Avifaunistische Informationen

EU verklagt Deutschland

wegen mangelhafter Vogelschutzmaßnahmen

Näheres

Vogelgrippe auf Helgoland ausgebrochen

Nördliche Winde schwemmen tote Vögel

auf Ostfriesischen Inseln an

Nachweise bei Trottellummen, Möwen u. Basstölpeln

Lt. Nationalparkverwaltung verläuft die Vogelgrippe in den Seevogelkolonien an der nds. Wattenmeerküste bislang relativ glimpflich.

Foto: Trottellumme Strand Spiekeroog 2023-06-19   (M. Menke)

zu den Zeitungsartikeln

 

"Vogelgrippe" (=Geflügelpest)

"Auch wenn der aktuelle Vogelgrippeerreger (....) bisher nicht für den Menschen gefährlich ist, sollen tote oder lebende Tiere nicht von den Bürgern eingesammelt werden. Wichtig ist, sich noch lebenden Tieren nicht zu nähern, denn dies bedeutet sehr viel Stress für die Vögel, sondern die Wildtiere in der Natur in Ruhe genesen oder evtl. auch sterben zu lassen. Hunde und Katzen sollten ferngehalten werden. Singvögel sterben sehr selten an der Vogelgrippe."

Quelle: PM Zweckverband Veterinäramt JadeWeser vom 11.11.2020

Diese Angaben sind auch in 2023 noch gültig.

Foto: NABU/Maik Sommerhage

Vogel des Jahres 2023

 

BRAUNKEHLCHEN

 

"Das Braunkehlchen (...) hat seinen Namen der braun-orangen Brust und Kehle zu verdanken. (...) Sein Lebensraum sind feuchte Wiesen, Brachen und Feldränder. Wichtig sind einzelne Büsche, hohe Stauden oder Zaunpfähle, welche die Vögel als Sing- und Ansitzwarte nutzen. Das Braunkehlchen hat eine besondere Strategie, um sich vor Fressfeinden zu schützen: Taucht ein Greifvogel am Himmel auf, nimmt es eine „Pfahlstellung“ ein und versucht so, sich unsichtbar zu machen. Als Nahrung bevorzugt der Singvogel Insekten, Spinnen und Würmer, im Herbst auch Beeren."                Quelle::NABU-PM 2022-10-27

Infrastruktur und Lichtverschmutzung sind gravierende Faktoren beim Rückgang von Zugvögeln

https://www.dda-web.de/index.php#2022_06_30_infrastruktur_und_li

Vogelgrippe noch nicht vorbei!

Nach den Seeschwalben nun die Basstölpel: Die Vogelgrippe erreicht die einzige Basstölpel-Kolonie in Deutschland

Seit Wochen wütet die Vogelgrippe unter Seevögeln entlang der Nordseeküste. Der erstmalige Ausbruch der Virus-Infektion während der Brutsaison hat bislang vor allem Seeschwalben – besonders Brandseeschwalben – getötet. Die größten Kolonien mit jeweils mehreren Tausend Brutpaaren im gesamten Wattenmeergebiet verzeichneten starke Verluste und teilweise nahezu komplette Brutausfälle. Seit einigen Wochen ist auch die einzige Brutkolonie des Basstölpels in Deutschland auf Helgoland betroffen. Der Stationsleiter des DDA-Mitgliedverbandes Verein Jordsand, Elmar Ballstaedt, beschreibt in einem Interview mit dem Online-Magazin RiffReporter den aktuellen Stand des Ausbruchs, der vom Verein Jordsand und der Vogelwarte Helgoland dokumentiert wird. Bis zum Ende der dritten Juli-Woche wurden demnach rund 170 tote Jungvögel in Basstölpel-Nestern gezählt. Etwa ein Drittel der Nester in der Kolonie könnten aufgegeben sein. Die Einschätzung ist noch sehr vorläufig, weil die Brutzeit noch läuft und weil ein Großteil der Nester in den Klippen nicht ohne weiteres einsehbar ist. Zu Beginn der Saison wurden knapp 1500 Brutpaare gezählt.

Quelle: DDA-Newsletter 2022-07-22

https://www.riffreporter.de/de/umwelt/vogelgrippe-nordsee-basstoelpel-wattenmeer-helgoland-seeschwalben-seevoegel

Alarmstufe Rot: Vogelgrippe bedroht das Überleben von Seeschwalben in der Nordsee

https://www.dda-web.de/index.php#2022_07_01_alarmstufe_rot:_voge

Flussseeschwalben Banter See

"Erfahren haben wir (von einer Mitarbeiterin), dass die Vogelgrippe wohl abgeklungen ist und die Anzahl der gefundenen toten Altvögel nicht weiter gestiegen ist, somit auch nicht die Anzahl der toten Jungvögel. Was nicht klar ist, wieviel  tote Vögel nicht gefunden wurden."

Mail W. Melles 2022-07-22

Weiterhin hoffen!

"Wir waren gestern noch einmal dort (Flussseeschwalbenkolonie Banter See WHV) und konnten wieder mit einem Mitarbeiter reden.

Die Sterberate der Seeschwalben geht wohl deutlich zurück, sie finden z. Zt. nur noch 1 bis 2 tote Altvögel, manche Tage auch keine. Somit kann man nach derzeitigen Erkenntnissen davon ausgehen, das die Population wohl erhalten bleibt.

Es bleibt die schlechte Bilanz: Ca. 500 Altvögel sind verendet, leider daraus resultierend auch mehr als 1.000 Jungvögel von diesem Jahr. Derzeit gibt es nur noch ca. 100 flügge Jungvögel. Einige geschlüpfte Junge gibt es noch, die aber auch noch durch wahrscheinliche Fressfeinde in der Nacht gefährdet sind. Es werden also gravierend weniger Jungvögel überleben als die Jahre zuvor.

Das wichtigste ist aber, das die Population wohl erhalten bleibt.

Die Zahlen stammen nur von einer Unterhaltung mit einem Mitarbeiter."

(Mail W. Melles 2022-07-14)

Sterben der Brandseeschwalben

ohne absehbares Ende

Zahlreiche Seeschwalben, meist Brandseeschwalben (>900), wurden im Bereich von Minsener Oog tot gefunden, überwiegend in Horumersiel/Schillig (Stand 25.06.22)1. Erste tote Bss wurden am 08.06.22 von Minsener Oog gemeldet. Nach deren Untersuchung durch das Veterinäramt JadeWeser war die Todesursache klar: Vogelgrippe-Virus H5N1. Es ist davon auszugehen, dass alle nun entdeckten Exemplare diesem hochpathogenen Virus erlegen sind.2

Tote Vögel sollten nicht ohne adäquaten Schutz angefasst werden, um eine Übertragung auf den Menschen zu verhindern.

Gemeldet wurde zudem der Tod eines hohen Anteiles der adulten Flussseeschwalben aus der Kolonie auf dem Banter See (WHV). Auch hier wurde das Virus H5N1 nachgewiesen.3

"Insgesamt sind Seeschwalben im gesamten südlichen Nord- und Ostsee-bereich betroffen, in Nordfrankreich und in den Niederlanden sind bereits hohe Anteile des Brutbestanden gestorben und große Brutkolonien wurden aufgelöst."1

Quelle:

1.  NWZ 2022-06-25, S. 21  hier

http://www.jade-weser.de/Tierseuchen/SpezielleTierseuchen/Vogelgrippe/tabid/106/Default.aspx

3.  Jeversches Wochenblatt 18.06.2022, S. 1 u. 2

Rätsel um Krankheit unter Blaumeisen gelöst

Experten des LAVES (Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittel-sicherheit) haben das Rätsel um das Vogelsterben, meist von Blaumeisen, gelöst.

"Die bei uns untersuchten Tiere sind alle an einer Lungenentzündung gestorben, für die das Bakterium Suttonella ornithocola der Auslöser war."

Es handele sich um ein Bakterium, das 1996 in England und Wales erstmals für ein massives Meisensterben verantwortlich gemacht wurde. 2018 wurde das Bakterium im Zusammenhang mit einem Versterben von Meisen erstmalig in Nordrhein-Westfalen beschrieben. Ein Gefährdungspotenzial für Menschen oder andere Tiere scheine nicht zu bestehen, hieß es von Seiten des LAVES mit Verweis auf die noch spärliche Datenlage.

Quellen: ZDFtext 22.04.2020, S. 152 ; NWZ 2020-04-23, S.17

Tödliche Oliven

Werden Millionen europäischer Singvögel in jedem Jahr Opfer

der industriellen Olivenernte im Mittelmeerraum?

Tödliche Oliven
Intensive Nachternte führt zum Tode hunderttausender Singvögel.
Tödliche Oliven.pdf
PDF-Dokument [138.7 KB]
Bestes Schleiereulen-Brutjahr seit Jahrzehnten im Oldenburger Land
Die Datei steht zum Download bereit.
NABU NI PM 2019-12-11 Schleiereulen.pdf
PDF-Dokument [317.0 KB]

Erneut massives Amselsterben durch Usutu

Quelle: NABU NIEDERSACHSEN-PM | NR 100/19 | 20.08.2019

Näheres mit Link zur Meldung

Auch in Friesland macht sich das Drama bemerkbar. Bei zwei beprobten Amseln wurde das Virus festgestellt. Weitere tote Exemplare wurden gefunden, waren aber für Proben in der Verwesung zu weit fortgeschritten oder wurden aus Unkenntnis nur entsorgt.

Massensterben unter Amseln

Usutu-Virus erreicht erstmals Norddeutschland

Näheres

Flyer zur Saatkrähe

In einem gemeinsamen Projekt der NABU-Gruppe Jever & umzu und der WAU Jever e.V. (Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz) wurde ein Info-Flyer zur Saatkrähe erstellt. Dieser soll zur Versachlichung der Diskussion beitragen und für eine stärkere Tolerierung dieser vitalen Vogelart in Friesland werben.

Info-Flyer zur Saatkrähe
Informationen rund um die Saatkrähe und einigen Konfliktbereichen mit dem Menschen finden Interessierte im Flyer.
JEV Flyer Die Saatkrähe final.pdf
PDF-Dokument [807.1 KB]

Besenderte Weißstörche

Durch den NABU wurden Störche mit Sendern versehen.

Die Zugrouten dieser Individuen können auf einer interaktiven Karte verfolgt werden. Dabei überfliegen die Vögel auch das ägyptische Untersuchungs-gebiet unseres Mitgliedes Gudrun Hilgerloh.

Durch Entfernen/Setzen von Häkchen lassen sich die Flugrouten der einzelnen Exemplare nachvollziehen.

https://blogs.nabu.de/stoerche-auf-reisen/karte-gross/

Ortolan-Fang: EU-Kommission verklagt Frankreich

vor dem Europäischen Gerichtshof

Die Europäische Kommission verklagt Frankreich vor dem Gerichtshof der Europäischen Union, weil es die anhaltenden Verstöße gegen die EU-Rechtsvorschriften über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten nicht unterbindet. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass alle Bestimmungen der Vogelschutzrichtlinie eingehalten werden, auch in Bezug auf das absichtliche Töten oder Fangen. Die Vogelschutzrichtlinie untersagt Tätigkeiten, durch die Vögel unmittelbar bedroht sind, beispielsweise das absichtliche Töten oder Fangen, die Zerstörung von Nestern und das Entnehmen von Eiern sowie damit zusammenhängende Tätigkeiten, z.B. den Handel mit lebenden oder toten Vögeln, wobei das besondere Augenmerk dem Schutz der Lebensräume von gefährdeten Arten und Zugvogelarten gilt.

 

mehr unter  http://europa.eu/rapid/press-release_IP-16-4213_de.htm

Quelle: DDA-Newsletter vom 13.12.2016

Fragen/Antworten zur Vogelgrippe
FLI-Information-FAQ-Gefluegelpest-201611[...]
PDF-Dokument [1.1 MB]
Illegale Vogeljagd
Darstellung der "Diskrepanz zwischen Bemühung von Druckerschwärze und effektivem Einsatz gegen einen gesetzwidrigen, skandalösen und in der derzeitigen Gesamt-situation nicht mehr tolerierbaren Zustand"

Quelle: DDA-Newsletter 2016/10/26
gnor_info_glutz_von_blotzheim_illegale_v[...]
PDF-Dokument [1.7 MB]
Quelle: Der Falke 63, 7/2016, S 2
Kartieranleitung
Graugans_Erfassungshinweise_2016.pdf
PDF-Dokument [409.0 KB]
Meldebogen
Meldebogen_Graugans_Niedersachsen.pdf
PDF-Dokument [615.6 KB]

Experte in DER FALKE: Windkraft könnte Mäusebussard in Bedrängnis bringen

Der Ausbau der Windenergie bringt einer neuen Studie zufolge möglicherweise auch den Bestand des häufigsten Greifvogels in Deutschland, des Mäusebussards, in Bedrängnis. In der weltweit bislang größten Untersuchung zu den Kollisionsrisiken von Vögeln mit Windrädern (PROGRESS) kommen die Wissenschaftler auf Basis von Untersuchungen in Windparks in Norddeutschland zu dem Ergebnis, dass selbst bei Betrachtung des Ausbaustands von Windenergieanlagen von 2014 eine „bestandsgefährdende Entwicklung“ für die Art zu befürchten ist.

Im führenden deutschsprachigen Magazin für Vogelbeobachtung DER FALKE äußert sich der an der Studie beteiligte Bielefelder Professor für Verhaltensforschung, Oliver Krüger, erstmals ausführlich zu den Ergebnissen der noch unveröffentlichten Studie: „Der Mäusebussard taucht in den Betrachtungen zur Windenergie bisher überhaupt nicht auf und auch wir hatten das zunächst nicht auf dem Schirm. Das war für uns die große negative Überraschung unserer Studie“, sagte Krüger dem FALKEN (März-Ausgabe) mit Blick auf die mögliche Bedrohung des häufigen Greifvogels durch den Ausbau der Windenergie.

Aber aufgrund der ziemlich hohen Fundzahl (während der Untersuchung) auch im Vergleich zum Rotmilan und anderen Arten war die hochgerechnete Schlagrate tatsächlich so, dass wir schon jetzt einen kritischen Ist-Zustand im überwiegenden Teil der untersuchten norddeutschen Population prognostizieren mussten. Wir haben hier eine potenziell bestandsgefährdende Entwicklung“, sagte Krüger dem FALKEN.

Die Studie könnte damit erhebliche Auswirkungen auf den weiteren Ausbau der Windenergie in Deutschland haben. Denn nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, „wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten“ oder „sie während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören.“ Eine erhebliche Störung wird dabei als vorliegend definiert, „wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert“. Darauf gibt es mit der PROGRESS-Studie nun zumindest erhebliche Hinweise.

 

Das gesamte Interview können Sie bereits vor Erscheinen der gedruckten Ausgabe hier herunterladen

 

Quelle: http://www.dda-web.de/

Windenergie: Mit der Kettensäge gegen den Vogelschutz

Während in Paris der Klimagipfel tagt, laufen in Deutschland die Kettensägen. Um Platz für Windenergieanlagen zu schaffen, werden immer häufiger geschützte Horstbäume illegal gefällt und Vögel getötet. Einen rasanten Anstieg solcher Straftaten belegen Recherchen von Deutscher Wildtier Stiftung, Naturschutzbund Deutschland (NABU) und Komitee gegen den Vogelmord. Bisher wurden mindestens 40 Fälle illegaler Verfolgung von Großvögeln im Umfeld von neuen oder geplanten Windparks registriert. Meistens wurden die Nester (Horste) zerstört oder die Bäume samt Horst gefällt. In mindestens einem Fall wurden Jungvögel im Nest erschlagen. Mit Abstand häufigstes Opfer ist der Rotmilan. Aber auch beim extrem seltenen Schreiadler wurden mehrfach Nester zerstört.

In bisher zehn Bundesländern wurden solche Straftaten registriert. Skrupellose Geschäftemacher schaffen Tatsachen mit der Kettensäge! Denn geltende Abstandsregelungen würden in den meisten Fällen den Bau von Windenergieanlagen verbieten. Der Wert eines Grundstücks, auf dem ein Windpark errichtet werden soll, lässt sich mit der Kettensäge über Nacht enorm steigern: Pro Anlage kann ein Eigentümer mit Pachteinnahmen von rund 1,6 Millionen — also 80.000 Euro pro Jahr für 20 Jahre — rechnen.

Die Rechercheergebnisse der Naturschützer zeigen eine erschreckende Tendenz auf: Wurden vor zwei Jahren bundesweit sechs Fälle registriert, waren es 2014 bereits zehn. Im laufenden Jahr 2015 wurden bis November 19 Zerstörungen von Horsten und Vogel-Tötungen gemeldet. Betroffen sind neben Rotmilan und Schreiadler auch andere windkraftsensible Arten wie Seeadler, Schwarzstorch, Baumfalke und Fledermäuse. Fast alle Fälle wurden zur Anzeige gebracht.

Die Deutsche Wildtier Stiftung rechnet in den kommenden Monaten mit weiteren Straftaten, denn Bäume werden meistens im Winterhalbjahr gefällt. Wer solche Fälle feststellt, sollte diese dokumentieren und anzeigen sowie die Deutsche Wildtier Stiftung informieren.

 

Quelle: DeWiSt-Pressemitteilung, 2.12.15     über DDA-Newsletter vom 07.12.2015

 

Weitere Informationen

(c) Wildvogelhilfe Leipzig/ Kohlmeise hängt mit Flügel in Paste fest

Legale Taubenabwehr stellt offenbar tödliche Falle für Singvögel dar

Dieses Foto einer in die Paste geratenen Kohlmeise brachte den Stein ins Rollen.

In Deutschland wird zur Abwehr von Tauben an Gebäuden in letzter Zeit vermehrt sogenannte „Tauben-abwehrpaste“ eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine silikonartige Substanz, die auf Fensterbretter, Giebel und Gebäudesimse geschmiert wird. Aufgrund der klebrigen Eigenschaften der Paste besteht jedoch der Verdacht, dass unter Umständen kleinere Vögel, die auf entsprechend behandelten Gebäudeteilen landen, kleben bleiben oder schwere Gefiederschäden davontragen — ähnlich wie bei den zum Singvogelfang im Mittelmeerraum verwendeten Leimruten. Aufmerksam wurde das Komitee gegen den Vogelmord durch das Foto einer mit dem linken Flügel in die Paste geratenen Kohlmeise, das die Wildvogelhilfe Leipzig aufgenommen hatte. Auf Rückfrage der Organisation beim Hersteller wurde bestätigt, dass die Wirkung der Paste auf Wildvögel und insbesondere kleinere Singvögel vor Einführung des Produktes nicht geprüft wurde!

Um die Dimension dieses Problems besser abschätzen zu können, ruft das Komitee gegen den Vogelmord alle Vogelfreunde dazu auf, ähnliche Fälle zu melden! Funde sollten per E-Mail (am besten mit Foto) an info@komitee.de gesendet werden.

 

Quelle: Facebook-Seite des Komitee gegen den Vogelmord e.V., 04.11.15  über DDA-Newsletter vom 12.11.2015

DK statt NL: Kurzschnabelgänse ändern ihre Zugstrategie

Die Zahl der Kurzschnabelgänse an den traditionellen Rastplätzen in den Niederlanden ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen

Der Südwesten der niederländischen Provinz Friesland gehört traditionell zu den wichtigsten Regionen für Kurzschnabelgänse in Europa. In diesem Jahr konnten bei der Wasservogelzählung der Organisation Sovon Vogelonderzoek Nederland Mitte Oktober jedoch gerade einmal rund 2200 Kurzschnabelgänse gezählt werden, der niedrigste Wert der vergangenen 30 Jahre. Bis vor etwa fünf Jahren waren in der Region schon einzelne Trupps dieser Größenordnung anzutreffen. Der niedrige Wert der aktuellen Zählung passt jedoch zum Trend der letzten Jahre.

Seit 2009 sind die Bestände der Kurzschnabelgans in den Niederlanden um rund 20% pro Jahr gesunken. Der Oktober war stets der Monat mit dem höchsten Rastbestand (z.B. 2009 noch rund 40.000 Vögel). Entgegen des negativen Trends der niederländischen Rastbestände hat die Population der Kurzschnabelgans im selben Zeitraum zugenommen. Dies bedeutet, dass ein zunehmend kleinerer Anteil der Population bis in die Niederlande zieht. Während 2009 noch rund 60% aller Kurzschnabelgänse dort rasteten, lag der Anteil im Oktober 2015 bei weniger als 5%.

Gänse sind für eine hohe Rastplatztradition bekannt, zumindest einige Arten scheinen jedoch flexibel auf veränderte Bedingungen reagieren zu können. Der Bestandsrückgang in Friesland (NL) geht mit einem starken Anstieg der Zahlen in Dänemark einher. Dort entdeckten die Kurzschnabelgänse offenbar in den letzten Jahren das reiche Angebot an Maisstoppeln im Herbst. In Dänemark stiegen jedoch nicht nur die Anzahlen der Gänse, auch die Rastplätze dehnten sich deutlich weiter aus. Lagen diese bislang in einem schmalen Streifen entlang der Westküste, reichen sie nun bis zu 40 Kilometer ins Inland. Allabendlich suchen diese Gänse in beeindruckenden Trupps die Schlafplätze im dänischen Wattenmeer und an der Küste auf.

Dänemark wurde von den Kurzschnabelgänsen bislang vorwiegend als Überwinterungs- oder Zwischenrastplatz auf dem Weg in die Brutgebiete Spitzbergens aufgesucht, während sich die Vögel von Oktober bis Dezember in den Niederlanden und Belgien einfanden. Diese Zugstrategie scheint sich in den letzten Jahren verändert zu haben. Das Beispiel der Kurzschnabelgans zeigt eindrucksvoll wie sich Veränderungen in der Landnutzung auf Vogelarten und deren Zugverhalten auswirken können.

Quelle: Sovon.nl 05.11.2015  über DDA-Newsletter 09.11.2015

Weitere Infos: https://www.sovon.nl:nl:

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Zuletzt aktualisiert:

26.05.2024