Winter-Vortragsreihe 2019/2020

Gültig für alle Vorträge 2019/2020

 

Veranstalter:   Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur- und

                            Umweltschutz Jever e.V. (WAU e.V.)

Ort:         Rathaus Jever , Am Kirchplatz 11 ; Graf-Anton-Günther-Saal

               Der Vortragsraum ist barrierefrei zugänglich.

Zeit:        19.30 Uhr (!)

Kosten:   Eintritt frei   (Spenden für die Vereinsarbeit der WAU werden

                                   dankend entgegen genommen)

Vorträge im Winterprogramm 2019/20
kurze Erläuterungen zu den Vorträgen, die für das Winterprogramm 2019/20 anstehen
Winterprogramm 2019-20.pdf
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Makroplastik in der südlichen Nordsee - Quellen, Verbreitungspfade und Vermeidungsstrategien

 

 

Dienstag, 10. März 2020

 

 

 

Referent: P.D. Dr. Holger Freund, Institut für Chemie und Biologie des Meeres,

               Universität Oldenburg, ICBM - Terramare

 

Ende März 2019 beteiligten sich mehrere Mitglieder der WAU an einer Strandreinigungsaktion am Elisabethgrodendeich. Dabei wurde auch eine ganze Anzahl von Holzdriftern gefunden. Bei den Driftern handelt es sich um markierte und einzeln gekennzeichnete Holzplättchen, die an verschiedenen Stellen in der Nordsee ausgebracht wurden. Mögliche Finder solcher Plättchen werden gebeten, Fundort und Datum mitzuteilen. Die Auswertung der Daten soll modellhaft Aufschluss geben über potentielle Verteilungswege und Verteilungsgeschwindigkeiten von Makroplastik, also von mit dem bloßen Auge sichtbaren Plastikteilen, in der Nordsee.

Die stetig wachsende Verschmutzung der Meere mit langlebigem Plastikmüll ist ein globales Problem mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die Meeresökosysteme. Auch Niedersachsens Küsten- und Inselstrände sind von dieser Entwicklung in hohem Maß betroffen. Um eine solide wissenschaftliche Grundlage zu den Quellen, Verteilungswegen und Anreicherungsgebieten des Plastikmülls zu erarbeiten, läuft seit 2016 ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben an der Uni Oldenburg, in dessen Rahmen das Drifterprojekt über Modellrechnungen die Rückverfolgung treibender Partikel und damit eine Identifizierung der regionalen Hauptquellen (Schifffahrtswege, Flüsse, Tourismus) ermöglichen soll.

Da eine aktive Beteiligung der Bevölkerung an der Datenerfassung über die Meldung von Drifterfunden mittels Web-basierten Eingabemöglichkeiten ausdrücklich gewünscht war, ist das das Projekt auch ein gutes Beispiel für Bürger-Forschung oder – wie man heute gerne sagt - Citizen Science. Dabei werden Bürger*innen Teil des Forschungsprozesses und können diesen mitgestalten, ihre eigene Neugier stillen und vor allem viel Spaß beim Mitforschen haben!“ (Zitatquelle: Bürger schaffen Wissen. Die Citizen Science –Plattform).

Dr. Holger Freund, Dozent am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg wird in seinem Vortrag die derzeit vorliegenden Ergebnisse des Projekts vorstellen und auch Wege zur Vermeidung der Müll-Flut aufzeigen.

 

Im Wechsel der Gezeiten - Geschichte unserer Küstenlandschaft seit der letzten Eiszeit

 

Dienstag, 11. Februar 2020

 

 

Referentin: Dr. Martina Karle, Niedersächsisches Institut für historische          Küstenforschung

 

Geologisch betrachtet ist die Nordsee ein sehr junges Meer. Es ist in seiner heutigen Form erst nach der letzten Eiszeit, also etwa in den letzten 14.000 Jahren, entstanden. Die nach der Eiszeit zunächst noch trockenen Teile des Nordseebeckens wurden von Pflanzen, Tieren und Menschen als Lebensraum genutzt. Der mit den Klimaveränderungen verbundene Meeresspiegelanstieg führte jedoch immer wieder zur Überflutung größerer Gebiete, so dass die Menschen gezwungen waren, sich anzupassen und ihre Siedlungen landwärts zu verlagern, eine Situation, die sich erst mit dem mittelalterlichen Deichbau änderte.

Zahlreiche Zeugnisse der Versuche des Menschen, sich in dieser besonderen Landschaft zwischen Land und Meer zu behaupten, liegen noch heute im Wattenmeer verborgen Die Geologin Martina Karle vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven sucht im Wattenmeer nach solchen Spuren ertrunkener Landschaften und untergegangener Siedlungen.

In ihrem mit zahlreichen Bildern illustriertem Vortrag wird die Geologin vorstellen, was an Spuren menschlicher Besiedlung im Wattenmeer zu finden ist, welche Methoden zur Entschlüsselung der Funde eingesetzt werden und zu welchen Erkenntnissen die aktuellen Forschungsprojekte geführt haben, Die Zuhörer sind eingeladen zu einer spannenden Zeitreise in die Geschichte unserer norddeutschen Landschaft.

Kleiner Wal mit großem Hunger - Schweinswale in der Nordsee

 

Dienstag, 14. Januar 2020

 

Referent: Jan Herrmann, Tiermediziner, verantwortl. Redakteur der Internet-seite Cetacea - Wal und Mensch

Bei dem Begriff ‚Wal‘ denken die meisten sicher zunächst an riesige, imposante Tiere und das durchaus zu Recht, denn zu der Säugetier-gruppe der Wale (Cetaceae), die sich ganz an das Wasserleben angepasst hat, gehören die größten Tierarten, die je auf der Erde gelebt haben. Der zu den Bartenwalen zählende Blauwal nimmt mit einer Körperlänge von bis zu 33 m und einem Gewicht bis zu 200 t den Spitzenplatz ein und der zu den räuberisch lebenden Zahnwalen gehörende Pottwal kann im männlichen Geschlecht über 20 m lang und bis über 100 t schwer werden und stellt somit das größte Raubtier dar – solche Werte konnte der Tyrannosaurus rex bei Weitem nicht erreichen.

Doch gibt es unter den Walen auch ausgesprochen kleine Formen und zu denen gehört eine in der Nordsee mit knapp 350.000 Exemplaren recht häufige Art: der Schweinswal. Mit etwas Glück kann man diese Tiere auch vor unseren Küsten beobachten, wenn sie beim Atemholen kurz die Wasseroberfläche durchbrechen und dabei vor allem die markante Rückenflosse ins Auge fällt. In Wilhelmshaven kann man sogar ‚Whale Watching‘ vom Strand aus betreiben. Die jährlichen Schweinswaltage im April sind hier ein großer Erfolg.

Wussten Sie, dass ein Schweinswal bis zu 550 kleine Fische pro Stunde erbeuten kann? Und das klappt auch in der Dunkelheit der Nacht, denn die Echo-Orientierung lässt die Schweinswale mit den Ohren "sehen". Die hohe Nahrungsaufnahme ist für die kleinen „Heißbrenner“ elementar. Bis zu 10 Kilogramm Fisch müssen pro Tag verspeist werden, damit die Körpertemperatur im kalten Wasser aufrechterhalten werden kann.

Der Walexperte Jan Herrmann, der sicher dem ein oder anderen noch von seinem Vortrag über die gestrandeten Pottwale im November 2016 gut in Erinnerung ist, wird über solche und viele weitere interessante Einzelheiten aus der Biologie unserer Schweinswale berichten und in seinem spannenden Vortrag auch auf mögliche Gefährdungen der Art durch Stellnetzfischerei und Errichtung von Offshore-Windenergieanlagen eingehen.

Hier finden Sie uns

WAU e.V.

Werner Menke

Ibenweg 7

26441 Jever

Kontakt

Tel.: 04461 4298

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menke@wau-jever.de

Zuletzt aktualisiert:

02.08.2020