Winter-Vortragsreihe 2022/2023

Gültig für die Vorträge 2022/2023

 

Die Teilnahme an unseren Vorträgen von Oktober 2022 bis März 2023 kann nur nach den dann jeweils gültigen Corona-Regeln erfolgen.

 

Interessierte Gäste (auch Nicht-Mitglieder der WAU) sind herzlich eingeladen.

 

Veranstalter:   Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur-

                           und Umweltschutz Jever e.V. (WAU e.V.)

Ort:         Rathaus Jever , Am Kirchplatz 11 ; Graf-Anton-Günther-Saal

               Der Vortragsraum ist stufenlos zugänglich, eine

               behindertengerechteToilette ist nicht vorhanden.

Zeit:        19.30 Uhr (!)

Kosten:   Eintritt frei   (Spenden für die Vereinsarbeit der WAU werden

                                   dankend entgegen genommen)

Das Schlickgras – eine ganz besondere Pflanze der Salzwiese

 

Dienstag, 15.11. 2022

 

Werner Menke (WAU)

 

Die Salzwiesen vor den Deichen und auf den Wattseiten der Ostfriesischen Inseln stellen besonders wertvolle Lebensräume im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer dar. Aufgrund des Salzwassereinflusses herrschen hier allerdings schwierige Lebensbedingungen; so können hier nur Pflanzen existieren, die aufgrund besonderer Anpassungsmechanismen mit dem Salzproblem fertig werden. Der Queller mit seinen fleischigen Sprossen, die hoch wachsende Strandaster und der Strandflieder mit seinen attraktiven Blüten gehören zu den bekanntesten Arten. Im Vergleich mit ihnen ist das Schlickgras deutlich weniger bekannt, das seine Hauptverbreitung um die Linie des mittleren Tidehochwassers und noch deutlich darunter hat, wo es noch bis zu zweimal täglich überflutet wird. Wachsen kann es hier nur, weil es über ausgesprochen effektive Salzdrüsen verfügt, mit denen es das mit dem Wasser aufgenommene Salt wieder ausscheiden kann, so dass es für die lebenden Zellen nicht schädigend wirkt.

Darüber hinaus zeigt das Schlickgras noch weitere ausgesprochen interessante Merkmale. Vor etwa 100 Jahren kam es an unserer Küste überhaupt noch nicht vor, es ist ein echter „Neubürger“, der erst durch menschliche Initiative ursprünglich zum Küstenschutz hier eingeführt wurde. Und vor einigen Jahren machte das Schlickgras sogar Schlagzeilen, weil man an vielen Pflanzen den Befall mit ‚Mutterkorn‘, einem äußerst giftigen Pilz, feststellte.

Zudem existiert das ‚Englische Schlickgras‘, das ist die Art, die bei uns vorkommt, überhaupt erst seit gut 130 Jahren. Wieso im Pflanzenreich ganz spontan eine neue Art entstehen kann, ist eine spannende Geschichte. Sie wird ebenso wie manche andere Besonderheiten dieser Pflanze in dem Vortrag anschaulich erläutert.

Der Kiebitzregenpfeifer – ein Wanderer zwischen den Welten. Zwischenstation Wattenmeer auf dem Weg von den arktischen Brut- in

die westafrikanischen Überwinterungsgebiete und zurück.

 

Dienstag, 11. 10. 2022

 

Dr. Gregor Scheiffarth, Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer:

 

Stellten in den Vorjahren einzelne Länder wie zuletzt Portugal und Gambia den Schwerpunkt der jeweiligen Zugvogeltage dar, so ist es diesmal mit den arktischen Brutgebieten eine weltumspannende Region. Der von der Ostküste Nordamerikas bis zur Taymir-Halbinsel im Norden Sibiriens reichende Teil ist die Brutheimat von Vogelarten, die auf ihrem Zug von und zu ihren Winterquartieren Station im Wattenmeer der Nordsee machen.

Ein eindrucksvolles Beispiel ist der Leitvogel der diesjährigen Zugvogeltage, der Kiebitzregenpfeifer. Als Langstreckenzieher legt er zwischen seinen arktischen Brutgebieten und den Überwinterungsgebieten, die bis ins westliche Afrika reichen, Zugstrecken von mehr als 8000 km zurück. Die Rastphase im Nationalpark Wattenmeer – sozusagen auf halber Strecke - ist dabei von entscheidender Bedeutung für den Energiehaushalt des Vogels zur Bewältigung solcher Flugdistanzen. Da ein kleinerer Teil der Population im Wattenmeer überwintert, ist die Art auch außerhalb der eigentlichen Zugzeiten hier zu beobachten.

Der Referent Dr. Gregor Scheiffarth beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Zugvögeln im Nationalpark und legt dabei einen Schwerpunkt auf den Kiebitzregenpfeifer. So erwartet die Gäste ein kompetenter, spannender Vortrag über die Leitart der 14. Zugvogeltage.

Dienstag, 13.12. 22, Dr. Benedikt Wiggering, Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer:

 

Biodiversitätsforschung im Weltnaturerbe Wattenmeer

 

Donnerstag (!), 19.01. 23, Dipl. Biologe Carsten Heinecke, Oldenburg

 

Schmetterlingslebensräume in Westniedersachsen

 

Dienstag, 14. 02. 23, Dr. Samuel Nietzer, Universität Oldenburg, ICBM:

 

Korallenforschung in Wilhelmshaven und Guam

 

Dienstag, 14. 03. 23, Dr. Achim Wehrmann, Senckenberg am Meer, Wilhelmshaven:

 

Aktuelle Fragen zum Wattenmeer und weiteren marinen Themen

Hier finden Sie uns

WAU e.V.

Werner Menke

Ibenweg 7

26441 Jever

Kontakt

Tel.: 04461 4298

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menke@wau-jever.de

Zuletzt aktualisiert:

27.11.2022