Chronik 2019

Sumpf-Heidelibelle

Von Elfen und Jungfern –

die faszinierende Welt

der heimischen Libellen

 

Dienstag, 03. Dezember 2019

 

Referentin: Angelika Borkenstein, Mitglied der Gesellschaft deutsch-sprachiger Odonatologen (GdO)

 

Seit 300 Millionen Jahren bevölkern die Libellen die Erde. Früher nannte sie der Volksmund ‚Jungfern‘, ‚Elfen‘ und ‚Teufelsnadeln‘ .Heute spricht man eher von ‚fliegenden Edelsteinen‘.

Über diese interessante und attraktive Insektengruppe wird die Schortenserin Angelika Borkenstein berichten und anhand vieler Bilder Einblicke in die Vielfalt der verschiedenen Arten und deren Lebensweise vermitteln.

Aufgezeigt werden zunächst die Entwicklung der Libellen vom Ei bis zum fertigen Fluginsekt, dessen Leben abseits der Gewässer und die Paarung und Eiablage.

Im zweiten Teil ihres Vortrages erläutert die Referentin dann die Ergebnisse ihrer jahrelangen Beobachtungen und Untersuchungen in der hiesigen Region, so an den ‚Meeren‘ im Forst Upjever. Hier geht es u. a. um die Themen “Paarung im Morgengrauen“ und “Wie überleben Libellen im Winter?“.

Angelika Borkenstein hat ihre beeindruckenden Farbporträts von Libellen bereits auf mehreren Ausstellungen gezeigt und dabei sehr viel positive Resonanz erfahren. Auch dieser Vortrag bei der WAU wird seine Wirkung auf die Zuhörer nicht verfehlen.

Der Eintritt zu dieser WAU - Veranstaltung ist frei; Gäste sind, wie immer, herzlich willkommen.

11. Zugvogeltage

 

12. - 20. Oktober 2019

 

Partnerland ESTLAND

Nationalflagge  (s. Abb.)

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Estland

Wasser in der Wüste –ornithologische Expeditionen

zum Nasser-See (Assuan-Stausee)

in Ägypten

 

Dienstag, 19. November 2019

 

Referent: Olaf Geiter, Institut für Vogelforschung – Vogelwarte Helgoland

 

In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde bei Assuan in Südägypten eine riesige Staumauer errichtet, die den aus dem Süden kommenden Nil aufstaut. Dadurch entstand der Nassersee als damals größtes künstliches Gewässer der Erde. Sein Staubereich erstreckt sich auf ca. 500 km bis in den Sudan und seine Uferlänge beträgt fast 8.000 km.

Die ursprüngliche Landschaft des Niltals wurde komplett überflutet und die ansässige Fauna und Flora dadurch vernichtet. Die extremen Lebensbe-dingungen mit extremer Trockenheit und großen Wasserstands-schwankungen erschwerten eine Wiederbesiedlung dieses neuen, stark veränderten Lebensraums, der von Menschen nahezu unbewohnt ist.

Die Neubesiedlung zu erforschen, war in der Vergangenheit auch deswegen schwierig, weil der Nassersee militärisches Sperrgebiet und für Ägypter und Touristen nicht frei zugänglich ist. Immerhin konnten trotz solcher Schwierigkeiten seit 2016 drei Expeditionen mit Schwerpunkt Avifaunistik auf diesem See durchgeführt und damit Einblicke in die bisher unerforschte Tier- und Pflanzenwelt gewonnen werden.

Das WAU-Mitglied Olaf Geiter aus Schortens nahm an diesen Expeditionen teil. Dabei ging es jeweils mit kleinen Booten von Assuan bis Abu Simbel im Süden. Die Expeditionsteilnehmer begegneten zum Teil tagelang keinem anderen Menschen und machten immer wieder überraschende Beobachtungen.

Sie fanden baumbrütende Rohrsänger, Haussperlinge 100 km von den nächsten menschlichen Siedlungen entfernt und riesige Mengen an Reihern verschiedener Arten. Der Brauner Sichler wurde als neuer Brutvogel für Ägypten nachgewiesen. Bei Graureihern wurden die ersten Bruten seit 100 Jahre in Ägypten nachgewiesen. Die einzigen Brutplätze der Witwenstelze in der Paläarktis wurden entdeckt. Völlig unerwartet waren auch die Bruten von Lach- und Zwergseeschwalben weit abseits der bekannten Brutgebiete. Die Expeditionsteilnehmer beschränkten sich aber nicht nur auf Beobachten und Zählen, sondern führten auch verschiedene Untersuchungen durch. So wurden über 3.500 Vögel von fast 50 Arten gefangen, vermessen und beringt.

Der Vortrag von Olaf Geiter vermittelt mit vielen Bildern einen Eindruck vom Ablauf dieser Expeditionen. An manchen Tagen stieg das Thermometer auf über 42°C und fiel zum Teil nachts nicht unter 36°C. Das Leben auf den Expeditionsbooten war recht einfach und der Kontakt zu einer unberührten Natur beeindruckend. Krokodile, Warane, Schlangen und Skorpione waren tägliche Begleiter der Expeditionsteilnehmer.

(C) V.K. Prueter

Der Löffler - eine attraktive Vogelart im Wattenmeer

Beobachtungen auf der Insel Mellum

 

(!) Montag, 14. Oktober 2019

 

Referenten: Lena Nachreiner (Bachelor Landschafts-wissenschaften) und Hans Uhlmann (WAU Jever)

 

Dieser Vortrag ist eine Veranstaltung im Rahmen der 11. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (12.- 20.10.19).

 

Salzwiesenführungen 2019

 

ab Küstersmatt bei Minsen an zehn Terminen

ab Hafen Harlesiel an fünf Terminen

ab Hooksiel Campingplatz an zehn Terminen

ab Cäciliengroden an drei Terminen

Kartoffelrose und Nadelkraut - Botanische Neubürger

auf den Ostfriesischen Inseln - Gefahr oder Bereicherung?

 

Dienstag, 26. März 2019

 

Referent: PD Dr. Holger Freund, Institut für Chemie und Biologie des

              Meeres, Universität Oldenburg

 

Eine Nebenwirkung des globalen Handels- und Reiseverkehrs ist, dass dadurch auch Tier- und Pflanzenarten in Regionen verfrachtet werden können, in denen sie ursprünglich nicht heimisch waren. Wenn sie sich dort dauerhaft ansiedeln, kann man von tierischen oder pflanzlichen Neubürgern sprechen oder -  in der Fachsprache - von Neozoen und Neophyten. Diese Neubürger können zur Bereicherung der Artenvielfalt einer Region beitragen. Sie können aber auch eine Bedrohung bedeuten, wenn sie einheimische Arten verdrängen oder bestehende Lebensräume erheblich verändern. In diesem Fall spricht man von ‚invasiven Arten‘, die in besonderen Listen erfasst werden und deren weitere Verbreitung kontrolliert und wenn nötig auch bekämpft wird.

Der Vortrag von Dr. Holger Freund vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres setzt sich mit der Frage ‚Bereicherung oder Gefahr‘ am Beispiel von botanischen Neubürgern (Neophyten) auf den Ostfriesischen Inseln auseinander. Mit Strand, Dünen und Salzwiesen weisen diese Lebensräume mit ganz besonderen Bedingungen auf; bei den hier wachsenden Pflanzen handelt es sich Spezialisten, die daran in hohem Maße angepasst sind. Möglicherweise sind diese Arten durch eingewanderte Konkurrenten besonders gefährdet. Und solche invasiven Arten wie die Kartoffelrose, das Schmalblättrige Greiskraut und das Nadelkraut  sind auf den Inseln zunehmend bekannt und dokumentiert. Im Zuge des Klimawandels könnten bereits eingewanderte bzw. noch einwandernde Arten in Zukunft womöglich noch verstärkt profitieren und neue Lebensräume erobern.

Der Vortrag wird an ausgewählten Beispielen zunächst die natürliche Abfolge der Pflanzengesellschaften auf den Ostfriesischen  Inseln vorstellen und Florenveränderungen generell aufzeigen, um dann auf konkrete Verbreitungsbeispiele und die historische Entwicklung einzelner Neubürger einzugehen.

Geheimnisvolle Welt der Tiefe -

Die erstaunliche Unterwasserfauna der Nordsee

 

Dienstag, 19. Februar 2019

(vorverlegt vom 26.03.)

 

Referent: Dr. Alexander Stollenz, Wattenmeer-Besucherzentrum WHV

 

Anders als man es von Bildern tropischer Meere kennt, erscheint das Wasser an der Nordseeküste eher grau als blau. Das liegt an den vielen organischen (Plankton) und anorganischen Schwebstoffen (Sediment-fracht), die auch dazu führen, dass das Meer vor unserer Küste keine große Sichttiefe aufweist. Vieles, was sich unter der Oberfläche abspielt, bleibt unseren Augen daher verborgen. Damit entgeht den meisten eine Unterwasserwelt, die auch hohen ästhetischen Reiz hat: Eine Qualle, die an Land wie eine unansehnliche gelatinöse Masse aussieht, entpuppt sich unter Wasser als filigranes Geschöpf, welches seine Tentakeln wie eine Hochzeitsschleppe hinter sich herzieht, an Buhnen und Steganlagen blüht das Leben, ähnlich einem Korallenriff, in sämtlichen Farben und Formen. Neben zarten Grün- und Rotalgen sitzen türkis gefärbte Seeanemonen, gelbe Schwämme und weiße oder rosafarbene Seescheiden, zwischen denen Garnelen mit blau - gelb geringelten Scheren umherschwimmen oder sich zeitlupenartig bewegende Seenadeln auf Nahrungssuche gehen. In seinem Vortrag wird der Biologe Dr. Alexander Stollenz diese den meisten unbekannte Unterwasserfauna mit eindrucksvollen Makrofotos vorstellen.

Das blaue Regal – Die globale Verschmutzung der Meere

 

Dienstag, 22. Januar 2019

 

Referent: Prof. Dr. André Freiwald, Forschungsinstitut Senckenberg

              am Meer, Wilhelmshaven

Netzreste in 800 m Tiefe, Kontinentalhang IRL ; Foto: MARUM Universität Bremen

Schiffsabfälle wurden früher in vielen Fällen über die Reling direkt ins Meer entsorgt. Die Seeleute sprachen salopp vom „blauen Regal“, das als Endlager den an Bord produzierten Müll aufnahm.

Auch wenn diese Form der Abfall-beseitigung inzwischen verpönt ist, nimmt die Verschmutzung der Meere insgesamt noch zu. Immer wieder erschreckend sind z. B. die Bilder von den riesigen Mengen an Plastikmüll, die im Meer treiben. Selbst in den entlegensten Meeresgebieten der Arktis und der Antarktis sowie am tiefsten Punkt der Erde, im Marianengraben in 11 km Tiefe, finden sich Spuren unserer Zivilisation.

Prof. Freiwald hat bei seinen Expeditionen, bei denen er mit Unterwasser-robotern den Meeresboden untersucht, viele Zeugnisse der Verschmut-zung gefunden und wird diese in seinem Vortrag an anschaulichen Beispielen eindringlich vor Augen führen. Er versucht aber auch Wege aufzuzeigen, wie die Müllflut eingedämmt werden kann.

Die globale Verschmutzung der Meere – das ist ein hochaktuelles und brisantes Thema, zu dem die Zuhörer einen spannenden und infor-mativen Vortrag erwarten dürfen, an den sich sicher noch eine angeregte Diskussion anschließen wird.

Hier finden Sie uns

WAU e.V.

Werner Menke

Ibenweg 7

26441 Jever

Kontakt

Tel.: 04461 4298

mail to:

menke@wau-jever.de

Zuletzt aktualisiert:

02.08.2020