Winter-Vortragsreihe 2025/2026

 

Veranstalter:   Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur-

                           und Umweltschutz Jever e.V. (WAU e.V.)

 

Ort:         Rathaus Jever , Am Kirchplatz 11 ; Graf-Anton-Günther-Saal

               Der Vortragsraum ist stufenlos zugänglich, eine

               behindertengerechteToilette ist nicht vorhanden.

 

Zeit:        19.30 Uhr (!)

 

Kosten:   Eintritt frei   (Spenden für die Vereinsarbeit der WAU werden

                                   dankend entgegen genommen)

 

Interessierte Gäste (auch Nicht-Mitglieder der WAU)

sind herzlich eingeladen.

Nimmersatt-Störche vor den Toren Abu Simbels (August 2024)

 

Dienstag, 13. Januar 2026

 

Olaf Geiter, Institut für Vogelforschung – Vogelwarte Helgoland

Wüste, Wasser, Vögel - Expeditionen an den Nassersee (Assuan-Stausee) in Ägypten

 

In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde bei Assuan in Südägypten eine riesige Staumauer errichtet, die den aus dem Süden kommenden Nil aufstaut. Dadurch entstand der Nassersee mit einem Staubereich von ca. 500 km Länge bis in den Sudan.

Die Neubesiedlung dieses künstlichen Gewässers durch Tiere, besonders durch Vögel, zu erforschen, war das Ziel mehrerer privater Expeditionen, die unter der Leitung von Jens Hering, Vorstand des  Vereins Sächsischer Ornithologen, und Olaf Geiter, Leiter der Markierungszentrale beim Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven und WAU – Mitglied, stattfanden.

Olaf Geiter hat bereits im November 2019 bei der WAU einen Vortrag über die ersten Expeditionen gehalten; seitdem wurden aber durch weitere Reisen viele neue Erkenntnisse gewonnen, über die der neue Vortrag informieren wird.

Besonders die 6. Nassersee-Expedition im August 2024, an der 13 Ornithologen und Entomologen (Insektenkundler) aus ganz Deutschland teilnahmen, verlief ausgesprochen abenteuerlich und wäre fast gescheitert, weil nahezu alle Teilnehmer an Durchfall und hohem Fieber erkrankten. Mit Hilfe einer „Wundermedizin“ der begleitenden Nubier aber wurden die Forscher wieder stabilisiert und die Geländearbeiten konnten durchgeführt werden.

Zu den absoluten Höhepunkten der bisherigen Reisen zählten die Funde großer Reiher- und Seeschwalben-Kolonien mitten in der Wüste sowie die umfassende Dokumentation einer Reihe von afrotropischen Arten wie Nimmersatt, Goldschnepfe, Witwenstelze und Dorfweber.
 
Darüber wird Olaf Geiter mit vielem Bildmaterial anschaulich berichten. Zu diesem spannenden Vortrag lädt die WAU alle Interessierten ein. Der Eintritt ist kostenlos, Spenden sind im Anschluss aber willkommen, sie werden der Vorbereitung der nächsten Nassersee-Exkursionen dienen.

 

Teilnehmer der 6. Nassersee-Expedition im August 2024

Dienstag, 17. Februar 2026

Prof. Dr. Thorsten Balke, ICBM Uni Oldenburg:

Vom Niedersächsischen Wattenmeer in die Mangrovenwälder Südostasiens - ein Vergleich

 

Dienstag, 17. März 2026

Dr. Alexander Stollenz, Meeresbiologe u. Unterwasserfotograf

Zwischen Quallen und Kegelrobben - die Erkundung der Unterwasserfauna der Nordsee

 

Bisherige Vorträge des Programms 2025/26

 

 

 

Dienstag, 14. Oktober 2025

Gundolf Reichert, Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer:

 

 

Die Sturmmöwe – der Titelvogel der 17. Zugvogeltage

Die Sturmmöwe hat ihren Namen erhalten, weil sie bei stürmischen
Wetterlagen gerne vom Küstenmeer auf binnendeichs gelegene Flächen
ausweicht. In großer Zahl halten sich die Vögel dann auf Grünländern und
Äckern auf und gelten entsprechend nach alten Bauernregeln als
Schlechtwetter-Indikatoren: „Süggst du binnenlands völ Möven, / Bruukst
upp’t Unwäär nich to töven.“
Als Brutvogel begegnet die Art erst seit Anfang des 20 Jh. an der
deutschen Nordseeküste. Davor beschränkten sich die Brutgebiete
weitgehend auf den Ostseeraum. Bis zum Beginn der 1970er Jahre blieb der
Brutbestand an der Nordsee relativ gering, seitdem ist er stark
angestiegen Diese Entwicklung zeigt der Vortrag genauer auf, mit dem
auch viele andere interessante Informationen über diese Möwenart
vermittelt werden.
 
Foto: Die Sturmmöwe ist kleiner als die an der Küste häufige Silbermöwe,
aber  größer als die weit verbreitete Lachmöwe (Foto: Reno Lottmann).

 

 

 

Dienstag, 18. November 2025
 

Angelika Borkenstein, Mitglied der Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen (GdO)
 

Über die heimischen Libellen - Verlierer und Gewinner der letzten Jahre

Seit 300 Millionen Jahren bevölkern die Libellen die Erde. Früher nannte sie der Volksmund ‚Jungfern‘, ‚Elfen‘ und ‚Teufelsnadeln‘ .Heute spricht man eher von ‚fliegenden Edelsteinen‘.
Über diese interessante und attraktive Insektengruppe wird die Schortenserin Angelika Borkenstein berichten und anhand vieler Bilder Einblicke in die Vielfalt der verschiedenen Arten und deren Lebensweise vermitteln.
Dabei wird sie besonders eingehen auf die Auswirkungen, welche die in den letzten Jahren sich stark verändernden Lebensbedingungen auf die Libellen haben. Neben Lebensraumverlust spielt der Temperaturanstieg mit vielen Hitzetagen im Sommer eine große Rolle. Auch die zunehmende Sommertrockenheit beeinflusst die Libellenpopulation, besonders die der Moore.
Gezeigt wird, welche Libellenarten von diesen Veränderungen stark bedroht sind und welche davon profitieren.
Angelika Borkenstein hat ihre beeindruckenden Farbporträts von Libellen bereits auf mehreren Ausstellungen gezeigt und dabei sehr viel positive Resonanz erfahren. Auch dieser Vortrag bei der WAU wird seine Wirkung auf die Zuhörer nicht verfehlen.

 

Foto: Vierfleck bei der Paarung (A. Borkenstein)

Dienstag, 09. Dezember 2025,

Jan Herrmann, Amtstierarzt;

verantwortl. Redakteur der Internetseite Cetacea – Wal und Mensch

Die Nordsee als Lebensraum für Wale -

jetzt auch für Buckelwale?

Wale in der Nordsee?
Die großen Meeressäuger vermutet man in dem Randmeer des Nordatlantiks eher nicht. Doch konnten bei den letzten Zählungen vom Flugzeug aus immerhin fast zehn unterschiedliche Walarten festgestellt werden, und dabei war der Buckelwal noch nicht dabei, der seit der Jahrtausendwende zunehmend an Nordseeküsten gesichtet wird und hier auch gelegentlich strandet, wie z. B. ein junges Männchen Ende Februar 2025 auf Minsener Oog.
Der Walexperte Jan Herrmann wird die verschiedenen Walarten der Nordsee mit ihren Lebensraum-Ansprüchen vorstellen und dann ganz besonders auf den Buckelwal eingehen.
Buckelwale singen, sie erzeugen „Netze“ aus Luftblasen, um Fisch zu fangen, und sie wandern jährlich Tausende Kilometer. Buckelwale haben besonders lange Brustflossen, die ihnen eine große Wendigkeit geben, so dass man diese faszinierende Walart auch als „Akrobaten des Meeres“ bezeichnet.  
Nachdem die Bestände in der Walfangzeit sehr stark dezimiert worden sind, wachsen die Zahlen nun wieder. Immer öfter sind die Wale mit den großen Flügeln auch in der Nordsee anzutreffen, 2024 sogar vor den ostfriesischen Inseln. So stellt sich die Frage, ob diese beeindruckende Art vielleicht sogar auf Dauer vor unserer Küste heimisch werden kann.

 

Foto: Beim Abtauchen hebt der Buckelwal regelmäßig die Schwanzflosse, die Fluke, vollständig aus dem Wasser. Anhand der jeweils charakteristischen Zeichnung können die Wale individuell bestimmt werden.

(Foto: Jan Herrmann)

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Zuletzt aktualisiert:

05.01.2026