anschauliche und spannende Reise durch die Geschichte der Bananenproduktion und des Bananenhandels, die auch problematische Aspekte wie die Arbeits-bedingungen in den Anbauländern nicht außer Acht lässt.

Bemerkenswerte Vogelbeobachtungen des letzten Jahres

in der Region

 

Dienstag, 13. November 2018

 

Referent: Werner Menke, Wissenschaftl. Arbeitsgemeinschaft für Natur- u.

              Umweltschutz, Jever

 

Der Landkreis Friesland und das benachbarte Harlingerland sind attraktive Gebiete für Vogelbeobachter. Dazu zählen viele Mitglieder der WAU, die z. B. im Rahmen der regelmäßigen Wasser- und Watvogelzählungen aktiv sind. Die werden im hiesigen Küstenraum sowie an wichtigen Binnen-gebieten wie dem Wangermeer und den Spülteichen bei Neustadtgödens fast alle 14 Tage durchgeführt.

Dazu kommen viele Interessierte, die aus dem weiteren Umland (z. B. Oldenburg, Bremen) unseren Küstenraum zur Vogelbeobachtung aufsuchen.

Auch bei den diesjährigen Zugvogeltagen im Oktober zeigte sich die hohe Attraktivität der Region für Vogelkundler; sogar Gäste aus Süddeutsch-land, der Schweiz und Österreich waren eigens zu den Veranstaltungen hierher gereist.

Bei einer derart hohen Zahl interessierter und kundiger Vogelfreunde, die in der Regel mit guter Optik (Ferngläser, Spektive) ausgestattet sind, ist es nicht verwunderlich, dass in unserem Raum immer wieder ganz besondere Beobachtungen gelingen. Über solche aus dem Rahmen des Üblichen („Amsel, Drossel, Fink und Star“) fallende Feststellungen seltener Gäste wie z. B. die nordischen Odinshühnchen oder die südeuropäischen Nachtreiher und Zwergscharbe wird Werner Menke berichten. Selbstverständlich geht er auch auf „neue“ Brutvögel bei uns ein wie Seeadler, Uhu, Kolkrabe und Wanderfalke.

Der Vortrag verspricht so einen spannenden und informativen Jahresrück-blick, zu dem mehrere Fotografen aus der Region mit beeindruckenden Bildern von seltenen Vogelarten beitragen.

Hier finden Sie uns

WAU e.V.

Werner Menke

Ibenweg 7

26441 Jever

Kontakt

Tel.: 04461 4298

mail to:

menke@wau-jever.de

Zuletzt aktualisiert:

23.04.2019